24. Mai 2020 / 13:35 Uhr

VfL-Schock: Otavio wird in dieser Saison nicht mehr spielen!

VfL-Schock: Otavio wird in dieser Saison nicht mehr spielen!

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Paulo Otavio wird in dieser Saison nicht mehr spielen
Paulo Otavio wird in dieser Saison nicht mehr spielen
Anzeige

Das ist bitter: Der zuletzt starke Paulo Otavio wird in dieser Saison nicht mehr spielen können. Das bestätigte am Sonntag Jörg Schmadtke auf SPORTBUZZER-Nachfrage.

Anzeige

Das tut verdammt weh! Beim Sieg nach dem Re-Start der Fußball-Bundesliga des VfL Wolfsburg beim FC Augsburg war Paulo Otavio ein entscheidender Faktor, jetzt gegen Borussia Dortmund (0:2) fehlte der pfeilschnelle Brasilianer. Otavio hat sich im Training eine schwere Sprunggelenk-Verletzung zugezogen. Jörg Schmadtke: "Er wird in dieser Saison nicht mehr spielen können!" Es sei denn, so fügt der Manager des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten hinzu, die Saison dauere doch viel länger als geplant. Bis Ende Juni, so der Plan, will die Bundesliga die Spielzeit hinter sich gebracht haben.

Anzeige

Otavio habe sich im Training "ohne Fremdeinwirkung" verletzt, hatte Trainer Oliver Glasner am Samstag nach der Niederlage gegen die Dortmunder erklärt. Mit Otavio-Landsmann William (Kreuzbandriss) fällt ohnehin schon ein VfL-Außenverteidiger bis zum Saisonende aus.

Und so spielt - wie schon gegen den BVB - am Dienstag, wenn der VfL bei Bayer Leverkusen ran muss, wieder Jerome Roussillon. Eigentlich die Nummer 1 hinten links, aber der Franzose konnte auch gegen die Dortmunder erneut nicht überzeugen. Der Roussillon aus dieser Saison ist mit dem der vergangenen Spielzeit nicht zu vergleichen. Da war der pfeilschnelle Linksverteidiger noch eine Waffe im VfL-Spiel, Mitte Februar hatte er sich sehr selbstkritisch gezeigt: „Ich bin nicht zufrieden mit meiner Saison. Ich weiß, dass ich mehr kann, dass ich es besser kann. Ich muss mich wieder auf mein Fußballspiel konzentrieren und muss aufhören, zu viel nachzudenken." Gegen Dortmund gelang ihm das nicht, nach einer guten Stunde wurde der schnelle Franzose ausgewechselt.

<b>Koen Casteels</b>: Da, wenn er gebraucht wurde, musste jedoch nie sein ganzes Können auspacken, beim Gegentor chancenlos. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde, musste jedoch nie sein ganzes Können auspacken, beim Gegentor chancenlos. Note: 3 ©

Der VfL und seine Personalsorgen - Kapitän Josuha Guilavogui und Mittelfeldmann Yannick Gerhardt fehlten ohnehin schon, nach der Roten Karte gegen Felix Klaus am Samstag (der Offensivmann muss mit einer Zwei-Spiele-Sperre rechnen) und dem Otavio-Saison-Aus wird der VfL-Kader in der Endphase der Saison immer dünner. Erfreulich jedoch: Bei Gerhardt und Guilavogui geht es in die richtige Richtung. Gerhardt hatte sich vor zwei Wochen bei einem internen Testspiel mehrere Frakturen im Gesicht zugezogen, Guilavogui kämpft schon seit Wochen mit einer hartnäckigen Knieverletzung, doch beide könnten in dieser Woche wieder ins Teamtraining zurückkehren - Gerhardt natürlich nur mit einer Gesichtsmaske.

"Die Maske ist fertig", so Schmadtke, "Yannick schaut gerade, ob er damit zurechtkommt. Und wenn er gut damit zurechtkommt, dann würde ich denken, dass er gegen Frankfurt wieder eine Option sein kann", so der Manager. Die Partie gegen die Eintracht steht am nächsten Samstag an. Auch Guilavogui könnte für diese Partie erstmals wieder ein Thema sein, "wenn der Heilungsverlauf so bleibt", so der Manager.

VfL Wolfsburg gegen Borussia Dortmund: Die Bilder des Geisterspiels

BVB-Jubel vor leeren Rängen Zur Galerie
BVB-Jubel vor leeren Rängen ©

Klaus wiederum wird dem VfL erst einmal fehlen. Die Rote Karte gegen ihn war umstritten. Erst nach Studium der Videobilder urteilte Schiedsrichter Daniel Siebert, dass der Tritt des Wolfsburgers in die Wade von Manuel Akanji doch schlimmer war als es zunächst aussah. Selbst der Gefoulte merkte erst nach TV-Studium der Szene an: "Ich bin vor ihm am Ball, er steht hinten drauf, wenn man das jetzt so sieht, kann das schon eine Rote Karte sein." Aber der vom FC Arsenal umworbene Schweizer gab auch zu: "Im Spiel hatte ich nicht das Gefühl, dass er das mit Absicht macht, erst im Fernsehen sah das noch mal anders aus. Ich bin froh, dass ich so etwas nicht entscheiden muss..."

Mehr zum Vfl Wolfsburg

Klaus fliegt runter - "wenn ich einzig und allein das Standbild nehme, ist die Rote Karte berechtigt", sagt Schmadtke einerseits. Der Manager fügt aber gleichzeitig hinzu: "Das ist so ein bisschen auch eine der Schwierigkeiten für die Video-Assistenten, wenn man sich allein auf Einzelbilder fokussiert und nicht das Spielgeschehen in Gänze betrachtet. Ich finde, dass es nicht zwingend erforderlich ist, da eine Rote Karte zu geben, zumal beide von der Seite kommen."

Für VfL-Trainer Glasner hätte auch eine Karte mit einer anderen Farbe gereicht: "Im Spiel hat der Schiedsrichter zuerst auf Foul entschieden, nicht mal auf Gelb. Und deswegen finde ich den Sprung von nur Foul auf Rot schon sehr groß", so der Österreicher. "Felix kommt zu spät, klares Foul, er trifft Akanji, deshalb war es Gelb. Der Schiedsrichter hat jetzt so entschieden, das ist bitter – für Felix, aber auch für uns, weil unser Kader schon sehr dezimiert ist und Felix uns jetzt auch noch fehlt."