22. Mai 2018 / 20:39 Uhr

VfL Wolfsburg: Trainerfrage stellt sich für Schmadtke nicht

VfL Wolfsburg: Trainerfrage stellt sich für Schmadtke nicht

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für den neuen VfL-Sportchef Jörg Schmadtke stellt sich die Frage nach dem Trainer nicht.
Für den neuen VfL-Sportchef Jörg Schmadtke stellt sich die Frage nach dem Trainer nicht. © dpa
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Seit Dienstagnachmittag ist klar, dass Jörg Schmadtke neuer Geschäftsführer Sport beim VfL Wolfsburg wird. Und er erklärt gleich mal, dass die Trainerfrage für ihn bereits entschieden ist und wie er seine neue Aufgabe angehen will.

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Das Relegations-Rückspiel bei Holstein Kiel hat der neue Geschäftsführer Sport des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg auf der heimischen Couch geguckt. „Stabil und gut“ fand Jörg Schmadtke den Auftritt beim 1:0-Sieg, und am Ende habe er sich natürlich auch gefreut, dass er seinen neuen Job ab dem 1. Juli 2018 nicht bei einem Absteiger antritt.

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„Es wäre sehr albern zu sagen, dass ich die 2. Liga genauso spannend finde wie die 1. Liga“, sagte der 54-Jährige am Tag nach der Rettung, an dem sein Einstieg beim VfL offiziell verkündet wurde. „Aber das war nicht das alles Entscheidende gewesen.“ Was übersetzt so viel heißt wie: Schmadtke geht es um das Projekt VfL. „Ich fand die Aufgabenstellung interessant, die hier vorliegt, den Klub in andere Bahnen zu lenken.“ Und dabei gibt es allerhand zu tun. Das geht auch aus der Aussage des VfL-Aufsichtsratsvorsitzenden Frank Witter hervor, der in Schmadtke den passenden Fachmann für die „erfolgreiche Neu-Ausrichtung unseres Lizenzspielerbereichs gefunden“ hat – was gleich mal nach dem nächsten Neuanfang klingt, den der ehemalige Bundesliga-Torwart anschieben soll.

"Es ist wichtig, dass man zuhört"

Wie groß dieser tatsächlich wird, „wird man sehen“, so Schmadtke, der zunächst einmal die Menschen beim VfL kennenlernen, Gespräche führen und sich selbst ein Bild verschaffen möchte. „Es ist wichtig, dass man zuhört, die richtigen Fragen stellt, Antworten bekommt, diese dann analysiert und daraus die Schlüsse und Handlungen ableitet.“



Die Wölfe in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Holstein Kiel

<b>Koen Casteels:</b> Im ersten Durchgang bis auf ein, zwei Kieler Versuche kaum ernsthaft gefordert. Musste dann, zu Beginn der zweiten Hälfte (47. Minute), aber gleich mal richtig eingreifen, als er gegen Seydel aus kurzer Distanz das 0:0 mit einem starken Reflex rettete. Sonst wie immer: Wolfsburger Ruhepol. Note: 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Im ersten Durchgang bis auf ein, zwei Kieler Versuche kaum ernsthaft gefordert. Musste dann, zu Beginn der zweiten Hälfte (47. Minute), aber gleich mal richtig eingreifen, als er gegen Seydel aus kurzer Distanz das 0:0 mit einem starken Reflex rettete. Sonst wie immer: Wolfsburger Ruhepol. Note: 2 ©

Jedenfalls sieht er den VfL „nicht als Chaos-Klub“, auch wenn das die zweite Relegations-Teilnahme in zwei Jahren vielleicht impliziert. „Es gibt sportlich ein paar Probleme, das gilt es zu ändern“, sagt Schmadtke in aller Besonnenheit. Aber wo muss er dafür ansetzen? „Vielleicht weiß ich das schon, aber ich bin keiner, der große Ankündigungen macht und dann handelt. Ich handele eher ohne Ankündigung, weil das nicht hilfreich ist.“

Schmadtke und die Problemfälle

Mit in Schieflage geratenen Vereinen kennt er sich zumindest erwiesenermaßen aus. „Ich habe immer Klubs übernommen, wo es eine Problematik gab, das war in Aachen so, das war in Hannover so und das war auch in Köln so. Dann muss man halt schauen, sich der Herausforderung stellen und hoffentlich gute Entscheidungen treffen.“ Apropos Entscheidung: Die wichtigste dürfte noch in dieser Woche anstehen: Was passiert mit Bruno Labbadia, der einen Vertrag bis 2019 hat und zuletzt mehrmals gesagt hat, dass er beim VfL bleiben möchte? Schmadtke: „Die Trainerfrage ist doch entschieden: Bruno Labbadia ist da.“ Und bleibt das auch so? „Ja.“

Geht es nach den Spielern, eine gute Wahl. Josuha Guilavogui: „Ich muss mit dem Trainer reden. Wenn ich bleibe, dann ist das auch für Bruno.“ Und Robin Knoche stimmte mit ein: „Natürlich gehen wir davon aus, dass er das erste Training leitet.“ Dann nicht mehr als Feuerwehrmann, sondern als Aufbauhelfer – würde das passen? „Warum denn nicht?“, so Knoche, „man hat gesehen, wie geschlossen das Team unter ihm agiert hat.“

Offiziell legt Schmadtke am 1. Juli los, er soll Helfer bekommen. Im Gespräch sind Ex-Profi Jan Schlaudraff (aktuell Berater) und VfL-Idol Marcel Schäfer (Tampa Bay Rowdies). Der neue starke Mann beim VfL dazu: „Wir werden schauen, welche Aufgabenstellung es gibt und wer dafür die beste Lösung ist.“