14. September 2020 / 01:18 Uhr

Wolfsburg-Sportdirektor Schäfer fordert "mehr Geilheit auf Tore"

Wolfsburg-Sportdirektor Schäfer fordert "mehr Geilheit auf Tore"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Wünscht sich vor dem Tor mehr Gier: Marcel Schäfer, der Sportdirektor des VfL Wolfsburg. © Boris Baschin / Roland Hermstein
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Beim VfL Wolfsburg lief im ersten Pflichtspiel der neuen Saison noch nicht alles rund - die Chancenverwertung war mangelhaft. VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer wünscht sich "mehr Geilheit auf Tore..."

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Oliver Glasner brachte es schnell auf den Punkt: „Unsere Chancenverwertung war mangelhaft – das müssen wir uns vorwerfen“, sagte der VfL-Trainer nach dem 4:1 im ersten Pflichtspiel des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten im Pokal gegen Viertligist Union Fürstenwalde. In der Tat: Vor allen Dingen in der zweiten Halbzeit geizte der VfL mit Toren. Und das am 75. Geburtstag des Klubs. Dennoch: Am Ende gab’s einen nie gefährdeten Sieg, dafür sorgten die Treffer von Joao Victor (traf doppelt), Yannick Gerhardt und Josuha Guilavogui, Darryl Geurts hatte Fürstenwalde per Foulelfmeter in Führung geschossen.

Die Partie war für den VfL der Beginn der ersten englischen Woche in dieser Spielzeit, am Donnerstag (20 Uhr, live bei Sport1) muss die Elf von Trainer Oliver Glasner schon wieder ran, dann geht’s in der Europa-League-Quali zu FK Kukesi, am Sonntag (18 Uhr) beginnt mit dem Heimspiel gegen Leverkusen die neue Bundesliga-Saison. Da bleibt kaum Zeit, um Dinge noch zu verbessern, denn beim VfL lief im ersten Spiel noch nicht alles rund. Größtes Manko: die Coolness vor der Kiste. Die fehlte Top-Torjäger Wout Weghorst, Flügelkämpfer Renato Steffen, Omar Marmoush oder Neuzugang Bartosz Bialek, um nur einige Wolfsburger zu nennen, die gegen Union hätten treffen können, wenn nicht sogar müssen. Die Wolfsburger gaben 24 Torschüsse ab, aber nur viermal zappelte das Leder am Ende auch im Netz. VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer: „Ich wünsche mir mehr Konsequenz im Abschluss, mehr Gier, mehr Geilheit auf Tore. Wenn wir zweistellig gewinnen, kann keiner etwas sagen.“

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"Es heißt jetzt: Ruhe bewahren"

Mehr Geilheit auf Tore – die wünscht sich natürlich auch der Trainer. Nicht selten sprang Glasner von seinem Trainerstuhl im AOK-Stadion auf – und ärgerte sich, wenn seine Spieler mal wieder eine dicke Chance versiebt hatten. Es sei untypisch, „dass du so viele Chancen hast und dass du gleichzeitig so viele vergibst“, sagte der 46-Jährige in seiner Analyse. Aber der Trainer wollte seinen Spielern keinen allzu großen Vorwurf machen. „Ich kenne ja die Spieler, die wollten die Dinger machen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir etwas überhastet sind. Das Thema hatten wir schon in der vergangenen Saison. Es heißt jetzt: Ruhe bewahren, die Jungs werden die Tore schon machen – davon bin ich überzeugt.“

Gut wiederum – und das betonten Schäfer und Glasner unisono – sei gewesen, dass sich der VfL schon in seinem ersten Pflichtspiel so viele Möglichkeiten herausspielte. Häufig dafür zuständig: Admir Mehmedi. Dem schweizerischen Nationalspieler sah man nach seiner langen Verletzungspause (Achillessehnen-Riss) an, wie sehr er den Fußball vermisst hatte. Schäfer: „Er hat’s gut gemacht.“ Mehmedi setzte seine Mitspieler mit Pässen in die Tiefe häufig klug in Szene, für die gegnerische Abwehr war Wolfsburgs Nummer 14 nur ganz schwer zu packen, weil der 29-Jährige nicht nur stur in der Mitte blieb, sondern mal nach rechts oder links auswich oder sich mal die Bälle etwas tiefer im Mittelfeld holte, um sie dann in die Schnittstellen der Union-Abwehr zu spielen. Danach wurde es meist gefährlich, weil etwa Victor und auch Linksverteidiger Paulo Otavio viele Wege in die Tiefe machten.

Glasner: Mit vielen Sachen sehr einverstanden

Zum Liga-Start geht es gegen Mehmedis Ex-Verein Leverkusen. In dieser Partie wird die Defensive, die gegen Fürstenwalde nicht immer konsequent zupackte, mehr gefordert sein. Dass die Viererkette (Felix Klaus, Maxence Lacroix, Josuha Guilavogui, Paulo Otavio) gegen Fürstenwalde ein paar Wackler drin hatte, dürfte auch an der Zusammensetzung gelegen haben, was Glasner („Wir haben so noch kaum zusammengespielt“) bestätigte. Das Fazit von Glasner: „Ich bin mit vielen Sachen sehr einverstanden, wie wir es gemacht haben.“ Und die Sachen, die noch nicht so wie gewünscht funktioniert hätten, „die werden wir versuchen, schon am Donnerstag besser zu machen“.