16. April 2022 / 20:53 Uhr

"Katastrophal", "desolat": Alarmstimmung beim VfL Wolfsburg – Fans bestellen Profis zum Rapport

"Katastrophal", "desolat": Alarmstimmung beim VfL Wolfsburg – Fans bestellen Profis zum Rapport

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die mitgereisten Fans bestellten die Profis des VfL Wolfsburg nach der Pleite beim BVB zum Rapport.
Die mitgereisten Fans bestellten die Profis des VfL Wolfsburg nach der Pleite beim BVB zum Rapport. © IMAGO/Team 2
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Das 1:6 bei Borussia Dortmund hat den VfL Wolfsburg in Alarmstimmung versetzt. Die Fans bestellen die Profis zum Rapport, Sportdirektor Marcel Schäfer schimpft und Trainer Florian Kohfeldt ist ebenfalls aufgebracht. Doch der Coach selbst gerät wieder stärker in die Kritik.

Zwischen Glück und Elend lagen rund 100 Meter. Während die Mannschaft von Borussia Dortmund vor der Tribüne mit den Fans feierte, bestellten die mitgereisten Anhänger des VfL Wolfsburg ihr Team zu Rapport. Minutenlang mussten sich Maximilian Arnold und seine Kollegen die Vorwürfe von den Rängen anhören. Es wurde wild gestikuliert und jede Bewegung brachte zum Ausdruck: "Wir haben die Schnauze voll!" Mit 1:6 hatten sich die Niedersachsen zuvor beim BVB blamiert, in der ersten Hälfte fünf Tore binnen 14 Minuten kassiert. Der Klassenerhalt ist weiterhin nicht endgültig gesichert. Ähnlich schlimm: Eine nachhaltige Entwicklung des nominell keinesfalls schlecht besetzten Teams ist nicht erkennbar.

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"Das geht einfach nicht. Das war katastrophal heute“, sagte VfL-Trainer Florian Kohfeldt aufgebracht. Gerade in der ersten Halbzeit habe er "eine desolate Leistung in allen Belangen" gesehen. "Es ist wieder passiert, was uns häufig passiert – heute vielleicht am krassesten: Dass wir nach einem ordentlichen Spiel letzte Woche alle mit 5 Prozent weniger Spannung da sind", schimpfte der Coach bei Sky. Es war eine unverhohlene Kritik an der Einstellung seiner Mannschaft, die ja immerhin noch als Champions-League-Teilnehmer in diese Saison gestartet war. Neun Monate später gilt nun: "Wir müssen uns jetzt darauf konzentrieren, die zwei Siege zu holen, die wir noch brauchen."

Auch Wolfsburgs Sportdirektor Marcel Schäfer wurde deutlich. "Alles, was nach dem 1:0 für Dortmund passierte, das war eine unterirdische Leistung, das muss man ganz klar so sagen", meinte der frühere Nationalspieler und bezeichnete die Vorstellung als "bundesligaunwürdig". Da sich die Mannschaften im Tabellenkeller in den kommenden Wochen gegenseitig die Punkte wegnehmen werden und der VfL noch über ein Polster an Zählern verfügt, dürfte es dennoch zum Ligaverbleib reichen. Und dann?

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Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann äußerte leise Zweifel an Kohfeldt. Der Kader sei "weit über Durchschnitt besetzt", meinte der Sky-Experte: "Da kann etwas nicht stimmen. Solche Spiele helfen auch dem Trainer nicht." Kohfeldt hatte die Mannschaft im vergangenen Oktober übernommen und bislang nie nachhaltig in die Spur bringen können. In 24 Pflichtspielen unter seiner Verantwortung gelangen sieben Siege. Sein Vertrag läuft bis Sommer 2023.