06. Mai 2020 / 17:19 Uhr

Wolfsburg-Manager: "Ich bin für einen Start am 16. Mai!"

Wolfsburg-Manager: "Ich bin für einen Start am 16. Mai!"

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jörg Schmadtke hat eine klare Meinung zum möglichen Termin für den Liga-Restart.
Jörg Schmadtke hat eine klare Meinung zum möglichen Termin für den Liga-Restart.
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Die Bundesliga darf wieder spielen - entweder ab dem 16. oder dem 23. Mai. Jörg Schmadtke, Manager des VfL Wolfsburg, hat dazu eine klare Meinung: "Ich bin für den früheren Start."

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Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben grünes Licht für eine Fortsetzung der seit Mitte März unterbrochenen Bundesliga-Saison gegeben. Dies ist das Ergebnis des Politik-Gipfels der Bundeskanzlerin mit den Länderchefs am Mittwoch. Beim VfL Wolfsburg ist Manager Jörg Schmadtke "froh über die Möglichkeit, die uns die Politik gibt. Für die Liga ist es extrem wichtig, dass wir den Wettbewerb auch ohne Zuschauer wieder aufnehmen können." Nun gehe es darum, dass alle Teams die entsprechenden Vorgaben rund um die Durchführung der Spiele konsequent umsetzen. "Da stehen wir in der Verantwortung."

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So läuft beim VfL das Training mit Abstand

Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. Zur Galerie
Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. ©

Der exakte Termin des Wiederbeginns blieb am Mittwoch noch offen. Gespielt werden solle "ab der zweiten Mai-Hälfte" hieß es. Damit kommen bereits der 16. und der 23. Mai als mögliches Start-Datum in Frage. Die Entscheidung obliegt nun der DFL, die auf einer Mitgliederversammlung per Videokonferenz am Donnerstag das weitere Vorgehen berät. Schmadtkes Haltung ist eindeutig: "Ich würde den Frühstart präferieren. Wir wollen, dass die Spiele stattfinden, weil es um die Wirtschafltichkeit geht. Wenn man weiß, dass jeder Wochenspieltag Geld kostet, sollte man so früh wie möglich anfangen. Für mich ist der 16. der bestmögliche Tag, um wieder zu starten."

Mit Spannung schaut Schmadtke darum auf den Plan, den die DFL morgen in deser Frage vorlegen wird. Ob alle Klubs den früheren Start bevorzugen, könne er nicht einschätzen. "Es ist klar, dass man da unterschiedlicher Auffassung sein kann." Vor allem die Vereine, die wegen der Vorgaben vor Ort später wieder ins Training eingestiegen sind, dürften sich eher für einen späteren Starttermin aussprechen." Schmadtke: "Das wird sich dann klären."

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Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der <b>SPORT</b>BUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? Zur Galerie
Das Coronavirus legt den Fußball in Europa lahm - mit Ausnahme der weißrussischen Liga müssen alle Wettbewerbe pausieren. Die Länge der Zwangspause ist dabei unterschiedlich bemessen. Der SPORTBUZZER fasst den Stand zusammen - wie lange pausieren die Ligen in Europa? ©

Offen ist zudem noch, wie lange genau die Teams vorm ersten Spiel in ein Quarantäne-Trainingslager müssen. Das bisherige DFL-Konzept sieht acht Tage vor. "Und daran", so Schmadtke, "halte ich mich erst einmal." Konkret heißt das für den VfL: Geht es am 16. Mai mit einem Heimspiel gegen den FC Bayern los (so sehen es die aktuellen DFL-Überlegungen vor), beziehen Mannschaft und Stab am Freitag oder Samstag dieser Woche ihr Quartier im Hotel Ritz-Carlton, das in unmittelbarer Nähe zum Trainingsgelände und zum Stadion liegt.


Die Mannschaft des VfL ist seit Dienstag wieder im Teamtraining, bereitet sich auf den Neustart vor. "Es geht da im Training weniger um Zweikämpfe", so Schmadtke, "sondern zunächst einmal darum, dass man das Gefühl für den Raum wieder bekommt." Dass sei im Moment der Schwerpunkt. Generell gelte: "Sportler freuen sich, wenn sie auf den Platz gehen und ihren Job ausüben können." Dass aus Berlin grünes Licht für den Spielbetrieb kam, habe da eine eher untergeordnete Rolle gespielt: "Ich habe nicht gesehen, dass sich da einer eine Champagner-Pulle auf den Rücken geschnallt hätte..."

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Am Dienstag gab es beim VfL den dritten Corona-Test, am Freitag folgt der vierte. Tests alle zwei bis drei Tage gehören zum Konzept der DFL für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Die Frage, inwiefern sich Spieler in den Partien anstecken könnten, stelle sich darum laut Schmadtke nicht, denn: "Die ganzen Maßnahmen mit der Quarantäne und dem Aufenthalt im Hotel sollen dazu dienen, dass wir im Stadion und auf dem Rasen nur Corona-freie Spieler haben. Eine Ansteckungsgefahr ist also gar nicht gegeben - weil da niemand mit Corona ist."

Der VfL-Manager wiederholte zudem, dass er für eine Erhöhung des Auswechselkontingents auf fünf Spieler ist. "Ich halte diesen FIFA-Vorschlag für extrem sinnvoll und bin gespannt, ob wir das umgesetzt bekommen. Gerade bei englischen Wochen müssen wir extrem aufpassen, wie wir die Belastung dosieren. Das gilt vor allem für die extrem lauf- und zweikampfstarken Positionen, da wäre es gut, wenn die Trainer mehr Optionen haben."

Beim VfL trainieren darum bereits einige Spieler aus der U23 und der U19 bei den Profis mit, um die Kaderstärke entsprechend zu erhöhen. Fehlen werden beim Neustart weiterhin Rekonvaleszent Ignacio Camacho und William, der wegen der Reha nach seinem Kreuzbandriss weiter in Brasilien weilt. Bei Kapitän Josuha Guilavogui haben sich die Knie-Probleme derweil verbessert. Und so ist es nicht auszuschließen, dass der Mittelfeldmann möglicherweise doch bereits im Mai wieder spielen kann.