16. Mai 2020 / 18:27 Uhr

Wolfsburgs Tor-Joker Ginczek ehrlich: Ich hatte mit Startelf-Einsatz gerechnet...

Wolfsburgs Tor-Joker Ginczek ehrlich: Ich hatte mit Startelf-Einsatz gerechnet...

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Trainer Glasner brachte Ginczek als Joker - mit Erfolg
Trainer Glasner brachte Ginczek als Joker - mit Erfolg
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Er stand goldrichtig und traf spät: Daniel Ginczek hat den Siegtreffer für den VfL Wolfsburg beim Geisterspiel in Augsburg erzielt - als Joker. Dass er nicht von Beginn an spielte, war eine große Überraschung.

Wout Weghorst gesperrt - da war es eigentlich keine Frage, wer für den VfL Wolfsburg beim Geisterspiel-Auftakt in Augsburg im Sturmzentrum agieren wird: Daniel Ginczek. Doch Trainer Oliver Glasner überraschte mit seiner Startelf, ließ Ginczek auf der Bank, brachte ihn erst nach gut einer Stunde. Und als Joker entschied der Ex-Stuttgarter das Spiel, traf zum 2:1 für den VfL. Damit belohnte er sein Team, das in diesem Spiel die insgesamt bessere Mannschaft war.

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Der VfL Wolfsburg in Augsburg - Die Bilder des Geisterspiels

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Leere Ränge: Die WWK-Arena in Augsburg ©

Nach dem Abpfiff gab Ginczek zu, dass auch er von seinem Bank-Platz überrascht war. "Ich hatte schon gehofft und gedacht, dass ich spiele", sagte der Torschütze, aber: "Ich akzeptiere die Entscheidung des Trainers. So wie es gelaufen ist, war es letztlich gut für mich. Ich konnte ein bisschen Eigenwerbung machen. Jetzt geht‘s in der Woche für mich weiter, um zu zeigen, dass ich wieder in die Mannschaft will."

Mit Ginczek hatte der Coach am Donnerstag "über eine Stunde lang über seine Situation gesprochen", so Glasner. "Und er hat die passende Antwort gegeben. Es geht gar nicht darum zu sagen, ein Spieler ist besser als ein anderer, sondern der VfL ist in guter Verfassung." Statt Ginczek hatte Joao Victor in der Spitze begonnen. "Er hat in den letzten Tagen einen seht guten Eindruck hinterlassen im Training", erklärte Glasner dazu. Im Spiel allerdings funktionierte das nicht, von Victor war nichts zu sehen, er war schwächster Wolfsburger.

Der VfL Wolfsburg in Augsburg: Noten und Einzelkritik

<b>Koen Casteels:</b> Der Belgier im Wolfsburger Tor war in Augsburg wenig gefordert. Zunächst parierte er in der ersten Halbzeit einen Schuss von Juan Vargas im Nachfassen. Doch beim Ausgleich sah er nicht gut aus, der Kopfball von John Anthony Brooks rutschte ihm durch die Handschuhe. - Note: 4 Zur Galerie
Koen Casteels: Der Belgier im Wolfsburger Tor war in Augsburg wenig gefordert. Zunächst parierte er in der ersten Halbzeit einen Schuss von Juan Vargas im Nachfassen. Doch beim Ausgleich sah er nicht gut aus, der Kopfball von John Anthony Brooks rutschte ihm durch die Handschuhe. - Note: 4 ©

Victor statt Ginczek - das war nicht die einzige Überraschung in der VfL-Startelf. Auch Robin Knoche (hat das VfL-Angebot zur Vertragsverlängerung noch nicht angenommen) und Jerome Roussillon mussten zunächst auf die Bank. Letzterer wurde wie Felix Klaus und Ginczek eingewechselt, dabei beließ es Glasner - obwohl erstmals fünf Auswechslungen erlaubt waren. Auch sonst war vieles anders in Augsburg, ohne Zuschauer lag eine eigenartige Stimmung über dem Spiel. Ginczek dazu: "Du weißt, dich wird niemand pushen. Das ist nicht so einfach wie es sich jeder vorstellt." Aber der VfL machte es gut, konnte auch auf seine Erfahrung aus dem Europa-League-Spiel gegen Schachtar Donezk bauen: "Was uns in den ersten Minuten zugute kam, war, dass wir schon ein Spiel ohne Kulisse gemacht haben. Natürlich war die Unsicherheit trotzdem etwas da."

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Das erste Tor für den VfL hatte Renato Steffen erzielt - mit einem spektakulären Kopfball-Tor aus 14 Metern! Dass der Schweizer auf diese Art und Weise traf, mag ungewöhnlich sein, sein Tor-Instinkt ist es nicht: Es war bereits sein fünfter Bundesliga-Treffer in der Rückrunde. Für Ginczek, der lange verletzt gefehlt hatte, war es nach seinem Doppelpack in Paderborn der dritte Saisontreffer. Aber nicht nur er, die Wolfsburger machten es insgesamt engagiert. "Nach der neunwöchigen Pause kann auch noch nicht alles funktionieren", betonte Ginczek, ergänzte aber: "Die ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte hatten wir etwas Glück, als das 1:2 nicht gegeben wurde. Und dann kam unser Lucky Punch, das erinnert mich ein wenig an die vergangene Saison, als wir hier mit 3:2 gewonnen haben."

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Dass der Sieg verdient war, zeigen auch die Zahlen des Spiels. Von den Torschüssen (16:8) über den Ballbesitz (60:40%) bis zur Zweikampfquote (55:45%) - überall war der VfL vorn. Und der Tabelle sieht's dank Ginczek auch gut aus: Wolfsburg zog an Schalke (0:4 in Dortmund) vorbei und wird den ersten Geisterspieltag der Liga auf Platz sechs beenden. Das ist der Platz, der für Europa reicht...

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