03. Januar 2021 / 18:20 Uhr

Wolfsburg-Pleite beim BVB: "Gibt Dinge, die wir deutlich besser machen müssen"

Wolfsburg-Pleite beim BVB: "Gibt Dinge, die wir deutlich besser machen müssen"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ärgerte sich über die 0:2-Pleite in Dortmund: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer (r.).
Ärgerte sich über die 0:2-Pleite in Dortmund: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer (r.). © (c) Pool AP
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Für den VfL Wolfsburg gab's am Sonntagnachmittag bei Borussia Dortmund nichts zu holen - mit 0:2 unterlag der Fußball-Bundesligist beim Vizemeister. Sind die Großen sind eben doch noch eine Nummer zu groß?

Dass der VfL Wolfsburg bisher eine ganz starke Bundesliga-Saison spielt, ist unbestritten. Aber sind die großen Klubs des Oberhauses doch noch eine Nummer zu groß? Danach sah es nach der Niederlage im Dezember bei Bayern München auch am Sonntag beim 0:2 (0:0) bei Borussia Dortmund aus - wieder gab's keinen Sieg beim Angstgegner, wieder erzielte das Team von Trainer Oliver Glasner dort kein Tor. Der Coach erkannte aber auch: "Wir haben in München und Dortmund verloren, wir kommen diesen Mannschaften aber näher..."

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Elf Partien in Folge haben die Wolfsburger nun nicht gegen Dortmund gewonnen, der bisher letzte Sieg war das Pokalfinale 2015. Auch das Toreschießen klappt für Wolfsburg gegen den BVB nicht - es sind jetzt acht Duelle nacheinander, in denen der der VfL ohne Treffer blieb. "Wenn man aus Dortmund etwas mitnehmen will, muss man treffen", ärgerte sich Mittelfeld-Spieler Maximilian Arnold, der nach überstandener Corona-Infektion zurück in der Startelf war. Sportdirektor Marcel Schäfer fügte hinzu: "Wir sind gut ins Spiel reingekommen, haben Großchancen nicht genutzt. Es gibt Dinge, die wir deutlich besser machen müssen - etwa die Chancenverwertung." 21 Torschüsse hatte der VfL - aber dem BVB reichten 14 Torschüsse für zwei Treffer.

<b>Koen Casteels</b>: Da, wenn er gebraucht wurde – wie etwa bei den Chancen von Reus und Haaland, nur ein kleiner Patzer nach der Pause beim Herauslaufen. - Note: 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde – wie etwa bei den Chancen von Reus und Haaland, nur ein kleiner Patzer nach der Pause beim Herauslaufen. - Note: 2 ©

Der VfL legte richtig gut los, hatte zwei ganz dicke Möglichkeiten durch Xaver Schlager und Yannick Gerhardt in der Anfangsphase auf dem Fuß. Doch am Ende kehrten Wout Weghorst und Co. aus Dortmund wieder ohne Punkte nach Wolfsburg zurück. Weil sie nicht effizient genug waren und weil eine Standardsituation dem BVB reichte, um die Weichen auf Sieg zu stellen. Manuel Akanji hatte per Kopf getroffen. "Es ist bitter und ärgerlich, dass uns das so passiert ist", sagte VfL-Eigengewächs Arnold nach Schlusspfiff. "Aber man kann auch nicht alles verteidigen." Das 2:0 durch Jadon Sancho in der Nachspielzeit machte den Deckel drauf. "Ich bin enttäuscht über das Ergebnis", so Glasner. "Ich glaube auch, dass wir mehr verdient hatten. Wir hatten einen großartigen Start, wir haben gute Chancen kreiert. Danach hat man die Qualität des BVB gesehen."

Und so gab's für den VfL nach dem 1:2 in München auch die zweite Saisonniederlage gegen eines der Top-Teams. "Es ist klar, dass wir das Tempo nicht über 90 Minuten halten können, schließlich haben wir in Dortmund gespielt", merkte Arnold an, der mit einem anderen Spielverlauf gerechnet hätte, wenn der Knoten endlich geplatzt wäre und der VfL "ein Tor geschossen" hätte. Doch nach der Pause brauchten die Wolfsburger "zehn bis 15 Minuten", um wieder ins Spiel zu finden und auf die Umstellungen der Dortmunder zu reagieren.

Der VfL Wolfsburg in Dortmund - Die Bilder

VfL-Trainer Oliver Glasner vorm Spiel Zur Galerie
VfL-Trainer Oliver Glasner vorm Spiel ©

Am Ende reichte es nicht, auch wenn der VfL zum Schluss hin noch mal alles nach vorn warf, Daniel Ginczek, Bartosz Bialek und Weghorst auf den Ausgleich drängten. Doch den gab's nicht, stattdessen ging es ohne Punkte nach Hause - erst zum zweiten Mal in dieser Saison. Dortmund übernahm Platz vier vom VfL, die Wolfsburger rutschten hingegen auf Rang sechs ab. Glasner wollte sich nicht so sehr mit dem Tabellenplatz beschäftigen: "Es ist der falsche Zeitpunkt, jetzt Bilanz zu ziehen, weil bei mir die Enttäuschung noch da ist. Ich akzeptiere Niederlagen sehr ungern." Sportdirektor Schäfer befand dagegen, dass "nach dem 14. Spieltag die Tabelle schon eine gewisse Aussagekraft" hat. Mit dem bisherigen Saisonverlauf könne man zufrieden ist. "Wir haben ein erfolgreiches Jahr 2020 gespielt, sind jetzt leider nicht erfolgreich ins neue Jahr gestartet. Aber das wird uns nicht aus der Ruhe bringen."

Da schloss sich auch Arnold an: "Es war klar, dass wir die Saison nicht mit einer Niederlage beenden werden. Von daher heißt es jetzt, Mund abputzen und weitermachen." Und weiter geht's für die Wolfsburger mit zwei weiteren schweren Aufgaben. Am Samstag (15.30 Uhr) muss der VfL bei Überraschungsteam Union Berlin (Platz fünf) ran, eine Woche später gastiert Spitzenmannschaft RB Leipzig in der VW-Arena.