20. November 2021 / 19:25 Uhr

VfL-Trainer Kohfeldt bleibt ungeschlagen: Aber "wir müssen das eine oder andere aufarbeiten"

VfL-Trainer Kohfeldt bleibt ungeschlagen: Aber "wir müssen das eine oder andere aufarbeiten"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der frühe Rückstand: Nach elf Minuten lag der VfL in Bielefeld zurück.
Der frühe Rückstand: Nach elf Minuten lag der VfL in Bielefeld zurück. © DPA
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Der VfL Wolfsburg bleibt auch im vierten Spiel unter Florian Kohfeldt ungeschlagen. Doch zufrieden war der Fußball-Bundesligist nach dem 2:2 vor allem mit dem Auftritt in der ersten Halbzeit nicht.

Das Gute vorweg: Der VfL Wolfsburg ist unter seinem neuen Trainer Florian Kohfeldt auch im vierten Pflichtspiel weiter ungeschlagen, holte beim 2:2 bei Arminia Bielefeld nach 0:2-Rückstand noch einen Punkt. Doch vor allem die Vorstellung in den ersten 45 Minuten hat sowohl dem Coach als auch den Profis selbst und Marcel Schäfer nicht gefallen. "Wir müssen das eine oder andere aufarbeiten, wieso wir überhaupt in Rückstand geraten sind. Das darf uns so nicht passieren", mahnte der Sportdirektor am Sky-Mikrofon.

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Vor allem in der ersten Hälfte fanden die Wolfsburger gar nicht statt. Nach vorn fehlten die Ideen, defensiv passte die Abstimmung oft nicht. "Es war nicht so, wie wir uns das vorstellen", monierte Schäfer. "In der Restverteidigung haben wir nicht so agiert, wie wir das besprochen hatten. Und die Positionierung in der Offensive hat dazu beigetragen, dass wir nicht so zur Entfaltung gekommen sind." Bereits nach elf Minuten hatte Masaya Okugawa die Hausherren in Führung gebracht, nachdem Patrick Wimmer nicht entscheidend von Renato Steffen gestört worden war und Kevin Mbabu das Abseits aufhob. "Das 0:1 wollten wir ganz anders verteidigen", ärgerte sich Kohfeldt. Und kurz nach der Pause erhöhte Ex-VfLer Fabian Klos per Elfmeter sogar auf 2:0, Mbabu hatte Alessandro Schöpf zu Fall gebracht (Kohfeldt: "Ein unnötiger, aber berechtigter Elfmeter").

VfL Wolfsburg bei Arminia Bielefeld: Die Bilder zum Spiel

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VfL Wolfsburg bei Arminia Bielefeld: Die Bilder zum Spiel © DPA

Doch die Wolfsburger zeigten Moral. "Ich glaube grundsätzlich immer an meine Mannschaft, es war noch genug Zeit", sagte Schäfer. Auch Maximilian Arnold hatte die Hoffnung auf etwas Zählbares nicht aufgegeben. Die Comeback-Qualitäten haben "uns letzte Saison ausgezeichnet. Wir haben durch die letzten drei Spiele mehr Selbstvertrauen bekommen. Wir haben gesagt, wir müssen weitermachen." Doch sofort nach dem Gegentor passierte noch nichts, es brauchte noch etwas Zeit - und eine Systemumstellung. Kohfeldt nahm den formschwachen Mbabu raus, brachte mit Dodi Lukebakio mehr Schwung und stellte auf Viererkette um. "Die taktische Umstellung hat sofort gefruchtet. Da waren wir direkt besser im Spiel", fand Arnold.

Und genauso war es, der VfL hatte prompt mehr Zug nach vorn. "Wir hatten einen Mann mehr in der Offensive, haben andere Räume angelaufen", erklärte Schäfer. Zudem sei es bei einer Umstellung immer so, "dass sie den Gegner auch immer etwas fordert". In dem Fall hat sie die Bielefelder sogar etwas überfordert. Wout Weghorst verkürzte nach Lukebakio-Zuspiel auf 2:1 und beendete nach 527 Minuten ohne Treffer seine Torflaute. Nur 1:25 Minuten später markierte Lukas Nmecha nach Pass von Maximilian Philipp das 2:2, knallte den Ball wie gegen Salzburg trocken in die Maschen - und traf damit im vierten Kohfeldt-Spiel in Serie.

Die Wölfe in Noten: Einzelkritik zum 2:2 des VfL Wolfsburg bei Arminia Bielefeld

<b>Koen Casteels: </b> Bei beiden Toren ohne Chance, ansonsten da, wenn er gebraucht wurde. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Bei beiden Toren ohne Chance, ansonsten da, wenn er gebraucht wurde. Note: 3 ©

"Wir haben viel besser Fußball gespielt. In der ersten Hälfte hatten wir wenig Anspielmöglichkeiten. Aber wir können es immer noch besser machen", sagte Weghorst zum Auftritt nach der Pause. Dennoch spreche es "absolut für die Mentalität der Mannschaft", so Arnold, dass sie sich vom Rückstand nicht hat unterkriegen lassen. Und: "Wir hatten den Siegtreffer auf dem Kopf, daher hätte sich niemand beschwert, wenn wir das Spiel gewonnen hätten", sagte der Mittelfeld-Chef und dachte dabei sowohl an seinen Freistoß in der Schluss-Viertelstunde als auch an die Kopfball-Chance von Sebastiaan Bornauw.

Und so bleibt der VfL unter Kohfeldt weiterhin unbesiegt. "Wenn du nach 60 Minuten 0:2 zurückliegst, musst du mit einem Punkt zufrieden sein", fand der Wolfsburg-Coach. Die Moral "zeigt den Charakter der Mannschaft". Und die sei gut gewesen, wie auch Schäfer bilanzierte. Auch im Hinblick auf das bevorstehende Champions-League-Spiel am Dienstag (21 Uhr, Amazon Prime) in Sevilla, sei der Punktgewinn "sehr wichtig", so der Sportdirektor. "Wir sind unter Florian weiter ungeschlagen, haben bis auf die ersten 45 Minuten heute in allen vier Spielen ordentliche Leistungen gezeigt. Die Mannschaft ist intakt – und das wollen wir mitnehmen nach Sevilla."