21. Mai 2021 / 14:48 Uhr

Wolfsburg-Shootingstar Lacroix: Gibt keinen Grund, über einen Wechsel nachzudenken

Wolfsburg-Shootingstar Lacroix: Gibt keinen Grund, über einen Wechsel nachzudenken

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hat eine tolle Saison gespielt: Maxence Lacroix vom VfL Wolfsburg.
Hat eine tolle Saison gespielt: Maxence Lacroix vom VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Er kam aus der 2. Liga Frankreichs und wurde zu einem Shooting-Star dieser Bundesliga-Spielzeit. Maxence Lacroix, Innenverteidiger des VfL Wolfsburg, spricht im SPORTBUZZER-Interview über Wechselgerüchte, seine Top-Saison und Wunschgegner für die Champions League.

Stammplatz. Top-Leistungen und einer der spannendsten jungen Spieler der gesamten Fußball-Bundesliga. Maxence Lacroix, Innenverteidiger des VfL Wolfsburg und gerade einmal 21 Jahre halt, beendet mit dem Saisonfinale am Samstag (15.30 Uhr) gegen Mainz 05 eine Top-Saison. Dass Vereine wie Borussia Dortmund oder Chelsea an ihm interessiert sein sollen, versteht sich da fast von selbst. Im SPORTBUZZER-Interview spricht der Franzose über sein erstes Wolfsburg-Jahr - und natürlich auch über Wechselgerüchte.

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Aus der zweiten französischen Liga in die Bundesliga zum VfL, da sofort Stammspieler geworden und mit dem Verein nun die Champions League erreicht – müssen Sie sich manchmal kneifen, um zu realisieren, was Sie innerhalb kürzester Zeit erreicht haben?

Es ist wie ein Traum, wenn ich jetzt so zurückdenke. Es war immer mein Traum, in der Champions League zu spielen. Dass das schon im ersten Jahr beim VfL geklappt hat, ist Wahnsinn.

Wann haben Sie gemerkt: Ich schaffe es, in dieser Mannschaft Stammspieler zu werden?

Bei den vielen Freundschaftsspielen im vergangenen Sommer habe ich viel gespielt, bei den Partien in der Europa-League-Quali war das dann auch so. Da habe ich mir gesagt: Ich habe hier einen Stammplatz zu verteidigen – und das habe ich ja dann auch geschafft.

Was ist Ihre größte Stärke?


Meine Physis.

Und wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial?

Im Kopfballspiel.

Ist es eher das Kopfballspiel in der Defensive oder geht es um das Kopfballspiel im gegnerischen Strafraum?

Beides (antwortet grinsend und auf Deutsch, Anm. d. Red.).

Sie verstehen die deutsche Sprache schon gut?

Ein bisschen. Ich haben zweimal in der Woche Deutsch-Unterricht. Es ist schwer, aber ich möchte die Sprache so schnell wie möglich können (antwortet wieder auf Französisch).

Wann werden Sie Ihr erstes Interview auf Deutsch geben?

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Am Samstag nach dem Spiel gegen Mainz (antwortet erneut grinsend und auf Deutsch).

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Sie sind innerhalb eines Jahres zum Shootingstar beim VfL aufgestiegen und sollen sich auch in die Notizblöcke anderer Klubs wie Chelsea oder Dortmund gespielt haben. Wie gehen Sie damit um, wenn Sie lesen, dass Ihr Name bei anderen Klubs gehandelt wird?

Ich nehme das wahr, aber ich verweise bei derlei Fragen auf meinen Berater, denn ich möchte mich auf meine Arbeit hier beim VfL konzentrieren und möchte hier einen guten Job machen. Ich bin beim VfL, habe mich mit dem Klub für die Champions League qualifiziert. Ich bin mega glücklich hier.

Müssen sich die Fans also keine Sorgen machen, dass Sie den Klub in diesem Sommer verlassen?

Ich habe hier noch drei Jahre Vertrag und bin sehr zufrieden. Klar, im Fußball kann immer mal schnell etwas passieren, aber noch mal: Ich fühle mich beim VfL sehr wohl und es gibt überhaupt keinen Grund, über andere Dinge nachzudenken.

Sie sind in den Spielen nicht nur rigoros in den Zweikämpfen, sondern immer total fokussiert – sind Sie danach körperlich und auch mental total platt?

Ja, das ist so. Ich bin sowohl körperlich als auch mental richtig müde, aber wenn man das Spiel gewonnen hat, ist immer noch ein bisschen Adrenalin in meinem Körper, so dass ich danach in der Kabine singen und tanzen kann.

Wie schalten Sie nach den Spielen ab?

Ich mache da nichts Spezielles. Ich trinke und schlafe viel. Und ich habe mir spezielles Equipment gekauft, mit dem sich die Beine ein bisschen schneller regenerieren können, wel es die Durchblutung anregt. Ich hatte unsere Physios gefragt, was ich für eine schnellere Erholung machen kann. Und das nutze sich seitdem regelmäßig.

Was war das größte Plus des VfL im Vergleich zur Konkurrenz?

Unser Zusammenhalt, er war und ist für mich ausschlaggebend Wir haben uns immer gegenseitig unterstützt, auch in den schweren Momenten.

Welche Momente waren schwer?

Es gab ja in dieser guten Saison nicht so viele. In den Spielen gegen die großen Mannschaften wie Bayern oder Dortmund, für die wir uns viel vorgenommen hatten, konnten wir kein besseres Resultat erzielen. Das hat schon genagt.

Wer war in der Bundesliga Ihr härtester Gegenspieler?

Marcus Thuram von Gladbach. Gegen ihn hatte ich die meisten Probleme. Sein erster Kontakt ist einfach unfassbar gut, deshalb kam ich gegen ihn meist zu spät.

Und welches war das Team mit der stärksten Offensive?

Bayern München. Sie haben vorn eine unglaublich große Breite. Wenn da die drei torgefährlichsten Spieler ausgewechselt werden, dann kommen Spieler von der Bank, gegen die es mindestens genau so schwierig ist zu spielen. Ich selbst war dann irgendwann im Spiel ein bisschen müde – und dann kommen da plötzlich zwei neue Stürmer. Das ist schon nicht einfach…

Worauf freuen Sie sich in der Champions League – gibt es etwas, auf das Sie sich besonders freuen?

Nicht wirklich. Ich freue mich einfach auf die Spiele gegen die Besten – das ist für mich die Champions League, das möchte ich mit Wolfsburg erleben. Ich bin extrem glücklich, dass wir das erreicht haben. Ich finde, der VfL gehört mit seinen Möglichkeiten einfach in die Champions League.

Wer sind denn für Sie die Besten?

Bayern München, Real Madrid, Barcelona, Liverpool, Chelsea, um einige zu nennen.

Und gegen die würden Sie gern spielen?

Ich wünsche mir eine Gruppe für uns, in der wir weiterkommen können.