23. April 2021 / 14:26 Uhr

Wolfsburg-Trainer Glasner: Ein Endspiel ist es nur für Dortmund

Wolfsburg-Trainer Glasner: Ein Endspiel ist es nur für Dortmund

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wolfsburg-Trainer Glasner geht mit seinem Team als Dritter ins Duell mit dem BVB, Verteidiger Lacroix (l.) ist wieder einsatzfähig.
Wolfsburg-Trainer Glasner geht mit seinem Team als Dritter ins Duell mit dem BVB, Verteidiger Lacroix (l.) ist wieder einsatzfähig. © AP
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Der VfL Wolfsburg will in die Champions League, Borussia Dortmund will es auch - am Samstag (15.30 Uhr) treffen der Tabellendritte und der Tabellenfünfte der Fußball-Bundesliga aufeinander. Der BVB hat vor diesem Spitzenspiel mehr Druck, glaubt VfL-Trainer Oliver Glasner.

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Der Dritte gegen den Fünften, der überraschende Champions-League-Kandidat gegen den Champions-League-Dauergast: Im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga trifft der VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr) auf Borussia Dortmund. Während der VfL mit einem Sieg das Ticket für die Königsklasse fast schon buchen kann, ist es für den BVB so etwas wie die letzten Chance, noch ins Rennen um die Top-Vier-Plätze einzugreifen. Also ein Endspiel? "Für Dortmund sicherlich mehr als für uns", sagt VfL-Trainer Oliver Glasner.

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Der Blick auf die Tabelle gibt ihm Recht. Denn egal, wie die Partie ausgeht, Wolfsburg kann nach dem Spieltag nicht aus den Champions-League-Rängen herausfallen. "Wir werden auch danach in jedem Fall vor Borussia Dortmund stehen", betont Glasner. "Wenn wir gewinnen, sind wir weg, dann sieht es wirklich sehr, sehr gut aus."

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Das vor der Saison ausgegebene Ziel Europa hat der VfL schon erreicht. Aber intern wie auch nach außen wird längst nur noch über die Chance auf die Königsklasse gesprochen. "Wenn du vier Spieltage vor Schluss auf Platz drei stehst", so Glasner, "dann kann es nur ein Ziel geben - und es gibt auch nur noch ein Ziel für uns: Wir wollen in die Champions League!" Ähnlich offensiv hatten sich zuletzt auch seine Spieler geäußert. Dennoch sei es "schön, wenn du bereits jetzt ein bisschen was in der Tasche hast".

Dortmund ist allerdings neben den Bayern der größte Angstgegner des VfL in der Bundesliga. Elf Spiele haben die Wolfsburger zuletzt gegen den BVB nicht gewonnen, dabei nur einen Punkt geholt (0:0 im Januar 2018). Gegen kein anderes Team ist der BVB so lange unbesiegt. Und: Bei den vergangenen fünf Auftritten in Wolfsburg ging die Borussia stets als Sieger vom Platz. Zudem erzielte der VfL seit 2016 in acht Spielen kein einziges Tor gegen die Westfalen. Den letzten Wolfsburger Sieg gegen Dortmund gab es im Pokal-Finale 2015.

"Wir haben nicht gerade eine Sieges-Serie gegen den BVB hinter uns", weiß auch Glasner, für den es "Zeit wird, diese Statistik jetzt aus den Köpfen zu bringen". Was dabei für den VfL spricht: "Wir haben in dieser Saison schon viele Statistiken widerlegt", erst am Mittwoch wurde beispielsweise die Reihe von Niederlagen in Stuttgart beendet. "Wir haben zudem auch viele Positiv-Rekorde gebrochen - dann ist jetzt auch Zeit, diese Niederlagen-Serie gegen den BVB zu beenden."

Das Hinspiel wurde zum Start ins Jahr 2021 mit 0:2 verloren, die Wolfsburger waren aber keineswegs chancenlos. Ganz im Gegenteil, sie nutzten ihre Möglichkeiten nicht, daher wünscht sich Glasner nun: "Wenn wir in den ersten zehn Minuten wieder zwei so klare Chancen haben, wäre es schön, wenn wir die reinmachen."

Personell sieht es beim VfL wieder besser aus als beim 3:1-Erfolg in Stuttgart. Die zuletzt gesperrten Paulo Otavio und Kevin Mbabu kehren zurück, auch Maxence Lacroix ist nach seinen Oberschenkel-Problemen wieder einsatzfähig und dürfte in die Startelf zurückkehren. Außer Renato Steffen (Bandverletzung im linken Sprunggelenk) waren beim Training am Freitag alle Spieler dabei, Ridle Baku klagte allerdings über Wadenprobleme. Glasner: "Hinter ihm steht ein kleines Fragezeichen, über seinen Einsatz werden wir am Spieltag entscheiden."

Bei Borussia Dortmund ist wegen der Gelb-Sperre von Mats Hummels nur noch ein gelernter Innenverteidiger übrig - Manuel Akanji. Neben ihm könnte Mittelfeldspieler Emre Can in der Viererkette auflaufen, für dessen eigentliche Position steht Thomas Delaney nach Achillessehnenproblemen wieder zur Verfügung.

Dass der BVB zuletzt drei Spiele gewonnen hat, sorgt für Optimismus bei Trainer Edin Terzic. "Wir hatten schon elf Punkte Rückstand auf Wolfsburg. Aber wir haben immer Optimismus vorgelebt, weil wir noch gegen sie spielen", sagte der Coach am Freitag. "Wir haben es geschafft, das auf fünf Punkte runterzubrechen. Nach dem Abpfiff sollen es nur noch zwei sein. Die Chance dazu ist sehr groß."

Und er spielt den Endspiel-Ball zurück nach Niedersachsen: "In Bezug auf Wolfsburg ist es definitiv ein Endspiel", denn "wenn Wolfsburg nach dem Spiel acht Punkte davonzieht, sind sie bei nur noch drei Spielen weg. Aber vielleicht wäre dann noch Platz vier möglich, je nachdem wie Frankfurt in Leverkusen spielt." Das Duell Eintracht gegen Bayer ist am Samstag (18.30 Uhr) das zweite Top-Spiel der Liga - und hat wie die Partie in Wolfsburg in Sachen Champions League möglicherweise vorentscheidenden Charakter.