18. Oktober 2020 / 14:54 Uhr

Wolfsburg-Manager Schmadtke: Das ist kein Fehlstart

Wolfsburg-Manager Schmadtke: Das ist kein Fehlstart

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jörg Schmadtke sprach im Sport1-Doppelpass über den VfL-Start
Jörg Schmadtke sprach im Sport1-Doppelpass über den VfL-Start © sport1 / Getty Images
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Jörg Schmadtke, Manager des VfL Wolfsburg, war am Sonntagvormittag in der Sport1-Sendung "Doppelpass" zu Gast - und sprach über den bisherigen Saisonverlauf. Das Ausscheiden aus der Europa League überschatte den ordentlichen Bundesliga-Start.

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Jörg Schmadtke findet es falsch, nach vier Unentschieden in vier Saisonspielen von einem schlechten Auftakt des VfL Wolfsburg zu sprechen. Im Sport1-Doppelpass sagte der Manager des Fußball-Bundesligisten: "Von einem Fehlstart zu sprechen, wäre ein bisschen viel." Vier Punkte seien als Ausbeute okay, allerdings: "Überschattet wird die Anfangsphase der Bundesliga vom Ausscheiden in Athen." Dort war der VfL in der letzten Quali-Runde zur Europa-League-Gruppenphase gescheitert. "Das war nicht nur ärgerlich, das war auch unnötig - und es wirft uns auch wirtschaftlich zurück."

<b>Koen Casteels</b>:  Der Belgier hatte in der ersten Halbzeit recht wenig zu tun, hatte aber einmal großes Pfosten-Glück. Und dann verschuldete der Keeper in der 74. Minute den Elfmeter, an dem er aber noch dran war. - Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels:  Der Belgier hatte in der ersten Halbzeit recht wenig zu tun, hatte aber einmal großes Pfosten-Glück. Und dann verschuldete der Keeper in der 74. Minute den Elfmeter, an dem er aber noch dran war. - Note: 3 ©

In der Liga habe man mit Leverkusen, Freiburg, Augsburg und nun Mönchengladbach "durchaus starke Gegner gehabt", gegen den FCA und auch am Samstagabend in Gladbach hätte der VfL "gewinnen können oder müssen". Heißt: "Insgesamt unterhalten wir uns darüber, dass wir vielleicht zwei Punkte weniger geholt haben als wir das vor der Saison prognostiziert hätten." Aber erst nach dem Ende der Unentschieden-Serie, so Schmadtke weiter, werde "der Daumen gehoben oder gesenkt" - womöglich schon beim Heimspiel am Sonntag gegen Arminia Bielefeld.

Vier Punkte, zwei Tore, zwei Gegentore - was gut und was nicht zu gut läuft, liegt da auf der Hand. Schmadtke: "Unsere Organisation ist gut, wir verteidigen sehr gut, haben viel Tempo in der hintersten Reihe. Schwierigkeiten haben wir beim Verwerten und Herausarbeiten von Torchancen." Ihm fehle da "die Durchschlagskraft nach vorn, die wirkliche Überzeugung, mit aller Wucht und Macht die Dinge dann auch vorn möglichst zu vollenden".

Schmadtke wehrte sich auch gegen das "Graue-Maus-Image" des VfL - und verwies dabei schmunzelnd auf das graue Hemd, das er in der Sendung trug: "Ich finde Grau jetzt nicht so schlimm." Ernsthaft fügte er hinzu: "Wir haben unser Gehaltsgefüge um ungefähr 25 Prozent heruntergefahren", als Sechster und Siebter der beiden vergangenen Spielzeiten sei man "trotzdem bei den Töpfen dabei", das sei "mehr als Mittelmaß". Klar ist: Große Sprünge auf dem Transfermarkt sind durch die VW-Krise weder möglich noch vom VfL sportlich gewollt. Der Verein sei als VW-Tochter dankbar für die Unterstützung, wolle aber "schon auch kaufmännisch an die Sache herangehen". Spielerverpflichtungen in der Größenordnung von 30 oder mehr Millionen Euro wären angesichts von Diesel-Skandal und Corona-Krise "nicht darstellbar - und auch falsch".