20. Dezember 2020 / 20:41 Uhr

Wolfsburg nach Corona-Schock auf Platz vier: "Können echt zufrieden sein!"

Wolfsburg nach Corona-Schock auf Platz vier: "Können echt zufrieden sein!"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der VfL Wolfsburg ist nach dem letzten Liga-Spiel des Jahres Vierter
Der VfL Wolfsburg ist nach dem letzten Liga-Spiel des Jahres Vierter © Swen Pförtner/dpa
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Mit einem 1:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart schloss der VfL Wolfsburg das Bundesliga-Jahr ab - dabei waren die Voraussetzungen alles andere als gut. Fünf Corona-Ausfälle hatten einiges durcheinandergewirbelt.

Das an Merkwürdigkeiten reiche Corona-Jahr 2020 hatte sich offenbar für sein allerletztes Bundesliga-Spiel noch ein paar kräftige Schlusspointen aufgespart: Einen Tag vor der Partie gegen den VfB Stuttgart mussten gleich fünf (!) Profis des VfL Wolfsburg in Quarantäne, vier davon waren eigentlich für die Startelf vorgesehen. Die neu zusammengestellte Mannschaft bot gegen den Aufsteiger am Sonntagabend ein wildes, aber engagiertes Spielund gewann durch einen doppelt abgefälschten Freistoß von Josip Brekalo mit 1:0 (0:0).

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Damit feiert der VfL Weihnachten auf dem Champions-League-Platz vier – und hat jetzt fünf Heimspiele nacheinander gewonnen! „Wenn man sieht, war alles passiert ist, war das eine herausragende Mannschaftsleistung“, so Stürmer Wout Weghorst nach dem Abpfiff. Die VfL-Profis erfuhren am Sonntagmorgen, dass Maximilian Arnold und Jerome Roussillon wegen einer Covid-Infektion ausfallen werden – und dass außerdem noch Xaver Schlager, Maximilian Philipp und Tim Siersleben als enge Kontaktpersonen eingestuft und vom Gesundheitsamt ebenfalls in Quarantäne geschickt wurden.

<b>Koen Casteels</b>: War zur Stelle, wenn er gefordert war. Hatte in der zweiten Halbzeit Glück, dass Gonzalez den Ball vor dem Tor fahrlässig vergab. - Note: 3
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Koen Casteels: War zur Stelle, wenn er gefordert war. Hatte in der zweiten Halbzeit Glück, dass Gonzalez den Ball vor dem Tor fahrlässig vergab. - Note: 3 ©

„Wenn man sich den Tagesablauf mit den ganzen Strapazen anschaut“, so VfL-Nationalspieler Ridle Baku, „dann können wir echt zufrieden sein mit dem Ausgang und mit dem vierten Platz.“ Strapazen waren es vor allem für Trainer Oliver Glasner, der seit Samstagnachmittag an einer neuen Startelf basteln musste. Dass für Roussillon, Arnold und Schlager positionsgetreu Paulo Otavio, Josuha Guilavogui und Yannick Gerhardt in die Anfangsformation rückten, war naheliegend. Etwas überraschender: Bartosz Bialek feierte auf der Philipp-Position als hängende Spitze sein Startelf-Debüt.

„Man hat gemerkt, dass ein paar Spieler nicht im Rhythmus sind, die Kräfte sind am Ende ein bisschen geschwunden“, so Glasner. „Das waren schwierige eineinhalb Tage für uns alle“, aber wenn man dann so einen Sieg einfährt, „muss man der Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen“. Weghorst sah es ähnlich: „Du kommst am Morgen hierher, dann hörst du das alles, dann weißt du plötzlich, wie viele Stammspieler ausfallen. Dann musst du das eben als Mannschaft lösen.“

Dass es trotz des Corona-Schocks drei Punkte gab, war auch „ein bisschen das Glück des Tüchtigen“, wie Glasner meinte. Denn Brekalos Freistoß wurde von Orel Mangala und Silas Wamangituka abgefälscht, ehe er den Weg ins Tor fand. Schon bei seinem ersten Saisontor in Freiburg hatte der Kroate per abgefälschtem Freistoß getroffen. Zufall? Nicht nur, findet Glasner: „Wir haben immer mehr Freistöße in dieser Region, dort ist es immer gefährlich. Das Wichtigste ist, erst einmal das Tor zu treffen. Und Josip hat einen kontrollierten Schuss. Dass es diesmal Glück war, darüber müssen wir nicht reden.“

Wenige Minuten nach dem Tor musste Brekalo raus – weil ihm nach einem Zusammenprall mit Mangala die Luft weggeblieben war. „Er hat immer noch Probleme, Luft zu bekommen“, berichtete Glasner eine halbe Stunde nach Abpfiff. „Wir hoffen, dass es nicht noch schlimmer ist. Denn dann hätten wir noch einen Ausfall mehr...“