17. April 2019 / 14:30 Uhr

VfL Wolfsburg: Oliver Glasner lässt dominanten Fußball spielen

VfL Wolfsburg: Oliver Glasner lässt dominanten Fußball spielen

Engelbert Hensel und Tim Lüddecke
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Oliver Glasner soll in den kommenden Tagen beim VfL Wolfsburg unterschreiben.
Oliver Glasner soll in den kommenden Tagen beim VfL Wolfsburg unterschreiben. © imago images / GEPA pictures
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Er wird sehr wahrscheinlich neuer Trainer beim VfL Wolfsburg werden: So tickt der 44-jährige Österreicher Oliver Glasner, der aktuell noch beim Linzer ASK unter Vertrag steht.

Die Trainer-Suche des VfL Wolfsburg ist nach SPORTBUZZER-Informationen beendet, mit Oliver Glasner wurde ein Nachfolger von Bruno Labbadia auserkoren, der in den kommenden Tagen einen Vertrag beim Fußball-Bundesligisten unterschreiben soll. Der 44-jährige Österreicher trainiert aktuell noch den Linzer ASK, mit dem er eine herausragende Saison spielt. Im Sommer folgt nun sehr wahrscheinlich der Wechsel in die deutsche Bundesliga.

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1,5 Millionen Ablöse stehen im Raum

Neben dem VfL war auch der VfB Stuttgart stark an einer Verpflichtung interessiert, doch Glasner sagte den abstiegsbedrohten Schwaben ab. Auch der Linzer Coach ließ am Dienstag gegenüber der Kronen Zeitung erstmals durchblicken, sich mit einem Wechsel zu beschäftigen: „Erst hatte es nur Gerüchte gegeben, nun aber gibt es das Interesse von mehreren Klubs. Das ist für mich eine Auszeichnung.“ Dass er gleichzeitig erklärt, „noch hat sich beim LASK keiner gemeldet“, heißt allenfalls, dass seine Ausstiegsklausel noch nicht aktiviert wurde, kolportiert wird eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro.

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Der nächste Karriereschritt für Glasner

Für den finanzstarken VfL lediglich noch eine Formalie. Zudem befindet sich Jürgen Werner, sportlicher Berater des LASK, noch bis Ostern im Urlaub – unwahrscheinlich, dass der Deal vorher über die Bühne geht. Zuvor hatte sich Manager Jörg Schmadtke auch mit einer Verpflichtung von Marco Rose (wechselt von RB Salzburg zu Borussia Mönchengladbach), Ex-VfL-Coach Dieter Hecking (scheidet nach der Saison in Gladbach aus) und André Villas-Boas (ehemals u. a. FC Chelsea und Tottenham Hotspur) beschäftigt.

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Mit Glasner fiel die Wahl nun auf einen Mann, der in der Bundesliga noch weitestgehend unbekannt ist, sich in Österreich aber einen Ruf als ausgewiesener Fachmann und akribischer Arbeiter verschafft hat. Mit dem LASK steht er derzeit auf dem zweiten Tabellenplatz hinter Krösus RB Salzburg – viel mehr ist in Österreich kaum möglich. Auch deshalb wird der Trainer, der für seine realistischen Einschätzungen bekannt ist, zum Entschluss gekommen sein, den nächsten Karriereschritt zu machen.

Dabei hätte er schon durchaus früher in der Bundesliga landen können. Als Roger Schmidt 2014 als Coach von RB Salzburg zu Bayer Leverkusen wechselte, hätte er seinen damaligen Co-Trainer Glasner nur zu gern mitgenommen. Doch der entschied sich, trotz weitaus besserer Bezahlung in Leverkusen dazu, den Chef-Trainerposten beim SV Ried zu übernehmen, wo er bereits seine Karriere als Spieler (Innenverteidiger) – bis auf eine Saison beim LASK – verbracht hatte.

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Fannah, beliebt und umgänglich

Auch als erster Mann an der Seitenlinie ist er nach wie vor geprägt von der erfolgreichen RB-Philosophie, lässt dominanten Fußball spielen, so wie es die Wolfsburger Mannschaft auch unter Labbadia in dieser Spielzeit praktiziert. Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer war es wichtig, dass dieser Ansatz auch in der kommenden Saison weiterverfolgt wird. Die Linzer Mannschaft führte Glasner ab 2015 so von der zweiten Liga in der letzten Saison in die Europa-League-Quali (Aus gegen Besiktas) – und zu seinem Abschied womöglich sogar zur Vizemeisterschaft.

Ab Sommer könnte er dann mit dem VfL in der Bundesliga versuchen, sich einen Namen zu machen. Dass er in Österreich zudem als fannah, beliebt und sehr umgänglich gilt, wird ihm dabei sicherlich auch in Deutschland helfen.