06. Februar 2022 / 22:19 Uhr

Wolfsburg stoppt den freien Fall, Kohfeldt mahnt: "Sollten nicht denken, dass jetzt alles besser ist"

Wolfsburg stoppt den freien Fall, Kohfeldt mahnt: "Sollten nicht denken, dass jetzt alles besser ist"

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mal wieder Jubel in Wolfsburg: Trainer Florian Kohfeldt (l.) und sein Trainerteam freuen sich über das 4:1, bei dem auch Maximilian Philipp (kl. Foto) traf.  
Mal wieder Jubel in Wolfsburg: Trainer Florian Kohfeldt (l.) und sein Trainerteam freuen sich über das 4:1, bei dem auch Maximilian Philipp (kl. Foto) traf.   © imago images/Christian Schroedter
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Der VfL Wolfsburg beendet seine Durststrecke mit einem 4:1 gegen Greuther Fürth. Aster Vranckx ist jetzt Wolfsburgs jüngster Doppelpacker, Trainer Florian Kohfeldt bleibt im Amt - und mahnt: "Wir sollten nicht denken, dass jetzt alles besser ist."

Endlich! Endlich wieder Tore, endlich mal wieder ein Sieg, endlich mal strahlende Gesichter beim VfL. Mit 4:1 (1:1) gewann Wolfsburgs Fußball-Bundesligist am Sonntagabend sein auch intern als „Endspiel“ angekündigtes Keller-Duell gegen Schlusslicht Greuther Fürth. Endlich machte Aster Vranckx sein erstes Pflichtspiel-Tor für den VfL (und legte noch einen weiteren Treffer nach), endlich ging mal ein Freistoß rein (durch Maximilian Arnold), endlich traf auch Maximilian Philipp mal wieder - und endlich hatte Wolfsburg auch mal die richtige Portion Glück, die bei allen vier Treffern mithalf.

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Und endlich - so mögen es die Verantwortlichen sehen - beruhigt sich auch die Diskussion um die Zukunft von Florian Kohfeldt zumindest für ein paar Tage. Der Trainer selbst, dem bei einer Niederlage das Aus gedroht hatte, hielt den Ball erst einmal flach: „Wir sollten nicht denken, dass jetzt alles besser ist. Es gibt noch genug Dinge, an denen wir arbeiten müssen.“

Wölfe in Noten: Einzelkritik zum Spiel des VfL Wolfsburg gegen Fürth

<b>Koen Casteels: </b>War in der Anfangsphase mit dem Fuß zur Stelle und hielt nach einer halben Stunde einen Freistoß sicher. Ansonsten recht wenig zu tun, entschied sich beim Foulelfmeter für die andere Ecke. - Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: War in der Anfangsphase mit dem Fuß zur Stelle und hielt nach einer halben Stunde einen Freistoß sicher. Ansonsten recht wenig zu tun, entschied sich beim Foulelfmeter für die andere Ecke. - Note: 3 ©

Aber, und das ist wichtiger, es gab auch vieles, was Freude machte - etwa der Doppelpack von Vranckx, seit Saisonbeginn einer der großen VfL-Lichtblicke und nun jüngster Doppelpacker der Wolfsburger Bundesliga-Geschichte. „Es fühlt sich gut an“, meinte der 19-jährige Belgier nach dem Abpfiff. „Wir haben in der Halbzeit geredet und gesagt, dass wir weiter alles geben müssen“, nun seien er und das Team erleichtert - „und ich hoffe, dass ich noch mehr Tore machen kann.“ Bei beiden Treffern beteiligt: Renato Steffen, der ebenfalls erleichtert war: „Wenn man die letzten Wochen anschaut, ist sehr viel Last von den Schultern gefallen. Ich habe vor dem Spiel nicht mehr Druck gespürt. Ich wollte den Jungs das Gefühl geben, dass wir trotz der Situation locker in das Spiel gehen können..“

Die richtige Prise Lockerheit wird weiter nötig sein. Denn nach elf Pflichtspielen ohne Sieg und vier Bundesliga-Partien ohne eigenes Tor dürfen sich die Wolfsburger zwar über den Sprung auf Platz zwölf freuen, aber der Vorsprung auf Relegationsrang 16 beträgt weiter nur zwei Punkte. Kohfeldt allerdings hat Argumente für seine Zuversicht gesammelt: „Es war sehr wichtig für uns, den ersten Schritt zu gehen und zu spüren, dass wir Spiele gewinnen, stabil bleiben und Phasen überstehen können, die nicht optimal laufen.“

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Die gab es auch gegen Fürth, vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit, als der Ausgleich für das Schlusslicht (Elfmeter nach VAR-Entscheid) durchaus verdient war. „Nach dem Rückschlag waren für einen kurzen Moment die Zweifel wieder im Kopf, aber wir konnten uns in der Pause wieder ordnen“, so Steffen. Und auch nach dem zweiten Vranckx-Treffer zog sich der VfL unnötig weit zurück, wurde passiver – gegen einen Gegner, der nach verkorkster Hinrunde mittlerweile auch fußballerisch in der Bundesliga konkurrenzfähig ist.

Manager Jörg Schmadtke hatte der Partie „Endspielcharakter“ zugeschrieben, und das „für alle“. Die Bedeutung der Partie war ohnehin immens, die Verpflichtungen von Max Kruse, Jonas Wind (beide gegen Fürth in der Startelf) sowie Kevin Paredes (auf der Bank) machten den Druck eher größer. Dass der VfL dennoch auch in schwierigen Phasen des Spiels eine gute Reaktion zeigte, war darum besonders wichtig. „In einer nicht so einfachen Ausgangslage haben wir vom Kopf her eine sehr gute Leistung gebracht“, befand Kohfeldt, „weil es Phasen gab, in denen das Spiel in die andere Richtung hätte kippen können.“

Es kippte nicht, was den Wolfsburgern auch noch eine nette Fußnote mit historischer Dimension bescherte. Denn der VfL hat in der Ewigen Tabelle der Bundesliga Hannover 96 überholt und ist nun auch nach Punkten der erfolgreichste niedersächsische Klub der Erstliga-Geschichte. Endlich.

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