30. Mai 2018 / 19:24 Uhr

VfL Wolfsburg: Sebastian Jung und seine lange Leidenszeit

VfL Wolfsburg: Sebastian Jung und seine lange Leidenszeit

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sebastian Jung – letztes Spiel: 17. Februar gegen Bayern München. Wolfsburgs Unglücksrabe durfte gegen den Rekordmeister endlich mal wieder von Beginn an ran – und zog sich prompt einen Muskelfaserriss zu. Fällt mehrere Wochen aus. Erst Anfang Oktober hatte sich Jung einen Außenbandriss im Sprunggelenk zugezogen.
VfL-Pechvogel: Sebastian Jung.
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Er ist der größte Pechvogel des VfL, aber Sebastian Jung gibt trotz zahlreicher Verletzungen nicht auf. Im Gegenteil. Jetzt soll ein Spezialist aus München ihm helfen, wieder fit zu werden.

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Sebastian Jung bringt es gleich auf den Punkt:  „Ich habe einfach nur das Ziel, gesund zu werden, mehrere Wochen und Monate trainieren und spielen zu können.“ Das sagt der größte Pechvogel des VfL.

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Im Februar 2016 hatte sein Leidensweg begonnen, Jung hatte sich in Gent in der Champions League einen Kreuzbandriss zugezogen. Im Januar 2017 dann einer von vielen Rückschlägen auf dem Weg zurück: Im Trainingslager riss die OP-Wunde am Knie beim Fußball-Tennis wieder auf. Wieder einmal musste er kürzertreten. Im Saisonfinale der vorletzten Spielzeit zwang ihn eine Muskelverletzung zu einer Pause, im Oktober 2017 zog er sich während der Länderspielpause im Training einen Außenbandriss im Sprunggelenk zu. Aber Jung kämpfte sich zurück, erlitt jedoch zwischenzeitlich einen Rückschlag, spielte erstmals im Dezember im Pokal in Nürnberg wieder, war im Februar gegen die Bayern in der Startelf – und musste verletzt runter. Wieder eine muskuläre Verletzung. Wieder Reha, wieder herankämpfen, wieder Rückschlag.  Erst hieß es, die Wade sei nur verhärtet, dann war von einem Muskelfaserriss die Rede, später kam heraus, dass auch die Sehne in Mitleidenschaft gezogen worden war. Wieder Frust.

Wie hält Jung das alles aus? „Dass das alles nicht spurlos an einem vorbeigeht, ist doch klar“, sagt er. „Es ärgert mich einfach nur, dass es immer wieder passiert und keiner so richtig weiß, warum ich immer Muskelverletzungen habe.“ Nun hat sich ein Spezialist in München der Sache angenommen, einer, den auch Top-Stars wie Arjen Robben um Rat fragen.

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Bei der Untersuchung „hat der Doc zwei, drei Sachen gefunden, woran es liegen könnte“. Aber: Um ganz sicher gehen zu können, ob es wirklich daran liegt, muss Jung fit sein. Fit für Tests. Anfang Juni wird er noch mal vorstellig werden in München, „dann wird man sehen, ob ich Dinge wie eine Laufanalyse machen kann“.

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Bei diesem Termin entscheidet sich wahrscheinlich auch, ob Jung beim Trainingsstart des VfL (Ende Juni/Anfang Juli) mitmischen kann. „Das ist mein Ziel – und ich hoffe sehr, dass ich dabei sein kann“, so der Ex-Frankfurter, der im Sommer 2014 von der Eintracht zum VfL gewechselt war. Er galt damals als künftiger Nationalspieler, aber sein Körper machte ihm immer wieder Träume und Hoffnungen kaputt. Bezeichnend: „Seit dem Sommer 2015 habe ich keine richtige Vorbereitung mehr mitgemacht“, sagt Jung, und fügt nachdenklich hinzu: „Das kann natürlich ein Grund sein, warum die Dinge so gelaufen sind, wie sie hier für mich gelaufen sind.“