05. November 2021 / 19:33 Uhr

Wolfsburgs Nmecha im Nationalteam: "Jetzt geht's für ihn erst los!"

Wolfsburgs Nmecha im Nationalteam: "Jetzt geht's für ihn erst los!"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Steht vor seinem ersten Länderspiel: Lukas Nmecha vom VfL Wolfsburg könnte sein Flick-Debüt ausgerechnet in Wolfsburg feiern.
Steht vor seinem ersten Länderspiel: Lukas Nmecha vom VfL Wolfsburg könnte sein Flick-Debüt ausgerechnet in Wolfsburg feiern. © imago images/Matthias Koch
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Am Samstag mit dem VfL Wolfsburg Liga-Alltag - und dann geht es für Lukas Nmecha zur Nationalmannschaft. Der Stürmer ist voller Vorfreude, beim VfL freuen sie sich mit ihm.

Der VfL Wolfsburg will am Samstag (15.30) Uhr gegen den FC Augsburg den dritten Sieg im dritten Spiel unter dem neuen VfL-Trainer Florian Kohfeldt einfahren, danach dürfen die Nicht-Nationalspieler des Fußball-Bundesligisten ein bisschen Durchpusten. Lukas Nmecha darf das jedoch nicht. Der zuletzt so stark aufspielende Angreifer steht vor seinem Nationalelf-Debüt, Bundestrainer Hansi Flick hat den Stürmer erstmals berufen, was nicht nur Nmecha, sondern auch die VfL-Verantwortlichen um Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer freut.

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„Ehre sei Gott“, so die erste Reaktion des gläubigen Nmecha bei Instagram, dazu ein Foto mit dem DFB-Kader. Der Torjäger ist total happy, beim VfL sind sie es auch. Gerade Schäfer hatte Nmecha nie aus den Augen verloren, nachdem der Stürmer bei seiner Ausleihe im zweiten Halbjahr 2019 in Wolfsburg nicht gezündet hatte. Nmecha hatte damals nicht die Spielpraxis bekommen, die er sich wünschte. Aber: Nmecha ist mit dem Nmecha aus 2019 nicht mehr zu vergleichen, er ist reifer geworden, fokussierter und vor allem torgefährlicher, wie er in dieser Spielzeit mehrmals unter Beweis gestellt hat. Zudem erfährt er beim VfL jetzt eine größere Wertschätzung. „Die hat er sich erarbeitet“, lobt Schäfer. „Er hat im Klub gute Leistungen gebracht, daher finde ich, dass er sich diese Nominierung jetzt total verdient hat.“

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Der 22-Jährige könnte bei einem Einsatz der vierte Debütant in Flicks noch kurzer Amtszeit werden. "Mit Timo Werner fällt unser zentraler Stürmer aus. Ich habe die letzten Spiele von Lukas gegen Freiburg und Salzburg gesehen. Was mir an ihm sehr gut gefällt, ist, dass er sehr aktiv ist und auch den Ball gut halten kann. Er geht auch gute Wege und hat mit seinem schönen Tor gegen Salzburg unterstrichen, dass er auch Tore machen kann. Und das sind Dinge, die gerade als zentraler Stürmer wichtig sind", sagte Flick über Nmecha, der vor seiner Zeit in der deutschen U21 in den U-Nationalmannschaften für England gespielt hatte. Als Nmecha neun war, wanderte seine Familie auf die Insel aus, er spielte dort von der U16 bis zur U21 für England. Größter Erfolg in dieser Zeit: der Gewinn der U19-Europameisterschaft 2017 in Georgien. Deutschlands Ex-U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz (jetzt türkischer Nationaltrainer) überzeugte den Angreifer von einem Verbandswechsel - und so spielt der Wolfsburger seit 2019 für die DFB-Auswahl.

Nmecha wäre der 18. deutsche A-Nationalspieler des VfL. Mit seinem sehenswerten Siegtor zum 2:1 am Dienstagabend beim Champions-League-Spiel gegen Salzburg hatte er vor den Augen des Bundestrainers allerbeste Werbung in eigener Sache betrieben. Jetzt folgte für den U21-Europameister mit der Nominierung die Belohnung. Besonders schön: Nmechas erstes A-Länderspiel könnte ausgerechnet in Wolfsburg steigen, denn das Flick-Team spielt am 11. November (20.45 Uhr, live bei RTL) in der WM-Quali gegen Liechtenstein in der VW-Arena, am 14. November geht’s dann nach Armenien (18 Uhr, live bei RTL). Schäfer: „Dass er jetzt sein Debüt quasi zu Hause feiern könnte, ist schon eine besondere Konstellation und total schön für den Jungen. Wir freuen uns riesig mit Lukas, weil wir auch wissen, dass es sowohl für uns als auch für ihn ein Ziel war, diesen Schritt machen zu können.“

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Schon vor den Länderspielen Anfang Oktober war über eine Nmecha-Nominierung spekuliert worden - mit zwölf Toren in 20 Spielen für die U21-Auswahl (inklusive Siegtor im EM-Finale) hatte der gebürtige Hamburger bereits beste Referenzen vorzuweisen. Jetzt kann der Traum vom ersten A-Länderspiel Wirklichkeit werden. „Gleichwohl sollte diese Nominierung für ihn noch mehr Ansporn sein, noch mehr an sich zu arbeiten. Denn erst jetzt geht es ja für ihn auf Nationalmannschafts-Ebene los“, sagt Schäfer, der einst das DFB-Trikot hatte tragen dürfen.

In gut einem Jahr steigt in Katar die WM, Nmecha hatte das Turnier zuletzt häufiger als persönliches Ziel genannt. Mit Leistungen wie in den letzten Wochen darf er sich trotz großer Konkurrenz im DFB-Team berechtigte Hoffnungen machen. Schäfer will nicht so weit nach vorn schauen: „Erst einmal hat er sich diese Nominierung verdient. Wichtig ist für mich, dass er weiterhin hart an sich arbeitet. Alles andere wird von allein kommen.“

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