04. Juli 2021 / 14:43 Uhr

Wolfsburg-Schock: Popp fehlt mindestens bis Januar!

Wolfsburg-Schock: Popp fehlt mindestens bis Januar!

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Alexandra Popp fällt nach Knie-OP lange aus.
Alexandra Popp fällt nach Knie-OP lange aus. © ARD / Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg und die deutsche Frauen-Nationalmannschaft müssen länger als gedacht auf ihre Kapitänin verzichten: Alexandra Popp wird nach ihrer Knie-OP in diesem Kalenderjahr nicht mehr Fußball spielen können.

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Knie-OP, Ausfallzeit ungewiss - Alexandra Popp verpasste die Schlussphase der vergangenen Saison. Jetzt hat die Kapitänin des VfL Wolfsburg und der deutschen Nationalmannschaft verraten, dass sie noch mindestens ein weiteres halbes Jahr ausfällt! In der ARD-Sendung "Sportschau Club" sagte die 30-Jährige: "Grundsätzlich schaut es gerade besser aus als es eigentlich ist. Aber ich gehe davon aus, dass ich dieses Jahr nicht mehr auf dem Platz stehen werde, da ich mir ein Stück Knorpel rausgerissen habe und das eben sehr lange dauert." Popp zeigte sich im Gespräch mit den Sportschau-Club Moderatoren Esther Sedlaczek und Micky Beisenherz sowie den Gästen, Fernsehmoderatorin Hadnet Tesfai und Ex-Nationalspieler Markus Babbel, aber optimistisch was die Europameisterschaft der Frauen in England nächstes Jahr angeht. Denn da, so Popp, "bin ich doch sehr positiv gestimmt, dass ich wieder dabei sein werde."

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Auch zu anderen Themen äußerte sich die meinungsstarke Olympiasiegerin. Angesprochen darauf, was sich der deutsche Frauenfußball von den Engländerinnen abschauen kann, meinte Popp schmunzelnd: "Vieles!" Und führte weiter aus: "Gerade was TV-Rechte angeht, müssen wir einen ganz großen Schritt machen, da passiert einfach viel zu wenig. Zum Teil musst du über Magenta extra ein Abo abschließen, um uns schauen zu können. Manchmal werden unsere Spiele der Nationalmannschaft gar nicht gezeigt und laufen nur über einen Livestream." Und da frage man sich: "Wir wollen den Frauenfußball voranbringen und werden nur als Livestream gezeigt? Das würdest du bei den Herren nie sehen!" Man sei sich den Unterschieden in Sachen Einnahmen und Einschaltquoten bewusst, aber: "Man darf nicht direkt sagen: 'Ja, da läuft schon eine andere Sendung und die kriegt mehr Einschaltquoten.' Da muss man mehr investieren." Nur so sei weitere Professionalisierung in allen Klubs möglich. "Wir haben den VfL und FC Bayern, die Profis sind. Aber bei anderen Vereinen gibt es Spielerinnen, die vielleicht 200 bis 250 Euro verdienen."

Auch das frühe deutsche EM-Aus und der Einsatz von Spielern auf ungewohnten Positionen war Thema - und Popp gab offen zu: "Ich kann selber davon sprechen: Ich bin gelernte Stürmerin und spiele seit Jahren auf der Sechser- oder Achter-Position." Bei den VfL-Frauen könne man das kompensieren, "deswegen spiele ich da leider auch immer noch." In der Nationalmannschaft der Männer aber gelang das nicht. "Und deshalb sind sie auch rausgeflogen." Ob Popp, die beim VfL noch bis 2022 unter Vertrag steht, auch in der neuen Saison wieder offensiver eingesetzt wird, wird sich zeigen. Neu-Trainer Tommy Stroot, der Stephan Lerch beerbt (jetzt 1899 Hoffenheim U17), und das komplett neue Trainerteam (Kim Kulig und Sabrina Eckhoff werden Co-Trainerinnen) starten am 18. Juli in die Vorbereitung.