23. Februar 2022 / 16:55 Uhr

Wolfsburg-Stürmer Bialek nach Leidenszeit in Lauerstellung: "Bin immer bereit zu spielen!"

Wolfsburg-Stürmer Bialek nach Leidenszeit in Lauerstellung: "Bin immer bereit zu spielen!"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sieht sich nach seinem Kreuzbandriss wieder bei 100 Prozent: Wolfsburg-Stürmer Bartosz Bialek.
Sieht sich nach seinem Kreuzbandriss wieder bei 100 Prozent: Wolfsburg-Stürmer Bartosz Bialek. © Roland Hermstein / Boris Baschin
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Er war drauf und dran, eine echte Alternative im Angriff des VfL Wolfsburg zu werden, dann bremste Bartosz Bialek ein Kreuzbandriss aus. Nun sieht sich der polnische U21-Nationalspieler wieder bei 100 Prozent - und wartet auf seine Chance und auf einen Landsmann als Sturmpartner.

Seine Leidenszeit ist vorbei: VfL-Angreifer Bartosz Bialek ist nach seinem Kreuzbandriss zurück und bietet Trainer Florian Kohfeldt in der Offensive wieder eine Option mehr. Beim 0:1 in Bochum Anfang des Jahres hatte der Pole sein Comeback gefeiert, in den vergangenen drei Partien des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten durfte er jeweils ran. Und jetzt sollen in der Rückrunde endlich auch Startelf-Einsätze folgen - denn davon hat der Stürmer für den Klub aus der VW-Stadt erst einen zu verzeichnen.

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Ende April war der Angreifer im Training mit den Stollen im Rasen hängengeblieben und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Mehr als acht Monate Pause und harte Arbeit fürs Comeback liegen nun hinter dem 20-Jährigen. "Diese Zeit war wirklich schwer für mich", erinnert sich Bialek. "Ich habe lange gebraucht, bis ich wieder mit der Mannschaft trainieren konnte, aber jetzt ist alles wieder in Ordnung." Unterstützung habe er in den vergangenen Wochen von der Mannschaft, dem Trainerteam und seiner Familie erhalten. "Meine Mama und mein Bruder haben mich sehr unterstützt, besonders in der Zeit, als ich in Polen war, haben sie sich sehr um mich gekümmert und waren immer für mich da."

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In Bochum gab Bialek dann sein zwölfminütiges Comeback - eine große Erleichterung. "Ich war sehr zufrieden und auch glücklich, als ich endlich wieder auf dem Platz stand", betont der Angreifer. "Jedes Spiel gibt mir eine neue Motivation und macht mich hungrig auf mehr Spielzeit." Wie viel Spielzeit es letztlich für ihn gibt, hängt von seinen Leistungen ab. In der vergangenen Saison lief Bialek 19 Mal für den VfL auf - allerdings nur einmal von Beginn an. Das war Ende September 2020 beim 1:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart. Seitdem gab's nur Kurzeinsätze - das soll sich nun ändern. Bialek sei "immer bereit zu spielen" und er warte "auf die Chance, die mir der Trainer gibt. Ich signalisiere ihm, dass ich startklar bin, unbedingt spielen will und das Team unterstützen möchte."

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Dass Bialek große Qualitäten mitbringt, sieht Kohfeldt täglich im Training - und er hat es auch schon am eigenen Leib zu spüren bekommen. Am 27. November 2020, also einen Monat vor seinem Startelf-Debüt für den VfL, erzielte Bialek gegen Werder Bremen mit seinem Treffer zum 5:3-Endstand sein erstes Wolfsburg-Tor. "Klar, darüber haben wir schon mal gesprochen", erzählt Bialek und lacht. "Es war schon witzig, dass ich mein erstes Tor gegen Bremen gemacht habe, als er dort noch Trainer war. Mittlerweile freut er sich für mich."

Kohfeldt kennt die Stärken von Bialek also, dennoch muss der Angreifer um Einsatzzeit kämpfen. Denn der Konkurrenzkampf in Wolfsburg ist riesig. Mit Jonas Wind und Max Kruse hat der VfL zwei Stürmer verpflichtet, die aber langfristig eher auf den Halbpositionen spielen könnten. Allerdings steht mit Lukas Nmecha (nach Knöchelverletzung) Bialeks Konkurrent Nummer 1 fürs Sturmzentrum kurz vorm Comeback. Beide seien "unterschiedliche Spielertypen", sagt Bialek. "Lukas zeichnet sich durch seine hohe Schnelligkeit aus. Ich warte auf meine Chance und gebe alles." Mit Wind und Kruse seien zwei Spieler dazugestoßen, "die über viele Fähigkeiten und eine große Erfahrung verfügen", sagt der Pole. Und Kruse sei für ihn der verrückteste Profi, mit dem er je zusammengespielt hat. "Max bringt einfach viel gute Laune mit und sein Lachen steckt an", so Bialek schmunzelnd.

Und im Sommer wird der Konkurrenzkampf - sofern der VfL keinen Offensivmann abgibt - noch etwas größer. Denn dann kommt Jakub Kaminski, dessen Verpflichtung von Lech Posen (kostete rund 10 Millionen Euro) der VfL schon Mitte Januar bekannt gegeben hatte. Aber Bialek freut sich auf den 19-jährigen Polen. Beide kennen sich und "haben schon im polnischen Kader zusammengespielt", erinnert sich der Wolfsburger an die Zeit in der Nachwuchs-Nationalmannschaft. "Es ist schön, dass mit ihm ein Landsmann zum VfL kommt", sagt Bialek, der auch einen gewissen Einfluss auf den Wechsel in die VW-Stadt hatte: "Jakub hat mich gefragt, was ihn hier so erwarten wird, wie die Trainingsbedingungen aussehen und wie die Mannschaftskollegen sind." Der Flügelspieler sei "sehr schnell und sein Dribbling ist stark. Er hat einen richtig guten rechten Fuß und fällt durch seine Leistungen in Polen positiv auf."

Ex-VfLer Hunt beendet seine Karriere

Der "Hunter" macht Schluss! Ex-VfLer Aaron Hunt hat sein Karriereende bekannt gegeben. In der Saison 2014/15 und zu Beginn der darauffolgenden Spielzeit hatte der heute 35-Jährige in Wolfsburg unter Vertrag gestanden - in 17 Liga-Partien gelangen ihm zwei Tore und eine Vorlage. Zusammen mit Weltstar Kevin De Bruyne (heute Manchester City) feierte Hunt 2015 mit dem VfL den Gewinn des DFB-Pokals, ehe es ihn zum Hamburger SV zog. Dort wurde sein Vertrag im Sommer aber nicht verlängert. "Ich habe einige Möglichkeiten gehabt, zu unterschreiben. Aber am Ende hat es nicht so recht gepasst. Es ergibt keinen Sinn, ein weiteres halbes Jahr zu warten", sagte Hunt der Bild. "Das Thema Profi-Fußball ist für mich abgeschlossen. Ich mache Schluss." Insgesamt bestritt der Offensivmann 304 Bundesliga-Spiele und kam in der 2. Liga 72 Mal zum Einsatz.