05. September 2018 / 08:51 Uhr

Renato Steffen läuft heiß: "Wenn ich gute Leistungen zeige, brauchen wir keinen mehr"

Renato Steffen läuft heiß: "Wenn ich gute Leistungen zeige, brauchen wir keinen mehr"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kurz störte es ihn, dann antwortete er mit einem Tor: Renato Steffen sollte Maxwel Cornet vor die Nase gesetzt werden. Dass das nicht nötig ist, deutete sein Auftritt gegen Bayer Leverkusen an. 
Kurz störte es ihn, dann antwortete er mit einem Tor: Renato Steffen sollte Maxwel Cornet vor die Nase gesetzt werden. Dass das nicht nötig ist, deutete sein Auftritt gegen Bayer Leverkusen an.  © imago/Eibner
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Er wurde erst kürzlich Vater und blüht jetzt auch auf dem Platz so richtig auf. Renato Steffen hat sich auf der rechten Seite festgespielt, die erst so kritisch beäugt wurde. Fast wäre ihm Maxwel Cornet wohl bevorzugt worden, doch auf den gewollten wie geplatzten Transfer gab der Schweizer die richtige Antwort. 

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Im Training am Dienstag versenkte er die Kugel so ähnlich wie ihm das zum 3:1 des VfL in Leverkusen gelungen war. Renato Steffen schob das Leder überlegt in die Ecke. Der kleine Schweizer taut gerade so richtig auf – sein am vorletzten Samstag geborener Sohn Lian pusht ihn.

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„Meine Frau hat gesagt: Du musst für den Kleinen ein Tor machen. Dass das geklappt hat, freut mich natürlich“, so Steffen, der weiß: An solchen Leistungen wie der am Samstag wird er nun gemessen.

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Erst nicht so begeistert, dann angestachelt

Steffen war schnell, griffig und unbequem für seine Gegenspieler. Und er behielt vor dem Tor die Ruhe. Dabei hatte er bis zum Transferende am vergangenen Freitagabend damit rechnen müssen, dass der VfL für den rechten Flügel noch einen neuen Spieler verpflichtet.

"Wenn er kommt, muss er besser spielen und dem Trainer zeigen, dass er eine Option ist"

Erst kurz vor Schluss hatte sich der Wechsel von Maxwel Cornet aus Lyon nach Wolfsburg zerschlagen. „Im ersten Moment“ habe er das nicht gern gehört, dass der VfL noch einen neuen Flügelflitzer holen wollte.


„Aber dann habe ich mir gesagt: Wenn er kommt, muss er besser spielen und dem Trainer zeigen, dass er eine Option ist. Dass er Qualität hat, weiß ich auch, aber am Ende zählt nur die Leistung auf dem Platz. Ich habe probiert, mein Spiel zu spielen – egal, was passiert, ich gebe immer hundert Prozent.“

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Pavao Pervan: Der VfL-Ersatzkeeper vertrat den wegen der anstehenden Geburt seines Kindes fehlenden Koen Casteels. Seinen ersten souveränen Arbeitsnachweis erbrachte er nach 18 Minuten bei einem Flachschuss von Weiser. Versuchte die Bälle, wenn es ging, flach herauszuspielen. Beim Gegentor nach dem strammen Schuss von Bailey eher chancenlos. Ansonsten ordentliches VfL-Debüt. Note: 3 ©

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Vatergefühle: Steffens breite Brust

In Leverkusen war Steffen ein Faktor im VfL-Spiel. „Fußball ist immer schön, wenn man gewinnt. Mein Sohn kann mir einen Schub geben, man weiß jetzt noch mehr, wieso man auf dem Platz steht, für mich ist es momentan super. Aber es muss jetzt so weitergehen. Ich kann jetzt nicht jede Woche ein Kind bekommen“, sagte er schmunzelnd und fügte ernsthaft hinzu: „Ich muss diese Leistung jetzt konservieren.“

Möglicherweise wird Cornet, mit dem sich der VfL einig war, im Winter noch einmal ein Thema in Wolfsburg. Steffen schaut indes nur auf sich und sagt selbstbewusst: „Wenn ich gute Leistungen zeige, brauchen wir keinen mehr auf der rechten Seite.“