22. Mai 2018 / 15:44 Uhr

VfL Wolfsburg: Robin Knoche ist Abwehrchef, Matchwinner und Geburtstagskind

VfL Wolfsburg: Robin Knoche ist Abwehrchef, Matchwinner und Geburtstagskind

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das VfL-Eigengewächs Robin Knoche hatte großen Anteil an der Wolfsburger Rettung.
Das VfL-Eigengewächs Robin Knoche hatte großen Anteil an der Wolfsburger Rettung. © dpa
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Mit seinem Kopfballtreffer besorgte Robin Knoche den 1:0-Sieg im Relegations-Rückspiel bei Holstein Kiel, er hielt die Wolfsburger Defensive in den vergangenen Wochen zusammen – und wurde kurz nach der Rettung 26 Jahre alt. Anlass genug, um auf der Rückfahrt etwas für seine Mitspieler springen zu lassen. 

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Als sich der ganze Trouble etwas gelegt hatte, nahm sich Robin Knoche etwas Zeit für sich. Um 23:09 schob sich der VfL-Profi an den Journalisten vorbei in das Zelt, das in Kiel als Mixed Zone fungierte – auf der Suche nach etwas Ruhe, etwas abseits, mit dem Handy am Ohr. Richtig gelöst wirkte er, mit einem Lächeln nahm er die Glückwünsche zu seinem Siegtor in Kiel und der damit geschafften Relegation seiner Wolfsburger in Empfang. Und keine Stunde später kamen ja noch mal ein paar mehr dazu: Um Mitternacht erreichte der Innenverteidiger sein 27. Lebensjahr. Ein Grund zum Feiern? Nur so halb...

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Die Wölfe in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Holstein Kiel

<b>Koen Casteels:</b> Im ersten Durchgang bis auf ein, zwei Kieler Versuche kaum ernsthaft gefordert. Musste dann, zu Beginn der zweiten Hälfte (47. Minute), aber gleich mal richtig eingreifen, als er gegen Seydel aus kurzer Distanz das 0:0 mit einem starken Reflex rettete. Sonst wie immer: Wolfsburger Ruhepol. Note: 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Im ersten Durchgang bis auf ein, zwei Kieler Versuche kaum ernsthaft gefordert. Musste dann, zu Beginn der zweiten Hälfte (47. Minute), aber gleich mal richtig eingreifen, als er gegen Seydel aus kurzer Distanz das 0:0 mit einem starken Reflex rettete. Sonst wie immer: Wolfsburger Ruhepol. Note: 2 ©

„Einen richtigen Anlass haben wir nicht“, hatte Knoche einige Minuten vorher bereits demütig erklärt, „natürlich war die Relegation nicht das Ziel, das wir uns vor der Saison gesteckt hatten.“ Andererseits ging es – wenn auch so nicht geplant – in den letzten Wochen und Monaten für die Wolfsburger nun mal um nichts anderes mehr als den Klassenerhalt, notfalls auch über die Relegation. Knoche: „So war es für den Kopf schon mal ganz gut, ein Ziel, das man sich gesetzt hat, über die Mannschaftsleistung zu erreichen. Wie souverän die Mannschaft das gemacht hat, das kann man schon hervorheben und dann kann man aus so einer Situation auch gestärkt hervorgehen.“ Apropos Stärkung: Als der VfL-Bus auf der Rückfahrt bei einer Fastfood-Kette Halt machte, ließ es sich Knoche nicht nehmen, die Rechnung zu übernehmen. Happy Birthday!

Prost! Die Wolfsburger Koen Casteels, Paul Verhaegh und Robin Knoche.
Prost! Die Wolfsburger Koen Casteels, Paul Verhaegh und Robin Knoche. ©

"Der Weg ging zu den Fans"

Dass es am Ende doch noch soeben gut ging für den VfL Wolfsburg, daran hatte er, das Eigengewächs, letztendlich einen beträchtlichen Anteil. Ab dem 20. Spieltag hatte er in nahezu jedem Spiel (nur gegen Leipzig wurde er zur Halbzeit ausgewechselt) in der Innenverteidigung durchgespielt – und sich so gerade im Saisonendspurt zum Abwehrchef beim VfL gemausert. Nicht der mal als solcher verpflichtete Jeffrey Bruma, nicht 17-Millionen-Euro-Zugang John Anthony Brooks, nicht Shootingstar Felix Uduokhai. Und dann war auch noch in der Offensive auf ihn Verlass, als er auf Ecken-Vorlage von Maximilian Arnold einköpfte zum Siegtor (75.) in Kiel, als Matchwinner. „Wir haben alle eine Riesenerleichterung gespürt, weil wir wussten, was das Tor für uns bedeutet. Von daher ging mein Weg zu den Fans, die hier bis auf die letzte Karte angereist waren und uns vehement angefeuert haben“, sagte er, „Unterstützung haben wir, glaube ich, genug bekommen, nicht nur von den Familien, die in den letzten Wochen genug gelitten haben und immer hinter uns gestanden haben – da konnten wir etwas zurückgeben.“

In Sachen Relegation soll es das nun aber erst mal gewesen sein, auch wenn die Bilanz mit vier Siegen aus vier Spielen durchaus vorzeigbar ist. „Wir haben letztes Jahr schon hier gestanden und haben gesagt, wir wollen auf keinen Fall wieder Relegation spielen.“ Stattdessen kam es nun noch mal etwas schlimmer; der VfL legte mit 33 Punkten nach 34 Spieltagen die schlechteste Saison der Vereinsgeschichte hin und gab auch fernab des Platzes oftmals ein besorgniserregendes Bild ab. „Wir wissen, dass einiges passieren muss innerhalb des Vereins, sowohl sportlich als auch auf anderen Ebenen“, erklärte Knoche, „das müssen wir jetzt alles klar analysieren. Da gab es einige Punkte, die wir besprechen müssen. Denn ich habe nicht vor, hier nächstes Jahr wieder zu stehen.“ Und: Für einen 27. Geburtstag gibt es auch sicherlich einen feierlicheren Rahmen.