07. März 2021 / 17:11 Uhr

Wolfsburgs Schäfer mit seinem Platzverweis nicht einverstanden: "War alles im Rahmen"

Wolfsburgs Schäfer mit seinem Platzverweis nicht einverstanden: "War alles im Rahmen"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Erst Gelb, dann Gelb-Rot: Schiri Markus Schmidt schickte Wolfsburg-Sportdirektor Marcel Schäfer runter.
Erst Gelb, dann Gelb-Rot: Schiri Markus Schmidt schickte Wolfsburg-Sportdirektor Marcel Schäfer runter. © imago images/Ulrich Hufnagel
Anzeige

Nicht nur drei Spieler des VfL Wolfsburg müssen nach dem 1:2 bei 1899 Hoffenheim eine Sperre absitzen - auch Sportdirektor Marcel Schäfer kassierte am Samstag einen Platzverweis. Auslöser für den Unmut auf der Wolfsburger Bank war die Gelbe Karte für Xaver Schlager.

Es war ein über weite Strecken sehr ansehnliches Spiel, das für den VfL Wolfsburg mit viel Frust endete. Zum einen, weil das 1:2 bei 1899 Hoffenheim die dritte Niederlage in der Bundesliga-Saison war, zum anderen, weil mit Xaver Schlager, Maxence Lacroix (beide fünfte Gelbe Karte) und Paulo Otavio (Rot) jetzt gleich drei Spieler gesperrt sind. Neben dem Trio wird am Samstag auch Sportdirektor Marcel Schäfer eine Sperre abbrummen - denn Schiedsrichter Markus Schmidt zeigte dem Ex-Profi Gelb-Rot, nachdem auf der Wolfsburger Bank Aufregung geherrscht hatte.

Anzeige

Auslöser war die Gelbe Karte gegen Schlager, der im Duell mit Hoffenheims Ilhas Bebou weggerutscht war - dieses Wegrutschen hatte Schiri Markus Schmidt nach Wolfsburger Auffassung nicht stark genug berücksichtigt. Trainer Oliver Glasner verlies zornig seine Coaching-Zone (auch, weil es für ein überhartes Foul von Ryan Sessegnon an Renato Steffen nur Gelb gegeben hatte), bekam Gelb - und Schäfer sah nach einem Wortgefecht mit Schmidt erst Gelb und dann nach weiteren Bemerkung Richtung Schiri Gelb-Rot. "Ich habe ihm im Sitzen mitgeteilt, dass ich mit der Entscheidung nicht einverstanden war. Das führte dann zu Gelb-Rot", beschreibt der Sportdirektor. Damit war Schäfer dann auch nicht so richtig einverstanden. "Ich habe großen Respekt vor der Aufgabe der Schiedsrichter. Es war eine hitzige Situation. Emotionen gehören im Fußball dazu, in diesem Fall war es auch emotional, aber aus meiner Sicht war das alles im Rahmen - und ich denke, dass ich das nach 18 Jahren Bundesliga beurteilen kann." In seiner aktiven Karriere hatte Schäfer nur einmal einen Platzverweis kassiert - als Spieler der Tampa Bay Rowdies in den USA.

Mehr zum VfL Wolfsburg

Schlagers Gelb war diskussionswürdig, die Schäfer-Verbannung von der Bank auch - am Rot gegen Paulo Otavio in der Nachspielzeit allerdings gab es nichts zu rütteln. "Paulo ist einer der liebenswertesten Menschen, die es gibt - und eine Frohnatur sondergleichen. Das Foul war eine ganz klare Rote Karte, da wollen wir nichts schönreden", so Schäfer. "Es war eine totale Fehleinschätzung von ihm, er wird daraus lernen. Er hat sich entschuldigt, insofern sollte das erledigt sein. Man darf ihn jetzt nicht als großen Treter hinstellen, das ist er nicht."


Dass die Sperren jetzt zum großen Problem werden, glaubt Schäfer nicht. "Wir kennen die Situation, hatten das vor Weihnachten ja auch. Jetzt werden Spieler zum Zuge kommen, die sich zuletzt die eine oder andere Einsatzzeit mehr gewünscht hätten. Wir haben einen auch in der Breite sehr gut aufgestellten Kader." Auch kurz vor Weihnachten habe der VfL (hauptsächlich wegen Corona-Infektionen und Quarantäne-Regelungen) mehrere Spieler gleichzeitig ersetzen müssen, für Schäfer "beispielhaft", denn: "Wir haben auch gegen Stuttgart und Sandhausen einige Ausfälle gehabt und haben jeweils ein sehr gutes Spiel absolviert. Das werden wir jetzt auch am Wochenende tun. Die Spieler haben unser vollstes Vertrauen.“ Und dass sich die Mannschaft, die so lange unbesiegt war, von zwei Pflichtspiel-Niederlagen beeindrucken lässt, könne er sich nun gar nicht vorstellen: "Das ist kein Problem. Wir ziehen die richtigen Lehren daraus und werden die Antwort auf dem Platz geben."