21. März 2019 / 18:05 Uhr

VfL Wolfsburg: Labbadia glaubt an Löws Weg

VfL Wolfsburg: Labbadia glaubt an Löws Weg

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Bruno Labbadia verlässt den VfL Wolfsburg
Stärkt Löw den Rücken: VfL-Trainer Labbadia. © imago images / regios24
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Es war für die deutsche Fußball-Nationalelf das erste Länderspiel des neuen Jahres, das erste ohne die Weltmeister Mats Hummels, Thomas Müller und Jerome Boateng (alle Bayern) – und dann auch noch in Wolfsburg. Das ließ sich auch Bruno Labbadia nicht entgehen.

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Der VfL-Trainer saß in der Nähe der Bank der serbischen Nationalelf und schaute beim 1:1 im Test-Länderspiel doch auf das deutsche Team, welches nach einem schlechten Jahr 2018 nun den Neuanfang will – mit einem neuen Spielstil, jedoch weiterhin mit dem in die Kritik geratenen Bundestrainer Jogi Löw.

Das Remis gegen die ersatzgeschwächten Serben war zwar alles andere als ein Fußballfest, aber Labbadia hält zu Löw: „Das Allerletzte, was ein Bundesliga-Trainer machen darf, ist, in der Öffentlichkeit etwas über unseren Bundestrainer zu sagen. Wenn, dann redet man untereinander.“ Löw kenne die internen Prozesse am besten. „Er steckt da komplett drin, er macht sich Gedanken über den Kader – da muss man zum Bundestrainer totales Vertrauen haben, zumal er bewiesen hat, dass er aus einer Mannschaft viel machen kann. Weltmeister wirst du nicht mit links“, betont der 53-Jährige.

Labbadia: "Für mich zählt nicht jung oder alt"

Löw hatte jüngst gesagt, nicht mehr auf die Bayern-Stars Müller, Hummels und Boateng – ein Trio im fortgeschrittenen Fußball-Alter – setzen zu wollen und sich damit keine Freunde gemacht. Das habe jetzt nicht mit Löws Entscheidung zu tun, aber, so Labbadia: „Für mich zählt nicht jung oder alt, sondern nur gut oder schlecht.“ Löws Entscheidung, nun auf eine jüngere Generation mit mehr Tempo zu setzen, steht. Die Generation Leroy Sané und Co., Spieler mit großer Stärke im Eins-gegen-eins. Labbadia schwärmt vom Tempodribbler von Manchester City („Sané ist eine Waffe“) und von BVB-Star Marco Reus („Er hat Schwung reingebracht“).

Der VfL-Trainer erinnerte zudem daran, dass das deutsche Team den Weltfußball über Jahre geprägt habe. „Dass es nun auch mal ein kleines Tief gibt, ist doch klar“, sagt Labbadia und glaubt, dass die DFB-Elf bald wieder raus aus diesem Tief ist. „Wir haben wahnsinnig talentierte Spieler in unseren Reihen, die mit dem Ball gut umgehen können. Jetzt kommt es auf die richtige Mischung an.“ Darauf, dass sich eine Hierarchie entwickeln muss. „Das wird spannend zu sehen sein.“

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Aber nicht nur das, Labbadia blickte schon etwas weiter voraus – auf neue Herausforderungen, die auf den deutschen Fußball zukämen. „Wir müssen auch über den Tellerrand schauen und mit der Zeit gehen und uns fragen: Was kommt da auf uns zu.“ Körperlich seien die heutigen Talente aus den Nachwuchsleistungszentren zwar alle gut drauf, aber „wir müssen auch Fußball spielen. Wir müssen aufpassen, dass das nicht zu kurz kommt“, sagt der Coach, der ein großer Freund des Ballbesitz-Fußballs ist.

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Bleibt die Frage: Wann stellt der VfL mal wieder einen deutschen Nationalspieler? Löw hatte im Rahmen der VW-Betriebsversammlung gesagt, dass er die VfL-Profis Maximilian Arnold, Yannick Gerhardt und Robin Knoche im Blick habe. Labbadia: „Ich habe das gelesen und mich darüber gefreut.“ Generell gelte da: „Je besser wir als Mannschaft abschneiden, umso größer werden die Chancen für den Einzelnen.“ Und dabei dachte Labbadia nicht nur an Arnold, Gerhardt und Knoche, sondern auch an Sturm-Riese Wout Weghorst (Niederlande) und Raketenmann Jerome Roussillon (Frankreich).

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