02. Juni 2020 / 10:28 Uhr

Kein neues NLZ: Millionen-Projekt an der Wolfsburger Dieselstraße beerdigt

Kein neues NLZ: Millionen-Projekt an der Wolfsburger Dieselstraße beerdigt

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die VfL-Pläne in der Dieselstraße haben sich erledigt
Die VfL-Pläne in der Dieselstraße haben sich erledigt
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Der VfL Wolfsburg wird kein neues Nachwuchsleistungzentrum an der Dieselstraße errichten. Das ohnehin vertagte Projekt hat sich durch die Erweiterung des bestehenden NLZ im Porschestadion erledigt.

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Der 1. FC Wolfsburg zieht aus dem Porschestadion aus, der VfL plant dort eine Erweiterung seines Nachwuchsleistungszentrums - und damit ist gleichzeitig endgültig klar, dass ein Großprojekt beerdigt ist: Der Bau eines neuen NLZ an der Dieselstraße ist vom Tisch! "Das Projekt eines kompletten Neubaus verfolgen wir nicht weiter", bestätigte VfL-Geschäftsführer Tim Schumacher auf SPORTBUZZER-Nachfrage.

Die Idee ist etwas mehr als fünf Jahre alt: Auf einem 32 Hektar großen Gelände an der Dieselstraße zwischen dem Gewerbegebiet Ost und dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Vorsfelde in Reislingen plante der VfL ein neues Zentrum für den Nachwuchsfußball - mit Fußballfeldern, speziellen Spiel-, Technik- und Konditionsfeldern, einem „Campusgebäude“, Wohnräumen für die Jugendspieler, Park- und Freiflächen. Der VfL ging davon aus, dass ein hoher zweistelliger Millionenbetrag dafür aufgebracht werden muss. Im frei werdenden Porschestadion sollte dafür ein Zentrum für Frauen- und Mädchenfußball entstehen.

12 Meilensteine aus 75 Jahren VfL Wolfsburg

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Zum Durchklicken: 12 Meilensteine aus 75 Jahren VfL Wolfsburg ©

Die Diesel-Affäre und der VW-Sparkurs bremsten dieses Projekt erst einmal aus, es wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Nun das endgültige Aus für das Projekt an der Dieselstraße. Und das nicht nur wegen der Pläne im Porschestadion. Denn: Zweifel an der Umsetzbarkeit der Dieselstraßen-Idee hatte es wegen der hohe Kosten hatte es bereits in den letzten Jahren gegeben, es wurden auch alternative Standorte geprüft - nicht zuletzt, weil klar wurde, dass Erschließungskosten und umwelttechnische Gesichtspunkte eine größere Rolle spielen werden als zunächst gedacht. Darum sieht der VfL die neue Sachlage durchaus mit einem lachenden Auge. "Wir konzentrieren uns auf unsere bestehenden Anlagen", so Schumacher. "Dies hat neben einer sehr erheblichen und absolut notwendigen Kostenersparnis auch den Vorteil, dass wir räumlich näher an der Stadt und insbesondere den Schulen sind."

Erste Trainingseinheit des 1. FC Wolfsburg nach der Corona-Krise

Mit Abstand: So lief das erste Training beim 1. FC Wolfsburg nach der Corona-Krise. Zur Galerie
Mit Abstand: So lief das erste Training beim 1. FC Wolfsburg nach der Corona-Krise. ©

Wie genau die Erweiterung des bestehenden NLZ im Porschestadion aussehen soll, wird sich vermutlich in der zweiten Jahreshälfte entscheiden - wenn klarer ist, unter welchen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der VfL in der Corona-Krise planen kann. Denkbar sind Erweiterungen und Umbauten der bestehenden Gebäude sowie die Modernisierung des D-Platzes am westlichen Rand des Geländes. Schumacher: "Wir überprüfen fortlaufend alle unsere Anlagen. Auch am Porschestadion gibt es Optimierungsbedarf, um den aktuellen sportlichen Erfordernissen insbesondere im Jugendbereich gerecht werden zu können."

Für die VfL-Frauen heißt das: Statt in den nächsten Jahren umzuziehen, werden sie auf dem Gelände am alten VfL-Stadion bleiben. "Der Elsterweg ist und bleibt die Heimat der Frauenmannschaft.“ Inwieweit dort baulichen Maßnahmen die Infrastruktur für die Fußballerinnen verbessern können, ist noch nicht abzusehen - und hängt auch davon ab, wie der VfL e.V. seine Pläne auf dem Gelände - es soll dort ein moderner Sportkomplex mit multifunktionaler Mehrzweckhalle entstehen - umsetzt.

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Dem 1. FC Wolfsburg, der nach 70 Jahren seine traditonsreiche Heimat im Porschestadion verlässt, ist der VfL sehr dankbar. "Die Gespräche mit dem FC, der Stadt und allen Beteiligten liefen sehr gut und konstruktiv", so Schumacher. Und: Die FC-Kicker fühlen sich nicht vertrieben, sondern sehen ihren Umzug ans VfL-Hockeyheim am Laagberg als Chance. Vorstandsvorsitzender Mohammed Rezzoug: "Vielleicht ist es jetzt der richtige Zeitpunkt, einen eigenen Weg zu gehen. Es ist nicht der Fall, dass der VfL uns rausgeworfen hat. Wir hatten immer eine gute Zusammenarbeit, konnten alles vernünftig klären."