13. Mai 2021 / 15:19 Uhr

Wolfsburgs Baku: Der Top-Sprinter der Liga hat noch zwei große Ziele

Wolfsburgs Baku: Der Top-Sprinter der Liga hat noch zwei große Ziele

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Auf dem Weg in die Champions League - und danach geht's für ihn noch weiter: Ridle Baku vom VfL Wolfsburg.
Auf dem Weg in die Champions League - und danach geht's für ihn noch weiter: Ridle Baku vom VfL Wolfsburg. © Roland Hermstein
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Ridle Baku steht fast sinnbildlich für die Entwicklung des VfL Wolfsburg in dieser Saison. Am Sonntag will er beim Spiel in Leipzig mit seinem Team die Champions-League-Teilnahme quasi perfekt machen - und dann auf den EM-Zug aufspringen.

Wechsel zum VfL Wolfsburg, Leistungsträger im neuen Klub und in der U21-Nationalmannschaft, Premiere in der A-Auswahl des DFB: Die Saison war reich an Höhepunkten für Ridle Baku. Die wichtigsten Highlights aber sollen für den VfL-Profi noch folgen: der Einzug in die Champions League – und der Sprung in Joachim Löws EM-Kader. Bisher, so Baku, „habe ich mehr Ziele erreichen können als ich dachte...“

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Mit sechs Toren und sieben direkten Vorlagen ist er hinter Wout Weghorst der zweitbeste Skorer im Team des VfL. Als er Anfang Oktober aus Mainz kam, war er ein rechter Verteidiger, der mit einem Platz in der Mittelfeld-Zentrale liebäugelte. Jetzt ist er ein torgefährlicher Außenstürmer – und hat sich mit der Rolle mehr und mehr angefreundet: „Ich sehe meine Zukunft auf der rechten Seite. Egal, ob nun vorn oder hinten.“ Was auf beiden Positionen hilft, ist seine Tempohärte – Baku ist der Spieler mit den meisten Sprints und den meisten intensiven Läufen in der gesamten Liga. Eine Statistik, die er „registriert hat“, wie er sagt, die für ihn aber mehr Motivation ist als Auszeichnung: „Das spornt mich an. Ich bin in meiner Entwicklung noch nicht fertig.“

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Mit der bisherigen Entwicklung ist Baku auch ein Sinnbild für den Saisonverlauf seines Klubs. Als er aus Mainz kam, war nicht damit zu rechnen, dass Wolfsburg ein Champions-League-Kandidat wird. Nun stehen noch zwei Spieltage aus, die Königsklasse ist nah. „Das war nicht das Saisonziel“, sagt er, „aber das nehmen wir gerne mit“. Wenn möglich, schon am Sonntag im Spiel bei RB Leipzig (20.30 Uhr). „Es sind noch zwei Endspiele, wenn wir drei Punkte holen, sind wir durch. Natürlich wollen wir dennoch das Maximale herausholen.“ Aber am letzten Spieltag nicht mehr gewinnen zu müssen, wäre schon angenehm („Dann ist der Druck nicht mehr so groß“) - zumal es gegen den dann vielleicht schon geretteten FSV Mainz 05 geht, dem Klub, dessen Trikot Baku 13 Jahre lang trug.

Wenn der letzte Spieltag absolviert ist, ist die Saison aber nicht vorbei. In der kommenden Woche nominiert Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader für die EM, Baku gehört weiter zu den Kandidaten. Da dabei zu sein, wäre „ein Traum“, wie er sagt. Klappt‘s nicht, spielt der 23-Jährige eben die U21-EM-Endrunde - „und dann wäre ich auch glücklich“. Gespräche mit den Auswahltrainern Löw und Stefan Kuntz gab es noch nicht. „Ich bin da auch sehr entspannt.“

Entspannt geht er auch mit Fehlern um – wie etwa dem Patzer vorm ersten Gegentor beim 0:2 gegen Dortmund. „Ich habe einfach nur einen Fehlpass gespielt“, sagt Baku, „das Leben geht weiter. Fehler werfen mich nicht aus der Bahn, das ist Teil meiner Entwicklung.“ Und Diskussionsstoff für die Tage, die im Moment im Quarantäne-Hotel Ritz-Carlton schon einmal lang werden können. „Das Beste draus machen“ - was gut als Überschrift über Bakus Saison stehen könnte, passt auch hier. „Natürlich wäre ich auch liebend gern Zuhause und würde da die Zeit verbringen. Aber so ist man halt zusammen und kann den einen oder anderen aus der Mannschaft noch besser kennenlernen, kann viel sprechen. Das ist auch okay.“