18. März 2018 / 22:02 Uhr

VfL Wolfsburg: Rebbe und das Gerüchte-Bingo

VfL Wolfsburg: Rebbe und das Gerüchte-Bingo

Andreas Pahlmann, Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Olaf Rebbe
In der Kritik: Der Sportdirektor des VfL Wolfsburg, Olaf Rebbe, steht vor dem Aus.
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Dass die Amtszeit von Olaf Rebbe als Sportdirektor des VfL spätestens am Saisonende vorbei ist, gilt beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten mittlerweile als offenes Geheimnis.

Beschlossen und verkündet ist es allerdings noch nicht. Und so muss sich der 39-Jährige immer wieder  Fragen zu seiner Zukunft gefallen lassen – auch rund ums 0:1 am Samstag gegen Schalke.

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Er habe, so berichtete Sky,  seinen Rücktritt angeboten – eine ähnliche Meldung hatte es bereits vor vier Wochen gegeben, Rebbe dementierte umgehend. Erneut mit dem Thema konfrontiert sagte er am Samstag: „Ich habe den Kollegen von Sky gesagt, dass ich mich nicht am Gerüchte-Bingo beteilige. Das ist nicht mein Thema. Es ist amüsant, dass ich innerhalb von Wochen gleich zweimal zurückgetreten bin, aber immer noch hier stehe. Das wundert mich ein bisschen, vielleicht gehört das dazu.“

Dass die Diskussion um die Zukunft von Rebbe (Vertrag bis 2019) zäh wirkt und Stoff für immer neue Gerüchte liefert, hat vor allem mit der instabilen Führungssituation des VfL zu tun. Der Klub sucht mindestens zwei neue Geschäftsführer, von denen einer entweder Rebbes neuer Chef wäre – oder, was erheblich wahrscheinlicher ist, seine Arbeit übernimmt. Und so wird diskutiert, öffentlich und hinter verschlossenen Türen: Wann kommt Rebbes Aus? Wer verkündet es? Und was passiert danach? All das, so der Sportdirektor, „zeigt auch, wie unruhig es hier um unseren Verein ist.“

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Koen Casteels: Kurz vor der Pause starke Parade gegen Nastasic, in der zweiten Halbzeit große Rettungstat gegen Embolo, ansonsten souverän aber nicht übermäßig beschäftigt. Beim Eigentor machtlos. - Note 2 ©

Solange der von VW dominierte Aufsichtsrat keine neues VfL-Führungspersonal vorstellt, wird das Gerüchte-Bingo weitergehen – nicht nur um Rebbes Aus, sondern auch um neues Personal. Jan Schindelmeiser (früher unter anderem Hoffenheim und Braunschweig) soll Interesse haben, ist aber kein echter Kandidat. Jörg Schmadtke galt lange als Favorit und soll Ex-96-Profi Jan Schlaudraff als Mitarbeiter mitbringen wollen – eine Idee, die nicht viele Befürworter hat. Und von Rouven Schröder (Mainz) über Michael Meeske (Nürnberg) bis Horst Heldt (Hannover) und Stefan Reuter (Augsburg) werden quer durch die Republik Namen gehandelt. Gerüchte-Bingo eben. Unruhe inklusive. „Das tangiert mich nicht wirklich“, sagt Rebbe zwar, aber seiner durch die sportliche Entwicklung ohnehin angeknacksten Autorität – nach außen wie nach innen – tut das nicht gut.

Im WAZ-Interview hatte Aufsichtsrats-Mitglied Hans-Gerd Bode zugegeben, „dass wir mehr sportliche Kompetenz in der Führungsstruktur brauchen.“ Als Angriff auf seine Person sieht Rebbe das nicht: „Ich fühle mich überhaupt nicht auf den Schlips getreten. Ich bin als Sportdirektor froh, wenn wir über Strukturen reden, wenn wir uns breiter und kompakter aufstellen als Verein. Da sind wir im konstruktiven Dialog.“

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Nimmt man es rein formal, wäre es ohnehin gesünder, wenn man erst einen neuen Sport-Geschäftsführer findet (der Geschäftsbereich liegt aktuell beim im Sommer ausscheidenden Wolfgang Hotze), und dieser dann Rebbes Aus entscheidet und/oder verkündet. Dass das noch eine Weile dauern kann, macht die Lage schwierig. Einfluss nehmen kann Rebbe darauf kaum: „Das ist nicht meine Aufgabe. Ich gebe alles, um den Verein bestmöglich aufzustellen und Input zu geben, bei den Themen, wo ich kann.“ Francisco Garcia Sanz, Vorsitzender des Aufsichtsrats, sei dabei „erster Ansprechpartner“, dazu komme die aktuelle Geschäftsführung mit Hotze und Tim Schumacher. „Das sind die beiden Gremien, mit denen ich mich unterhalte.“