28. Juli 2020 / 20:30 Uhr

Wolfsburg-Neuzugang Pauline Bremer: Mit den Wilden Kerlen fing es an

Wolfsburg-Neuzugang Pauline Bremer: Mit den Wilden Kerlen fing es an

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Pauline Bremer kam von Manchester City zum VfL
Pauline Bremer kam von Manchester City zum VfL © Britta Schulze / Getty Images
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Nach fünf Jahren im Ausland kehrt Pauline Bremer in die Bundesliga zurück. Beim VfL Wolfsburg sucht die ehemalige Potsdamerin eine Herausforderung - und trifft viele gute Bekannte wieder.

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Angefangen hatte alles mit dem Kinderfilm "Die Wilden Kerle". Als Pauline Bremer den Film zum ersten Mal sah, war sie neun Jahre alt. Der Film, so der Neuzugang des VfL Wolfsburg, habe sie inspiriert, mit dem Fußball anzufangen. "Den habe ich zusammen mit meinen Schwestern geschaut und fand den total cool. Danach war ich jede Sekunde auf dem Platz und wollte einfach so kicken wie die, ich hatte quasi ein richtiges Wilde-Kerle-Fieber", gibt die Nationalspielerin zu.

Ihr Werdegang seitdem kann sich sehen lassen: 2005 heuerte die gebürtige Ossenfelderin bei der SVG Göttingen 07 an. Von dort aus ging es 2012 zu Turbine Potsdam, wo sie zu einer gestandenen Bundesliga-Spielerin reifte. Sie überzeugte so sehr, dass 2015 sogar Olympique Lyon anklopfte. Mit den Französinnen gewann Bremer 2016 und 2017 jeweils das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. 2017 wechselte Bremer dann in einem Tauschgeschäft zu Manchester City.

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VfL-Neuzugang Lena Oberdorf (M.). Zur Galerie
VfL-Neuzugang Lena Oberdorf (M.). © Britta Schulze

Fünf Jahre Ausland - das reicht erst einmal. Beim frisch gebackenen Double-Gewinner unterschrieb die deutsche Nationalspielerin einen Vertrag bis 2023. "Das war eine sehr gute Zeit, aber ich hatte das Gefühl, es wäre schön, jetzt auch wieder nach Deutschland zu kommen und hier zu leben. Der VfL hat mich mit seinem Konzept sofort überzeugt, mit der Sieger-Mentalität identifiziere ich mich", freut sich Bremer.

Dass sie in Wolfsburg bereits einige Spielerinnen kennt, mache die Eingewöhnung einfacher, vor allem Felicitas Rauch spielte im Vorfeld eine große Rolle. Bremer: "Feli kenne ich seit ich 11 bin, wir sind sehr gut befreundet und haben auch bei Turbine schon zusammen gespielt. Die hat schon häufiger mal nachgefragt und sich am Ende sehr gefreut, dass ich beim VfL unterschrieben habe. Und meine Familie freut sich auch, denn es ist ja jetzt nicht mehr so weit weg."

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Bremer ist flexibel einsetzbar, sieht sich aber am liebsten "vorne drin. Bei City bin ich auch als Nummer 9 aufgelaufen, spiele aber auch gerne mit zwei Sturmspitzen. Früher habe ich auch über Außen gespielt, Hauptsache in der Offensive." Ansprüche stellen will die 24-Jährige aber noch nicht. "Das kann man in so einem Team auch nicht, wir sind super aufgestellt und haben viele Top-Spielerinnen. Aber natürlich will ich viel Spielzeit haben und im Training alles geben. Ich wollte unbedingt noch einmal eine neue Herausforderung, einen Schritt machen und mich verbessern, persönlich sowie sportlich. Mit diesem Kader wird man jeden Tag gefordert."

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Ihr neues Kapitel in Wolfsburg direkt mit dem Champions-League-Endturnier zu beginnen, sei "eine besondere Situation, auch gerade für uns Neuzugänge wird das jetzt ein ziemlich schneller Start." 2016 (Lyon siegte im Finale gegen den VfL, Bremer spielte 86 Minuten als Rechtsverteidigerin) und 2017 gelang ihr der Triumph in der Königsklasse bereits, mit dem VfL soll jetzt das dritte Mal folgen. Bremer hatte knapp viereinhalb Monate Pause, denn in England wurden die Wettbewerbe nach dem Corona-Ausbruch abgebrochen. Ihre Frische wird dem VfL helfen, chancenlos sieht sie ihr neues Team jedenfalls nicht: "Lyon ist jedes Jahr der Favorit, sie sind weiterhin die Mannschaft, die man schlagen muss. Wolfsburg war aber in den vergangenen Jahren auch mehrfach knapp davor. Wir freuen uns alle riesig drauf."