06. Mai 2021 / 19:09 Uhr

VfL stoppt Fragen zur Glasner-Zukunft: Hängepartie geht weiter

VfL stoppt Fragen zur Glasner-Zukunft: Hängepartie geht weiter

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bleibt er? Geht er? Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg, sagte vorm Spiel gegen Union nichts zu seiner Zukunft.
Bleibt er? Geht er? Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg, sagte vorm Spiel gegen Union nichts zu seiner Zukunft. © Britta Schulze
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Die Hängepartie um Oliver Glasner, Trainer des VfL Wolfsburg, geht weiter. Vor dem Heimspiel gegen Union Berlin stoppte der VfL Nachfragen zur bevorstehenden Trennung vom Österreicher. Der sagt: "Für Schlagzeilen sollte unsere Tabellensituation sorgen."

Der Saison-Endspurt beginnt: Am Samstag (15.30 Uhr) geht's für den VfL Wolfsburg gegen Union Berlin, danach stehen noch die Partien bei RB Leipzig und gegen Mainz 05 an. Volle Konzentration auf diese drei Spiele - das steht für Oliver Glasner im Fokus. Aber der Trainer kann nicht verhindern, dass auch die Fragen zu seiner Zukunft im Mittelpunkt stehen und an den Nerven aller Beteiligten zerren. Und das so sehr, dass VfL-Sprecherin Barbara Ertel-Leicht bei der wöchentlichen Pressekonferenz Nachfragen zur anstehenden VfL-Trennung von Glasner kurzerhand stoppte - mit der Bitte, sich doch "bitte jetzt auf das Sportliche zu beschränken".

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Damit blieb die spannendste Frage zur Glasner-Zukunft unbeantwortet: Klärt sie sich noch vor dem Bundesliga-Finale am 22. Mai? Oder begleitet sie den VfL an den letzten drei Spieltagen weiter? Der Trainer selbst hatte zuvor seine Sicht der Dinge erklärt: Die letzten Tage seien "anstrengend" gewesen, weil "viele Gerüchte und Unwahrheiten unterwegs sind". Das auszublenden "gelinge nicht immer", auch deswegen sei das spielfreie Wochenende gut gewesen.

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Team und Trainerstab bräuchten nun "Ruhe" und wollen angesichts der großen sportlichen Chance auf die Champions League "alles andere ausblenden, darum ist "jetzt kein Zeitpunkt, über irgendetwas in der Zukunft zu sprechen". Mit den Spielern habe er zwar Anfang der Woche über das Thema geredet, aber die Antwort auf die Frage, ob wenigstens die Mannschaft weiß, wie es in Sachen Trainer nach der Saison weitergeht, blieb ebenfalls unbeantwortet. "Wir haben nicht über die einzelnen Situationen gesprochen, auch nicht über die der Spieler." Am Ende einer Saison gebe es "nun einmal immer Spekulationen" - über Trainer, Spielertransfers oder auch über die Kader der großen Nationalmannschaftsturniere, zu denen auch die EM im Sommer gehört. Und dass weder er noch Manager Jörg Schmadtke mittlerweile verheimlichen, dass sie nicht miteinander können und seit Monaten nicht mehr miteinander geredet haben, sei immerhin "besser als Heuchelei", wie Glasner befand.

Wichtiger sei, auch in der Ansprache zur Mannschaft, nun der Saisonendspurt. "Die beste Schlagzeile sollte eigentlich unsere Tabellensituation sein. Die Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase ist nun auch rechnerisch fixiert, wir können die Saison aber noch krönen." Und: "Ich habe den Spielern gesagt, dass wir selbst entscheiden, ob in der Volkswagen-Arena die Europa-League-Hymne oder die Champions-League-Hymne läuft. Und es ist schön, dass wir das selbst entscheiden können."

In der Liga-Pause hatte die offene Zukunft von Glasner für viele Schlagzeilen gesorgt. Aufgrund einer Ausstiegsklausel kann der Österreicher den VfL am Saisonende verlassen, mit Klubs wie Eintracht Frankfurt oder Bayer Leverkusen wird er schon länger in Verbindung gebracht, die Frankfurter sollen schon Kontakt aufgenommen haben. Dass der Trainer bleibt, gilt beim VfL mittlerweile als ausgeschlossen. Als Kandidaten für die Glasner-Nachfolge sind Ex-Bayern-Star Mark van Bommel, Dortmunds Edin Terzic und U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz im Gespräch. Spekulationen, in der heißen Phase der Saison, die auch die Spieler beschäftigen? Sportdirektor Marcel Schäfer, der ganz nah dran ist an der Mannschaft, dazu. "Ich glaube, dass die Saison gezeigt, dass sich unsere Mannschaften von Themen, die Unruhe erzeugen können, nicht ablenken lässt. Das wird auch jetzt nicht der Fall sein. Der Fokus der Spieler lag immer auf den Dingen, die sie selbst beeinflussen können - und das ist die tägliche Arbeit." Der Ex-Profi weiter: "Wir haben großes Vertrauen in die Jungs."

Großes Vertrauen, dass sich die Spieler zum einen von der Glasner-Diskussion nicht ablenken lassen und zum anderen nach drei Niederlagen aus den vergangenen vier Partien jetzt wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Schäfer: "Jetzt geht es darum, aus einer guten, eine außergewöhnliche Saison zu machen." Dafür brauche es im spannenden Endspurt im Kampf um die Königsklasse Mut und Selbstbewusstsein, gleichwohl dürfen individuelle Fehler wie in den Spielen in Frankfurt, gegen die Bayern oder Dortmund nicht mehr passieren. Schäfer: "Selbst in diesen Spielen habe ich der Mannschaft immer abgekauft, dass sie alles tut, um zu gewinnen." Am Ende reichte es nicht zum Dreier - aber am Samstag gegen Union soll sich das wieder ändern.