09. Januar 2022 / 21:03 Uhr

Wolfsburg-Trainer Kohfeldt: "Bin absolut sicher, dass ich gegen Hertha auf der Bank sitzen werde"

Wolfsburg-Trainer Kohfeldt: "Bin absolut sicher, dass ich gegen Hertha auf der Bank sitzen werde"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Achte Pflichtspiel-Niederlage: Aber VfL-Trainer Florian Kohfeldt geht davon aus, dass er gegen Hertha auf der Bank sitzen wird.
Achte Pflichtspiel-Niederlage: Aber VfL-Trainer Florian Kohfeldt geht davon aus, dass er gegen Hertha auf der Bank sitzen wird. © DPA
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Der VfL Wolfsburg hat die sechste Bundesliga-Niederlage in Folge kassiert – so viele waren es für die Niedersachsen in knapp 25 Jahren Erstklassigkeit noch nie. Dass auch der Job des Trainers wackelt, versteht sich da von selbst. Florian Kohfeldt ist allerdings "absolut sicher, dass ich gegen Hertha auf der Bank sitzen werde".

Acht Pflichtspiel-Niederlagen in Folge für den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten und seinen Trainer Florian Kohfeldt. Die Luft wird nach dem 0:1 (0:0) in Bochum immer dünner für den Coach, der sich in der zwölftägigen Winter-Vorbereitung so viel mit seiner Mannschaft vorgenommen und eine Menge Zuversicht versprüht hatte. Den nächsten Nackenschlag gab's am Sonntagabend. Dennoch geht der 39-Jährige stark davon aus, dass er auch das kommende Spiel am Samstag (15.30 Uhr) in Berlin leiten wird: "Ich bin absolut sicher, dass ich gegen Hertha auf der Bank sitzen werde."

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Nach sieben Niederlagen hatte Kohfeldt im Mai 2021 bei Werder Bremen gehen müssen. In Wolfsburg ist es schon eine Pleite mehr und der Coach ist immer noch im Amt, Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer haben dem Trainer in den vergangenen Wochen immer den Rücken gestärkt. Aber wie lange halten die VfL-Verantwortlichen noch an ihrem Coach fest? Kohfeldt lässt dieses Thema nicht an sich ran. "Ich bin mir sicher, dass wir aus der Situation herauskommen. Wenn ich anfangen würde, mir darüber Gedanken zu machen, dürfte ich hier nicht mehr sitzen", so Kohfeldt. "Ich gehe voran, werde nicht jammern. Wir werden kämpfen, kombiniert mit den Ideen, die wir haben."

Wölfe in Noten: Einzelkritik fürs Spiel des VfL Wolfsburg beim VfL Bochum

<b>Koen Casteels: </b> Strotzte in einer brenzligen Situation mit Ball am Fuß vor Selbstvertrauen. Hatte sonst recht wenig zu tun. Macht beim 0:1 keinen guten Eindruck, entscheidet sich rauszukommen, ist aber zu spät dran. - Note: 4 Zur Galerie
Koen Casteels: Strotzte in einer brenzligen Situation mit Ball am Fuß vor Selbstvertrauen. Hatte sonst recht wenig zu tun. Macht beim 0:1 keinen guten Eindruck, entscheidet sich rauszukommen, ist aber zu spät dran. - Note: 4 ©

Jetzt hat Kohfeldt wieder eine Woche Zeit, seiner Mannschaft gegenüber die richtige Ansprache zu wählen und sie auf die nächste Aufgabe einzuschwören. Aber das wird nicht leicht. "Ich weiß nicht, ob ich aufbauende Worte finden muss", sagte Kohfeldt. "Wir müssen auch niemanden in den Arm nehmen. Jeder, der Fußball kennt, weiß, was in den Köpfen gerade los ist. Das kannst du nur bewältigen, wenn du dich immer wieder dagegen wehrst und nicht, wenn du es über dich ergehen lässt."

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Das Wort Stimmungskiller wollte der VfL-Trainer nach dem 0:1 nicht in den Mund nehmen, aber die Niederlage "fördert die Aufbruchsstimmung jedenfalls nicht". Trotz des Absturzes auf Platz 14 und nur noch zwei Punkten Abstand zu Relegationsplatz 16 dürfe sein Team jetzt "nicht klagen, wenn wir vorn mal einen nicht machen, sondern müssen daran arbeiten, dass wir die Wiederholungszahl solcher Chancen erhöhen und mental dagegenhalten. Wir dürfen nicht jammern. Punkt."

"Nicht jammern" – diesen Ausdruck wählte Kohfeldt auf der Pressekonferenz nach dem Spiel einige Male. Auch im Zusammenhang mit der kassierten Pleite. Dass der VfL das – aus seiner Sicht – "Unentschieden-Spiel" verliere, sei "in unserer Situation beinahe typisch. Wichtig ist, dass wir nicht jammern, sondern nächste Woche versuchen, dagegen anzugehen." Wohl mit Kohfeldt als Trainer – und der hat auch ein paar gute Ansätze gesehen. Offensiv habe seine Mannschaft zwar "zu wenig Lösungen gefunden", aber "defensiv haben wir ein paar Dinge gut umgesetzt". Darauf lasse sich aufbauen. Kohfeldt: "Von der Grundstruktur her haben wir einen anderen VfL Wolfsburg gesehen."