11. Dezember 2021 / 21:30 Uhr

Wolfsburg ohne Gegenwehr in die Krise: Da wundert sich sogar der Gegner

Wolfsburg ohne Gegenwehr in die Krise: Da wundert sich sogar der Gegner

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Stuttgarter Sieg in Wolfsburg: Philipp Förster jubelt über seinen Treffer, Maximilian Arnold ist frustriert.
Stuttgarter Sieg in Wolfsburg: Philipp Förster jubelt über seinen Treffer, Maximilian Arnold ist frustriert. © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Sogar dem Gegner fiel auf, dass der VfL Wolfsburg beim 0:2 gegen Stuttgart "keine Gegenwehr" gezeigt habe. Die Krise der Wölfe geht weiter. Maximilian Arnold sagte: "Vom Quatschen wird's nicht besser."

Ja, er habe sich schon gewundert, gab Philipp Förster nach dem Abpfiff zu. Der Torschütze zum Endstand beim 2:0-Sieg des VfB Stuttgart beim VfL Wolfsburg kenne sich zwar beim Gegner nicht so aus, aber dieser sei irgendwie "nicht anwesend" gewesen, habe "keine Gegenwehr gezeigt", das sei alles "zu wenig für einen Verein wie den VfL Wolfsburg".

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Es ist bezeichnend, wenn zwei Sätze des Gegners so genau treffen. Es war beim VfL vom allem zu wenig. Zu wenig Plan nach vorn, zu wenig Konsequenz nach hinten. Die Partie gegen die Schwaben, denen der erste Auswärtssieg der Saison gelang, setzt damit die Reihe der zuletzt traurigen VfL-Spiele fort. Nicht nur, weil fünf davon nacheinander verloren gingen. Sondern auch, weil von der dringend benötigten Leistungs-Trendwende nichts zu sehen war.

Noten und Einzelkritik zum Spiel des VfL Wolfsburg gegen Stuttgart

<b>Koen Casteels: </b> Bei den Gegentoren ohne Chance. Note: 4 Zur Galerie
Koen Casteels: Bei den Gegentoren ohne Chance. Note: 4 ©

"Keine Ahnung, was ich dazu noch sagen soll; wir tun und machen, aber es gelingt einfach nichts" – der letzte Satz von Maximilian Arnold im Interview mit Sky-Reporter Yannick Erkenbrecher passte zu der Ratlosigkeit, die auch im Wolfsburger Spiel zu sehen war. Zuvor hatte Arnold – und das ehrenwert – zumindest noch versucht, Sinnvolles über das Spiel zu sagen: "Mit der ersten Chance geht Stuttgart 1:0 in Führung, wir kriegen das Scheiß-Ding nicht ins Tor rein, somit stehen wir wieder mit leeren Händen da. Wir sind in einer Phase, in der nichts gelingt." Und er schaut auf das Heimspiel am Dienstag gegen Köln: "Wir haben die Möglichkeit, in drei Tagen des Ding wieder in eine positive Richtung zu drehen. Alles andere können wir eh nicht beeinflussen."

Auch für Torwart und Kapitän Koen Casteels ist klar: "Wir sind in einer schwierigen Phase. Wir kämpfen, wir tun – aber in so einem Moment kommen die einfachen Pässe nicht an. Dann ist kein Selbstvertrauen da, dann sieht es so aus, als könnten wir gar kein Fußball mehr spielen.“ Ein Kopfproblem, denn: "Wir haben mehr im Kopf ,Soll ich das machen?' – als es einfach zu machen". Nun sei der einzige Ausweg, "hart zu arbeiten und als Mannschaft zusammenzustehen".

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Lothar Matthäus fand derweil klare Worte. Er sei "schockiert" über die VfL-Leistung, so der Ex-Nationalspieler am Sky-Mikrofon. "In dieser Mannschaft steckt so viel Potenzial, aber sie bringen es einfach nicht auf den Platz." Das Ergebnis sei darum "nicht allein der Stärke der Stuttgarter" zuzuschreiben, "sondern vor allem der Schwäche der Wolfsburger". Und kritisierte vor allem den fehlenden Mut nach vorn, der erst in der Schlussphase zu erkennen gewesen sei.

Das allerdings wollte Florian Kohfeldt so nicht stehen lassen. "Ich gehe nicht mit, wenn es heißt, dass wir keine Torchancen hatten", sagt der VfL-Trainer und zählte auf, dass der Gegner neben den beiden Toren, dem vergebenen Elfer von Wolfsburg-Leihgabe Omar Marmoush "und einer Halbchance" wenig Gelegenheiten gehabt habe, während er "acht bis zehn Chancen für uns" habe zählen können. An seinem grundsätzlichen Fazit ändert das allerdings nichts. "Es war kein gutes Spiel von uns." Einzelne Spieler seien "von dem Niveau entfernt, dass sie sonst spielen können". Und: "Wir müssen besser in kleinen Situationen verteidigen", was vor allem für die Gegentore gelte. Beim 0:1 hatte der VfL einen Spieler mehr auf dem Platz (Stuttgarts Massimo wurde behandelt), beim 0:2 "hätten wir die Chance gehabt, den Ball zu attackieren, als die Stuttgarter ihn in den Zwischenraum legten."

Ansonsten konnte Kohfeldt nicht viel mehr sagen als nach den letzten Spielen. Wie auch? Man brauche weiter "den Fokus und die Gier", und das "in jedem Spiel". Das nächste steht schon am Dienstag an, daheim gegen Köln. "Ich glaube an die Gruppe und an die Qualität", fügte Kohfeldt noch hinzu – ein Zweckoptimismus, den man ihm nicht übel nehmen kann. Ansonsten gilt das, was Mittelfeld-Mann Arnold im Sky-Interview auch noch sagte: "Vom Quatschen wird's nicht besser."

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