29. April 2021 / 14:17 Uhr

Wolfsburgs Mbabu: Auch in der Mannschaft ist die Trainerdiskussion Thema

Wolfsburgs Mbabu: Auch in der Mannschaft ist die Trainerdiskussion Thema

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Szene aus dem Spiel VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund
Szene aus dem Spiel VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund © Roland Hermstein
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Das Trainer-Karussell dreht sich rasant - mittendrin Oliver Glasner, der heißbegehrte Coach des VfL Wolfsburg. Und die Profis des Fußball-Bundesligisten lassen die Spekulationen um die Zukunft des Österreichers nicht kalt.

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Julian Nagelsmann wechselt zur neuen Saison von RB Leipzig zu Bayern München, Jesse Marsch von RB Salzburg zu RB Leipzig, Matthias Jaissle vom FC Liefering zu RB Salzburg - und dass Oliver Glasner über den Sommer hinaus Coach des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten bleibt, wird immer unwahrscheinlicher. Das Trainer-Karussell dreht sich rasant. Das lässt auch die VfL-Profis nicht kalt, wie Rechtsverteidiger Kevin Mbabu verrät.

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Aufgrund einer Ausstiegsklausel könnte Glasner den VfL am Saisonende verlassen, mit Klubs wie Bayer Leverkusen oder Eintracht Frankfurt, die ab Sommer beide neue Trainer brauchen, wird der Österreicher bereits in Verbindung gebracht. Als Kandidaten für die Glasner-Nachfolge sind Ex-Bayern-Star Mark van Bommel, Dortmunds Edin Terzic und U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz im Gespräch. Spekulationen, in der heißen Phase der Saison, die auch die Spieler beschäftigen. "Wir reden ein bisschen darüber, weil es die Aktualität ist", sagt Mbabu, der 2019 (von den Young Boys Bern) zusammen mit Glasner zum VfL gekommen war.

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Doch allzu sehr dürfen sich die Wolfsburger mit dem Drumherum nicht beschäftigen, schließlich haben sie noch drei wichtige Spiele im Kampf um die Champions-League-Teilnahme vor der Brust. "Wir machen unseren Job wie immer", versichert der schweizerische Nationalspieler vor den Partien gegen Union Berlin (8. Mai, 15.30 Uhr), bei RB Leipzig und gegen den FSV Mainz 05. Denn eines ist auch klar: Sowohl der Coach als auch die Profis "haben alle dasselbe Ziel, nämlich die Champions League zu erreichen", betont Mbabu. "Und danach schauen wir, was mit dem Trainer passiert."

Bis zur Königsklasse ist es aber noch ein weiter Weg, der Vorsprung auf Nicht-Champions-League-Platz fünf, den der BVB belegt - und der mal elf Zähler Rückstand auf den VfL hatte - ist auf gerade einmal zwei Pünktchen geschmolzen. "Wenn wir sicher in die Champions League wollen, müssen wir aus den letzten drei Spielen neun Punkte holen", weiß Mbabu. Dann könne er genauso wie seine Kollegen "mit einem breiten Grinsen in den Urlaub fahren". Ein richtungweisendes Spiel könnte das nächste sein: Während der VfL gegen Union antritt, hat Dortmund RB Leipzig zu Gast - und könnte da durchaus Punkte liegen lassen. "Wir müssen auf uns schauen", fordert Mbabu. "Wenn wir unseren Job machen, ist es egal, was Dortmund und auch Frankfurt machen. Wir müssen die drei Punkte holen, das ist das Wichtigste."

Zuletzt hatten die Wolfsburger drei (alle gegen Top-Mannschaften) von vier Partien knapp verloren. "Wir können nicht jedes Spiel gewinnen und zu null spielen. Niederlagen passieren manchmal", sagt der 26-Jährige. Dennoch sei die Stimmung "immer noch super", denn der VfL habe bisher "eine richtig gute Saison gespielt". Und nicht nur das: Obwohl es im Kampf um die Königsklasse wieder enger geworden ist, sind die Wolfsburger als Drittplatzierter in der Pole Position. "Wir haben alles in unseren Händen", betont Mbabu.

Darum wechselten die Trainer des VfL Wolfsburg

1997/98: Aufstiegstrainer <b>Willi Reimann</b> wurde im Team respektiert, herzlich war sein Umgang mit den Spielern nie. Nach der Winterpause wurden Risse sichtbar; als die WAZ enthüllte, dass Manager Peter Pander Reimanns Defizite im Umgang mit den Spielern ausgleichen sollte, war der Trainer sauer („Dann kann ich ja hinwerfen“), der VfL nahm die Aussage als Rücktritt. Uwe Erkenbrecher wurde für ein Spiel Interimscoach, dann folgte <b>Wolfgang Wolf</b>, der mit drei 1:0-Siegen in Folge startete. Zur Galerie
1997/98: Aufstiegstrainer Willi Reimann wurde im Team respektiert, herzlich war sein Umgang mit den Spielern nie. Nach der Winterpause wurden Risse sichtbar; als die WAZ enthüllte, dass Manager Peter Pander Reimanns Defizite im Umgang mit den Spielern ausgleichen sollte, war der Trainer sauer („Dann kann ich ja hinwerfen“), der VfL nahm die Aussage als Rücktritt. Uwe Erkenbrecher wurde für ein Spiel Interimscoach, dann folgte Wolfgang Wolf, der mit drei 1:0-Siegen in Folge startete. ©

Doch nun haben die Profis erst mal drei Tage frei - und Zeit, sich vor dem Endspurt "physisch und mental zu erholen". Und Mbabu kann seinen Arm ausruhen. Beim Bundesliga-Spiel in Augsburg Anfang Februar, offenbar bei einem Zweikampf mit Florian Niederlechner, war er zu Boden gegangen, der Arm schmerzte. Die Diagnose gab's nach dem Spiel: Der rechte Unterarm ist gebrochen. Seitdem spielt der 26-Jährige mit einer Schiene. "Ich muss noch bis zum Saisonende und wahrscheinlich auch bei der Europameisterschaft mit der Schiene spielen und trainieren", sagt Mbabu. Das sei gar nicht so einfach, wie er erklärt: "Normalerweise benutze ich meinen linken Arm an der Linie, um mich durchzusetzen." Aber es geht bergauf, "meinem Arm geht's schon viel besser".