08. Mai 2019 / 15:24 Uhr

VfL Wolfsburg: Labbadia hat Origi "diese Leistung zugetraut"

VfL Wolfsburg: Labbadia hat Origi "diese Leistung zugetraut"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Divock Origi: Mit dem VfL Wolfsburg in der Relegation, mit Liverpool im Finale der Champions League
Divock Origi: Mit dem VfL Wolfsburg in der Relegation, mit Liverpool im Finale der Champions League © Roland Hermstein
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Beim VfL Wolfsburg war er ein teurer Transfer-Flop - auch wenn er in der Relegation gegen Holstein Kiel ein wichtiges Tor erzielte. Beim FC Liverpool, der ihn für ein Jahr an den VfL ausgeliehen hatte, ist Divock Origi seit Dienstagabend ein Champions-League-Held. 

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Vor einem Jahr, nach dem 4:1 des VfL am 34. Spieltag gegen den 1. FC Köln, wurde Divock Origi von einem ZDF-Reporter gefragt, ob er schon einmal von Holstein Kiel gehört habe, dem damaligen Wolfsburger Gegner in der Relegation. „Nein“, entgegnete der Belgier - und machte sich so zum Gespött vieler Fußball-Fans. In Liverpool werden sie diese Geschichte nicht kennen. Und spätestens seit Dienstagabend wird sich an der Mersey auch niemand mehr für diese Story interessieren. Der FC Liverpool besiegte nach einem Hinspiel-0:3 den FC Barcelona im Halbfinal-Rückspiel der Champions League mit 4:0. Und Origi, die einstige "Karteileiche" (Welt) des VfL erzielte zwei Tore.

In Wolfsburg freuten sich seine Ex-Kollegen und sein Ex-Trainer Bruno Labbadia mit dem Angreifer. „Er hat uns in der vergangenen Saison, vor allem in der Relegation gegen Kiel, wahnsinnig geholfen und ein sehr gutes Spiel abgeliefert. Da freut es uns natürlich, wenn er jetzt mit zwei Toren im Halbfinale den Einzug ins Champions-League- Finale perfekt gemacht hat", so der VfL-Coach.

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Liverpool hat es geschafft und viele Kritiker Lügen gestraft. Die Reds besiegen den FC Barcelona mit 4:0 und stehen zum zweiten Mal in Folge im Endspiel der Champions League. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Reaktionen der internationalen Medien. Zur Galerie
Liverpool hat es geschafft und viele Kritiker Lügen gestraft. Die "Reds" besiegen den FC Barcelona mit 4:0 und stehen zum zweiten Mal in Folge im Endspiel der Champions League. Der SPORTBUZZER zeigt die Reaktionen der internationalen Medien. ©
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Der ehemalige Leihspieler des VfL, der sich ein Jahr Origi wahnsinnige 16 Millionen Euro hat kosten lassen, hatte gegen den großen FC Barcelona beim 4:0 seine ersten beiden Treffer (zum ersten traf er per Abstauber, dann nach einer abgezockten Ecken-Variante) in der Champions League erzielt und hatte damit großen Anteil am Finaleinzug der Reds. „Im vergangenen Jahr haben wir noch in der Relegation zusammengespielt", meinte Origis ehemaliger VfL-Mitspieler Elvis Rexhbecaj kopfschüttelnd, "und jetzt schießt er Barcelona aus dem Halbfinale."

In Wolfsburg erlebte Origi eher ein Jahr zum Vergessen, der Klub kämpfte wie schon in der Spielzeit zuvor erneut gegen den Abstieg, tauschte zweimal den Trainer. In 36 Pflichtspielen waren Origi gerade einmal sieben Treffer und drei Torvorlagen gelungen – zu wenig für einen wie ihn, bei dem es nach seiner Zeit in Wolfsburg nicht sicher schien, ob es für ihn trotz Vertrags in Liverpool weitergeht.

Rexhbecaj: "Gegen den Abstieg waren andere Tugenden gefragt"

Meist kam der Belgier in dieser Saison von der Bank, aber nach den Ausfällen der Stars Mohamed Salah und Roberto Firmino setzte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp nun auf den Ex-VfLer, der mit seinen beiden Toren zeigte, wie schnelllebig das Geschäft sein kann. „Ein Jahr bist du dort, ein Jahr bist du im Champions-League-Finale. Deswegen ist Fußball so geil, man weiß nie, was kommt“, sagt Rexhbecaj und blickt zurück: „Divock hatte seine Qualitäten, das hat man auch hier gesehen - bloß wir haben nicht um die Champions League, sondern gegen den Abstieg gespielt, da waren andere Tugenden gefragt.“

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Jetzt ist der Ex-Wolfsburger bei den Reds ein Held, Rexhbecaj gratulierte ihm via Instagram zum Finaleinzug. Dass er selbst einen großen Anteil dazu beigetragen hat, kommt für VfL-Coach Labbadia nicht überraschend: "Ich habe ihm diese Leistung absolut zugetraut, weil er eine extreme Qualität besitzt. Auch wenn er im Moment noch nicht zum Kreis der Stammspieler gehört, glaube ich, dass ihm dieses Spiel helfen wird, künftig sein Potenzial noch häufiger abzurufen.“

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