27. März 2020 / 15:43 Uhr

Wolfsburg-Trainer Glasner: Hausaufgaben mit den Kindern, Lob für die Profis

Wolfsburg-Trainer Glasner: Hausaufgaben mit den Kindern, Lob für die Profis

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL-Trainer Oliver Glasner
Verbringt viel Zeit mit der Familie und vermisst den Ball: Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg.
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Wegen der Corona-Pandemie pausiert die Fußball-Bundesliga, was macht Oliver Glasner? Der Trainer des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg verbringt viel Zeit mit der Familie - und vermisst den Ball...

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Vor zwei Wochen hatte sich der VfL dazu entschlossen, eine Woche lang mit dem Training auszusetzen, Spieler und Trainer durften das Land jedoch nicht verlassen. Für die Profis des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten kein so großes Problem, zumal ihre Familien hier leben. Bei Oliver Glasner war das anders, der VfL-Trainer lebt allein in Fallersleben, seine Familie in Österreich. Aber kurz bevor die Grenzen wegen des Coronavirus dicht gemacht wurden, kam Glasners Familie noch nach Deutschland, was den 45-Jährigen natürlich freut, gleichwohl räumt er ein: "Das ist eine Zeit, die für uns alle nicht einfach ist.“

Zuletzt hatten seine Frau und die drei Kinder (zwei Jungs, ein Mädchen) den Coach immer wieder mal besucht, dann ging's wieder in die Heimat zurück, weil Glasners Frau arbeitet und die Kids zur Schule müssen. Doch in Zeiten von Corona ist alles anders. Die Bundesliga pausiert, Mannschaftstraining ist nicht möglich, so bleibt Glasner, der zwar weiterhin regelmäßig im VfL-Center ist, mehr Zeit für seine Lieben. "Die Kinder haben Aufgaben aus der Schule mitbekommen, bei denen ich ein bisschen mithelfen kann oder auch mal nicht", beschreibt Glasner, der selbst mal Lehrer werden wollte. Seinem ältesten Sohn (18) könne er bei schulischen Dingen nicht mehr so viel unter die Arme greifen. Glasner grinsend: "Er macht nächstes Jahr Abitur, da wird es auch schon ein bisschen dünn für mich, mitzuhelfen."

So läuft beim VfL das Training mit Abstand

Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. Zur Galerie
Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. ©

Zwischendurch geht's für die Glasners mal an die frische Luft, "und danach ist auch jeder froh, wenn er sich mal eine halbe Stunde zurückziehen kann", so der VfL-Coach, der in diesen Tagen in Gedanken auch bei seiner Mutter ist. "Sie ist 70 Jahre alt und lebt ganz alleine, aber ihr geht es gut. Sie wird super versorgt, bekommt die Nahrungsmittel vor die Tür gestellt, damit sie eben nicht raus muss", weil sie als älterer Mensch zur Risikogruppe gehört, die vor Corona besonders geschützt werden muss.

Zuletzt hatte Glasner-Schützling Maximilian Arnold erzählt, wie sehr er gern wieder Fußballspielen möchte, Glasner geht es nicht anders. Er vermisse "den Ball", seine Kinder die Schule, "obwohl sie die nicht immer lustig fanden. Aber jetzt ist Schule für sie super. Da könnten sie Freunde treffen und quatschen, aber das geht momentan alles nicht", so der Ex-Profi.

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Der Trainer bezeichnet die fußballlose Zeit jetzt nicht als weitere Vorbereitung - nein, "das ist für mich die Vorbereitung auf die Vorbereitung". Wenn es so kommen sollte, dass die Vereine ab dem 6. April wieder Mannschaftstraining absolvieren und ab Mai wieder spielen dürften, "dann hätten wir etwa vier Wochen Zeit". Zeit für die Vorbereitung, um die Saison beenden zu können. Ob das wirklich gelingt, ist total offen. Seine Spieler jedenfalls ziehen auch in dieser mit vielen Fragezeichen versehenen Zeit "super mit" beim Training in den kleinen Gruppen, lobt der Coach. Gleichwohl freut es sie auch, wenn sie nach eineinhalb bis zwei Stunden Training wieder zurück zu ihren Familien dürfen. Glasner: "Im vergangenen Jahr sind bei uns zehn Spieler Väter geworden. Alle sind froh darüber, dass sie Zeit mit ihren Kindern verbringen können." Zuletzt sei das wegen der vielen Spiele nicht immer möglich gewesen.