12. Januar 2021 / 13:24 Uhr

Wolfsburg-Kapitän Guilavogui über seine Bankdrücker-Rolle: "Es ist ein schlechtes Gefühl"

Wolfsburg-Kapitän Guilavogui über seine Bankdrücker-Rolle: "Es ist ein schlechtes Gefühl"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sport, Fußball, Fußball Bundesliga, VfL Wolfsburg - SV Sandhausen, DFB Pokal, 2.Runde,  Saison 2020/21, Volkswagen Arena, 23.12.2020,
Will wieder erste Wahl sein: Josuha Guilavogui, der Kapitän des VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Josuha Guilavogui war beim VfL Wolfsburg fast immer erste Wahl, aber nun muss der Kapitän des Fußball-Bundesligisten mehr denn je um seinen Platz kämpfen.

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Erst gesetzt, dann verletzt, zuletzt jedoch nur noch zweite Wahl - das gefällt Josuha Guilavogui gar nicht, zumal er Kapitän des VfL Wolfsburg ist. Aber der Mittelfeldkämpfer des Fußball-Bundesligisten ist keiner, der jetzt nur Frust schiebt, gleichwohl betont der 30-Jährige, dass er sich mit der Rolle als Bankdrücker "nicht zufrieden" geben wird. Er betont: "Ich bin immer noch fit, ich will spielen. Ich bin der Kapitän der Mannschaft. Sie hat mich gewählt, ich will etwas zurückgeben."

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Im ersten Spiel des neuen Jahres beim 0:2 in Dortmund hatte Guilavogui 90 Minuten lang auf der Bank Platz nehmen müssen, am Samstag beim 2:2 bei Union Berlin war er "nur" eingewechselt worden. "Ich bin glücklich, dass ich in 2021 mal spielen durfte - obwohl es nicht meine Position war", so Guilavogui, der für den erschöpften Marin Pongracic in der Innenverteidigung in die Partie kam. Guilavogui freute sich fürs Team, dass es trotz Unterzahl (Maximilian Arnold hatte Rot gesehen) bei Union einen Punkt holte und dass er Einsatzzeit bekam. Aber wer Guilavogui kennt, der weiß: Das reicht ihm nicht. "Es ist ein schlechtes Gefühl, denn man möchte immer spielen", sagt er und blickt auf seine Muskelverletzung im Oberschenkel zurück. Sechs Spiele hatte er deswegen nicht auflaufen können.

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Im Duell mit den Bayern im Dezember war er dann erstmals wieder eingewechselt worden, aufgrund einiger Covid- und Quarantäne-Fälle im Team stand Guilavogui im letzten Liga-Spiel des Jahres gegen Stuttgart von Beginn an auf dem Platz, aber danach in Dortmund hatte er wieder zuschauen müssen. "Es hat mir sehr wehgetan, dass ich in Dortmund nicht spielen durfte", so der VfL-Profi, der sich natürlich wünscht, dass sich seine Situation schnell wieder ändert, er wie in den vergangenen Jahren im Mittelfeld wieder eine wichtige Rolle einnehmen darf. "Im Fußball läuft es sehr schnell, man muss immer bereit sein", weiß der erfahrene Franzose, der mit Maximilian Arnold, Xaver Schlager und Yannick Gerhardt starke Konkurrenten hat. Guilavogui ehrlich: "Ich bin jetzt vierte Wahl im Mittelfeld und vierte Wahl in der Innenverteidigung - ich muss dran bleiben. Das hat mir der Trainer gesagt - man muss seine Entscheidung respektieren, aber nicht akzeptieren." Heißt: Guilavogui ist seine aktuelle Rolle alles andere als egal.

Am Samstag im Top-Spiel gegen Leipzig könnte er wieder ins Team rutschen, weil Arnold gesperrt ist. Kommt es so? Guilavogui will sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, zumal Gerhardt zuletzt "gut gespielt" habe und er ebenso die Arnold-Rolle einnehmen könnte. Guilavogui kämpferisch: "Ich versuche, es dem Trainer so schwer wie möglich zu machen, er wird dann seine Entscheidung am Ende der Woche treffen."

Mit Guilavogui, Gerhardt, Arnold und Schlager für das defensive und zentrale Mittelfeld und mit Admir Mehmedi sowie Maximilian Philipp für die Zehner-Position tummeln sich im VfL-Mittelfeld sechs Profis für drei Positionen. Viel Qualität, so dass Trainer Oliver Glasner da ein Luxusproblem hat. Vorm Union-Spiel hatte der Österreicher dazu gesagt: "Ich würde nicht von einem Problem, sondern vielmehr von einer positiven Konstellation sprechen. Die Spieler sind fit und in einer guten Verfassung, sie stacheln sich zu guten Trainingsleistungen an und wissen, dass sie aufzeigen müssen, um in die Mannschaft zu kommen." Guilavogui macht das - obwohl er zuletzt etwas hinten dran war.