29. März 2021 / 14:00 Uhr

Wolfsburg: Schmadtke wieder da, Philipp wohl bald weg

Wolfsburg: Schmadtke wieder da, Philipp wohl bald weg

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kaderplanung: VfL-Manager Jörg Schmadtke ist wieder im Dienst - unter anderen steht eine Entscheidung in Sachen Maximilian Philipp (l.) an.
Kaderplanung: VfL-Manager Jörg Schmadtke ist wieder im Dienst - unter anderen steht eine Entscheidung in Sachen Maximilian Philipp (l.) an. © Boris Baschin
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Jörg Schmadtke ist nach seiner Covid-Erkrankung wieder im Dienst. Für den Manager des VfL Wolfsburg stehen Entscheidungen in Sachen Kader-Planung an. Ob er am Samstag zum Spiel gegen Köln wieder ins Stadion darf, ist aber noch offen.

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Jörg Schmadtke ist wieder im Dienst - aber immer noch in Quarantäne. Der Manager des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg hat sich von seiner Covid-Erkrankung weitestgehend erholt, arbeitet aber zunächst weiter von daheim aus. "Seit dem Wochenende ist die Abschottung vorbei", so der 57-Jährige.

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Eines seiner Themen: Die Kaderplanung für die kommende Saison. Drei Spieler mit auslaufenden Verträgen stehen im aktuellen VfL-Aufgebot, bei Jeffrey Bruma (bekommt kein neues Angebot) und dem vierten Torwart Niklas Klinger (Vertrag wird voraussichtlich verlängert) ist die Ausgangslage relativ klar. Bei Maximilian Philipp ist die Sache weniger eindeutig. "Wir werden uns das in Ruhe anschauen und dann entscheiden", sagt Schmadtke.

Philipp ist von Dinamo Moskau ausgeliehen, der VfL hat bis Ende April eine Kaufoption, müsste aber rund 11 Millionen Euro nach Russland überweisen. Seine Saisonbilanz in Wolfsburg - 18 Pflichtspiele, davon sieben in der Startelf - spricht nicht unbedingt für eine Weiterverpflichtung. Philipps Stärken sind kluge Laufwege und ein guter, beidfüßiger Abschluss. Aber die kamen in Wolfsburg selten zum Tragen, weil Trainer Oliver Glasner im 4-2-3-1-System eher auf andere Mitspieler hinter Sturmspitze Wout Weghorst setzt, zuletzt etwa auf den im Pressing starken Yannick Gerhardt in der offensiven Zentrale.

Schmadtke will sich nicht festlegen - aber den Eindruck, dass wenig für eine Weiterverpflichtung zum vereinbarten Preis spricht, kann er "nachvollziehen", wie er sagt. Sprich: Entweder lässt Dinamo in Sachen Ablöse mit sich reden, oder der 27-Jährige wird den VfL nach nur einem Jahr wieder verlassen. Sein Vertrag in Moskau läuft noch bis 2023, der Premjer-Liga-Klub hatte 2019 Philipp für 20 Millionen Euro Ablöse von Borussia Dortmund verpflichtet.

Bruma weg, vielleicht auch Philipp nicht mehr da - das schafft Platz im Kader, um die Vorstellungen des Trainers für die kommende Saison umzusetzen. "Wir sollten uns in der Spitze verstärken, nicht in der Breite", hatte Oliver Glasner vergangene Woche im SPORTBUZZER-Interview betont. Damit liegt er mit Schmadtke auf einer Wellenlänge: "Wenn wir uns über Veränderungen Gedanken machen, dann dient das natürlich dazu, den Kader besser zu machen, uns also in der Spitze zu verstärken." Die Perspektive Champions League spiele dabei (noch) eine untergeordnete Rolle. "Wir richten den Kader nicht darauf aus, gegen Real oder Manchester City zu spielen", so der Manager, "sondern auf Perspektiven für die Zukunft". Damit sei der VfL zuletzt gut gefahren, denn: "Dass wir aktuell Dritter sind, liegt zum einen daran, dass wir keinen Stammspieler abgeben mussten, den wir halten wollten - und daran, dass wir Transfers machen konnten, die die Qualität erhöht haben."

Bis sich der VfL konkret über die Königsklasse unterhalten kann, sind noch acht Bundesliga-Aufgaben zu erledigen - die erste am Samstag (15.30 Uhr) gegen Schmadtkes Ex-Klub 1. FC Köln. Ob der Wolfsburger Manager dann wieder im Stadion sein kann, ist offen. Am Mittwoch steht der nächste Test an, abhängig von der Virenlast kann er seine Quarantäne dann möglicherweise beenden. Insgesamt habe er den Eindruck, "dass das bei mir alles einen vergleichsweise milden Verlauf hatte", aber: "Drei, vier Tage waren sehr unangenehm und schmerzhaft." Seine grundsätzliche Einstellung zur Corona-Pandemie habe sich durch das persönliche Erlebnis nicht verändert. "Es ist noch mal was anderes, wenn man selbst betroffen ist - aber ausreichend ernst genommen habe ich das auch vorher schon."