31. Juli 2020 / 00:40 Uhr

Wolfsburg-Manager: Diskussion um Zuschauer im Stadion "zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt"

Wolfsburg-Manager: Diskussion um Zuschauer im Stadion "zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hält sich in Sachen Zuschauer-Rückkehr bedeckt: Jörg Schmadtke
Hält sich in Sachen Zuschauer-Rückkehr bedeckt: Jörg Schmadtke © dpa
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Die Corona-Fallzahlen steigen wieder, das Robert-Koch-Institut ist besorgt. Es entstehe darum "der Eindruck", dass die Diskussion um eine Rückkehr zu Bundesliga-Spielen mit Zuschauern "zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt aufgemacht wird", findet Jörg Schmadtke, Manager des VfL Wolfsburg.

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Noch weilt er auf Ibiza, am Wochenende kehrt Jörg Schmadtke nach Wolfsburg zurück. In der Woche darauf stehen wichtige Termine an - ein ganz wichtiger schon am Dienstag: In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung per Video-Konferenz wollen die 36 Klubs der DFL darüber befinden, unter welchen Voraussetzungen zur kommenden Saison wieder Zuschauer in die Stadien der Fußball-Bundesligen dürfen. Der Manager des VfL Wolfsburg gibt sich im Vorfeld dieser Entscheidung zurückhaltend - aus gutem Grund.

Der Plan für die Teilzulassung von Zuschauern steht. Eckpunkte dieses Konzepts der DFL, das erst einmal bis zum 31. Oktober gelten soll: keine Gästefans, keine Stehplätze, kein Alkohol und eine Registrierung der Zuschauer, um eventuelle Infektionsketten gegebenenfalls nachverfolgen zu können. Allerdings: In dieser Woche wies das Robert Koch-Institut (RKI) darauf hin, dass die "Corona-Entwicklung sehr beunruhigend" sei und die Infektionszahlen wieder steigen.

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Und genau das mache die Lage vor der DFL-Runde schwierig, findet Schmadtke. "Wenn man sich die RKI-Meldungen anhört und sich im benachbarten Ausland umschaut, dann entsteht der Eindruck, dass diese Diskussion zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt aufgemacht wird", so der Manager gegenüber dem SPORTBUZZER. Außerdem sei es nicht hilfreich, dass die Frage zur Rückkehr zu Spielen mit Zuschauern aktuell öffentlich so breit diskutiert wird.

Das Konzept der DFL ist in der Tat seit Tagen ein großes Thema. "Um Infektionen komplett auszuschließen, müsste man Spiele mit Zuschauern weiter verbieten", sagt beispielsweise der Dresdner Virologe Alexander Dalpke. Und die Fan-Organisation "Unsere Kurve" hat Befürchtungen, dass durch personalisierte Tickets ein Instrument der Überwachung "durch die Hintertür des Gesundheitsschutzes" eingeführt werden könnte. Die Vereine arbeiten derweil mit den Behörden vor Ort an ihren Konzepten, in denen eventuelle Zuschauerzahlen festgelegt werden. Mit rund 20.000 Zuschauern wird bei Eintracht Frankfurt kalkuliert, mit 21.000 in Leipzig, mit 12.000 bis 15.000 bei Borussia Dortmund, in ähnlicher Größenordnung bei Werder Bremen.

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Der VfL gehört zu den Klubs, die sich da aber bedeckt halten. "Ich bin kein Freund davon, Argumente vorzeitig in der Öffentlichkeit zu diskutieren", so Schmadtke. Generell, darauf hatte er bereits zu Beginn der Woche hingewiesen, sei es eine „riesige Herausforderung", womöglich "eine ganze Saison unter Corona-Bedingungen zu planen". Ansonsten will er den DFL-Termin am Dienstag abwarten, um idealerweise dort "aus der Diskussion heraus, ein gemeinsames Statement abzugeben". Auch, dass Fan-Organisationen "sofort Gewehr bei Fuß stehen mit Meinungen und Forderungen", obwohl noch gar nichts entschieden sei, habe ihn "ein bisschen befremdet". Das sei "vom Umgang her nicht gut".

Schmadtkes persönlicher Alltag auf Ibiza, wo er ein Haus besitzt, unterscheide sich derweil kaum von der Situation in Deutschland. "Man muss auch draußen Maske tragen und die Party-Locations haben zu", erzählt er. Die Sache mit der Maske sei bei 34 Grad ein bisschen anstrengend, aber: "Ich bin ohnehin meistens zu Hause - und die Party-Locations sind sowieso nicht mein Beritt..."