09. Mai 2019 / 10:28 Uhr

VfL Wolfsburg: Oberbürgermeister will den Erfolg der Frauen stärker nutzen

VfL Wolfsburg: Oberbürgermeister will den Erfolg der Frauen stärker nutzen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Klaus Mohrs will den VfL-Erfolg nutzen
Klaus Mohrs will den VfL-Erfolg nutzen © imago images / Nordphoto
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Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs ist großer Fan der Frauenmannschaft des VfL Wolfsburg. Im SPORTBUZZER-Interview fordert er, dass der Erfolg des Doublegewinners noch stärker genutzt werden muss.

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Sport-Fan ist Klaus Mohrs sowieso. Wenn es in Wolfsburg um Tore, Siege und Punkte geht, ist der Oberbürgermeister oft vor Ort. Großte Aufmerksam gilt dem Eishockey, beim DEL-Klub Grizzlys Wolfsburg ist er Aufsichtsrats-Vorsitzender. Seine Leidenschaft aber sind die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg, die in dieser Saison zum dritten Mal in Folge das Double eingefahren haben - und die am Sonntag rund ums Heimspiel gegen Turbine Potsdam feiern werden.

Herr Mohrs, wie ist diese Saison der VfL-Fußballerinnen einzuordnen?

Es war fußballerisch sicher eine der besten, die sie je gespielt haben, mit zum Teil herausragenden Leistungen - aber auch mit einem Durchhänger zur falschen Zeit in den beiden Spielen gegen Lyon. Allerdings hat die Reaktion unmittelbar danach, der Sieg im Pokal-Halbfinale in München, auch gezeigt, was für einen Charakter dieses Team hat.

Wie wichtig sind die Fußballerinnen als Repräsentantinnen der Stadt?

Enorm wichtig. Ich hatte am Mittwoch eine Veranstaltung außerhalb von Wolfsburg, da wurde ich sofort auf die Fußballerinnen angesprochen und beglückwunscht. Ich sage ja schon seit Jahren: Frauenfußball hat an Bedeutung enorm gewonnen. Das wird extrem wahrgenommen. Zum einen, weil es sportlich erfolgreich ist, zum anderen aber auch, weil die Mannschaft viel Sympathie ausstrahlt. Meine Erwartung und meine Forderung ist, dass wir das noch viel mehr nutzen.

Wie?

Die VfL-Frauen müssen eine ausgesprochen gute Infrastruktur bekommen. Da ist der VfL auf nationaler Ebene konkurrenzfähig, auf internationaler eher nicht. Das ist eine Frage, mit der man sich beschäftigen muss. Was ebenfalls wichtig ist: Was bedeutet der VfL-Erfolg eigentlich für den Mädchenfußball? Tun wir genug, um Mädchen das Fußballspielen zu erleichtern? Das fängt ja manchmal bei ganz einfachen Dingen wie der Frage nach Umkleidekabinen an. Meine Erwartung und meine Forderung ist, dass wir uns damit noch viel systematischer beschäftigen - und die Chancen nutzen müssen, die sich durch so eine Vorzeigemannschaft in der Stadt ergeben. Ich wünsche mir, dass der Stellenwert des Frauenfußballs auch von denen begriffen wird, bei denen das bisher noch nicht so der Fall war.

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Wer ist da gefordert?

Die Fußballverbände, aber natürlich auch die Stadt. Damit wir uns richtig verstehen: Wir schlafen da nicht, ich habe gerade erst mit dem NFV-Kreisvorsitzenden Stefan Pinelli darüber gesprochen, da bewegt sich schon etwas in die richtige Richtung.

Und die VfL-Frauen dürfen irgendwann komplett ins Porschestadion ziehen, wenn endlich ein neues Nachwuchsleistungszentrum errichtet wird?

Das ist vor allem eine wirtschaftliche Frage. Aber natürlich sollten wir auch diese Weiterentwicklung mit Nachdruck betreiben, das ist ein Auftrag, den uns die Mannschaft mit ihren Erfolgen gibt.

Dreimal in Folge gab es jetzt das Double - wird der VfL das Maß aller Dinge im deutschen Frauenfußball bleiben?

Ich kenne ja viele Spielerinnen, und ich bin begeistert, wie hungrig sie immer wieder sind. Natürlich gibt es jetzt einen personellen Aderlass, vor allem Nilla Fischer und Caro Hansen werden uns fehlen, aber neue Spielerinnen bringen vielleicht auch wieder die frischen Impulse, die die Mannschaft braucht. Ich mache mir da keine Sorgen - die spielerische Qualität ist da, die Persönlichkeiten sind da - wir werden uns auch die kommende Saison freuen können.

Aber erst einmal wird diese Saison gefeiert.

Ja, und ich freue mich darauf, dass wir das am Sonntag direkt am AOK-Stadion tun. Das ist die gute Stube des Frauenfußballs in Wolfsburg, die Fans müssen sich nicht extra auf den Weg zum Rathaus machen - es war eine gute Entscheidung, das diesmal so zu machen.

Wenn ich Sie jetzt frage, ob Sie dabei sind, sind Sie beleidigt, oder?

Ja (lacht), das ist doch keine Frage. Die Spiele und die Termine mit den VfL-Fußballerinnen werden immer sofort in meinem Kalender geblockt und haben auch von meiner inneren Einstellung her immer Priorität.

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