23. März 2020 / 14:18 Uhr

VfL trainiert wieder: "Sind im Austausch mit dem Gesundheitsamt und der Stadt"

VfL trainiert wieder: "Sind im Austausch mit dem Gesundheitsamt und der Stadt"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer sprach über den ersten Trainingstag nach der Corona-Auszeit
VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer sprach über den ersten Trainingstag nach der Corona-Auszeit © Foto: Archiv/Montage
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Unter sehr speziellen Bedingungen hat beim VfL Wolfsburg wieder der Trainingsbetrieb begonnen. In kleinen Gruppen absolvierten die Profis nach einer Woche daheim am Montag Übungen auf dem Gelände - räumlich und zeitlich voneinander getrennt.

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Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat wie angekündigt am Montag das Training wieder aufgenommen. Am Vormittag trafen sich die Spieler in der VW-Arena, die in den vergangenen Tagen für den Trainingsbetrieb hergerichtet worden war. Keine der Übungen fand auf einem der Plätze statt, trainiert wurde in Kleingruppen hauptsächlich im Fitnessbereich.

"Wir sind aus dem Center zurück in die VW-Arena gezogen", erklärte Sportdirektor Marcel Schäfer dazu via Skype in der Sky-Sendung "Mein Verein". Man habe "die Mannschaft in Gruppen eingeteilt und jeder Gruppe einen Trainer und einen Physiotherapeuten zugeteilt." Alle Regeln des "Social Distancing" seien dabei eingehalten worden, zudem befinde sich der Verein "im Austausch mit dem Gesundheitsamt und der Stadt."

So läuft beim VfL das Training mit Abstand

Koordinationstraining im Kraftraum: Yannick Gerhardt Zur Galerie
Koordinationstraining im Kraftraum: Yannick Gerhardt ©

Die Trainingsgruppen wurden dabei nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich voneinander getrennt, starteten mit ihrem Programm ab 9 Uhr jeweils um zwei Stunden versetzt. Zudem wurde bei allen Spielern Fieber gemessen, alle Spieler bekam eine eigene Dusche zugewiesen, die nach jeder Benutzung desinfiziert wird. VfL-Manager Jörg Schmadtke hatte bereits am Sonntag begründet, warum in Wolfsburg wieder gemeinsam trainiert wird: "Aktuell ist der Stand, dass ab dem 2. April wieder gespielt wird. Auch wenn das unrealistisch scheint, müssen wir es annehmen und uns darauf einstellen."

Die Spieler kamen mit den veränderten Bedingungen gut zurecht. „Natürlich möchten wir alle lieber Fußball spielen, aber wir müssen die Situation jetzt so annehmen", so Daniel Ginczek. "Es ist unser Job, uns weiter fit zu halten – egal ob zuhause oder in kleinen Gruppen zusammen wie jetzt gerade. Jede Gruppe hat zeitlich versetzt eine Einheit im Kraftraum absolviert, wir haben die Beine und den Rumpf trainiert. Der Verein hat alle erdenklichen Maßnahmen getroffen, was die Hygiene angeht. Die Räume im Stadion sind sehr groß, für jede Gruppe gibt es eine eigene Kabine, in der die Spieler weit auseinander sitzen. Jeder hat seine eigenen Utensilien wie Handtuch, Blackroll oder Matte.“

Mit diesen Übungen können Amateurfußballer sich zu Hause fit halten:

#GABFAF-Reporter René Wenzel zeigt Dir die Übungen Schritt für Schritt mit einer genauen Erklärung. Zur Galerie
#GABFAF-Reporter René Wenzel zeigt Dir die Übungen Schritt für Schritt mit einer genauen Erklärung. ©

Anlässlich der Wiederaufnahme des Trainings habe man auch mit der Mannschaft kurz über finanzielle Auswirkungen der Corona-Krise gesprochen. Zum einen machen sich die Klubs Gedanken über ihre wirtschaftliche Zukunft, zum anderen engagieren sich immer mehr Profis in Initiativen wie "We kick Corona". Schäfer geht davon aus, "dass sich auch die Spieler Gedanken machen, wie man einer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden kann." Der VfL sei dazu "mit Spielern und Mannschaftsrat im Austausch, dieses Thema wurde angesprochen."

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Wegen der unklaren wirtschaftlichen Perspektive und der aktuellen Problemlagen, so Schäfer, seien mittelfristige Planungen im Moment schwierig. "In der ganzen letzten Woche haben wir uns damit auseinandergesetzt, wie wir in dieser Woche den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen, das hat viel Zeit in Anspruch genommen", dabei sei "normalerweise jetzt die Zeit, in der man sich intensiv mit der Kadersituation auseinandersetzt."

Ganz oben auf der VfL-Tagesordnung würde da eigentlich Robin Knoche stehen, der Vertrag des Innenverteidigers läuft zum Saisonende aus. Schäfer bestätigte, dass man dem 27-Jährigen ein Angebot gemacht habe. "Sicher wird das Thema in naher Zukunft wieder aufgenommen."

Auch für die VfL-Fußballerinnen hätte am Montag das Training auf dem Vereinsgelände wieder aufgenommen werden sollen - der Verein entschied allerdings am Wochenende, die gemeinsamen Übungseinheiten um mindestens eine weitere Woche zu verschieben, die inviduellen Trainingspläne für die Spielerinnen wurden entspechend erweitert,

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