30. Dezember 2021 / 15:00 Uhr

Wolfsburg-Training: Fernseher auf dem Platz, Sorgen um Vranckx

Wolfsburg-Training: Fernseher auf dem Platz, Sorgen um Vranckx

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL-Training: Florian Kohfeldt ließ ein TV-Gerät auf den Platz rollen (l.), Aster Vranckx musste vorzeitig in die Kabine (r.).
VfL-Training: Florian Kohfeldt ließ ein TV-Gerät auf den Platz rollen (l.), Aster Vranckx musste vorzeitig in die Kabine (r.). © Roland Hermstein / Marcel Westermann
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Der VfL Wolfsburg will zurück in die Erfolgsspur. Dafür hat Florian Kohfeldt, der Coach des Bundesligisten, jetzt zu ungewohnten Mitteln gegriffen und einen Fernseher am Trainingsplatz aufgebaut.

Am Mittwoch hatte der VfL das Training wieder aufgenommen, am Donnerstag ging's weiter - und da griff Florian Kohfeldt zu ungewohnten Mitteln. Neben einer Taktiktafel nahm der Trainer des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten auch einen Flachbild-Fernseher mit auf den Platz. Der Grund dafür ist nachvollziehbar.

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Nach sieben Pflichtspiel-Niederlagen in Folge will der VfL in der zweiten Saisonhälfte noch mal angreifen und schon beim Rückrunden-Start am 9. Januar (17.30 Uhr) beim VfL Bochum den Negativlauf beenden. Kohfeldt will die Zeit bis dahin nutzen, um zusammen mit dem Team Fortschritte in der Offensive und in der Defensive zu machen, zudem steht das Gegenpressing im Blickpunkt. Um seine Idee von Fußball zu verdeutlichen und sie den Spielern einzuimpfen, setzt der Wolfsburg-Coach auf Visualisierung.

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Nach der ersten Übung auf dem Rasen trommelte Kohfeldt sein Team bei der Vormittagseinheit am TV-Gerät zusammen. "So Jungs, jetzt eine kurze Unterbrechung", sagte der VfL-Trainer. "Ich werde euch gleich mal zwei Spiel-Sequenzen zeigen, um euch etwas zu verdeutlichen." Es ging um zwei Szenen aus einem Bundesliga-Spiel der Hinrunde, an denen Kohfeldt deutlich machen wollte, welche Räume gut und welche Räume weniger gut bespielbar sind. Und in welchen Räumen sich seine Spieler mit und gegen den Ball am besten aufhalten sollten.

Eigentlich machen Trainer solche Videoschulungen nicht im Freien. Doch es ist klar, was Kohfeldt damit bezwecken will: Seine Spieler sollen das Gesehene direkt auf dem Platz umsetzen, ohne zu viel Zeit zwischen dem Anschauen der Sequenz und dem Training auf dem Rasen zu haben. Nach der kurzen TV-Session, die Kohfeldt auch noch mal an der Taktiktafel verdeutlichte, ging es direkt wieder mit dem Ball auf den Platz. Auf dem Großfeld sollten Maximilian Arnold und Co. zeigen, ob sie verstanden haben, was der Coach von ihnen verlangt. Und es sah schon ganz gut aus, was die Wolfsburger da angeboten haben - auch wenn's noch Luft nach oben gibt.

Nicht bis zum Schluss mit dabei war Aster Vranckx. Der 19-Jährige musste die Einheit vorzeitig beenden. Schon etwa 20 Minuten zuvor war der Belgier am hinteren Oberschenkel behandelt worden, biss aber noch mal auf die Zähne und machte weiter. Doch es reichte nicht - nach erneuter Behandlung war Schluss. Admir Mehmedi drehte nach seiner Muskelverletzung erneut ein paar Runden um den Platz, Xaver Schlager übte nach seinem Kreuzbandriss individuell. Nicht mit von der Partie war Daniel Ginczek (privater Termin). Zudem fehlten Kevin Mbabu und Dodi Lukebakio (beide Corona). "Ich habe beide kurz gehört, sie haben sich gut gefühlt. Dodi hatte ganz leichte Symptome", berichtet VfL-Kapitän Koen Casteels.

Mit Mbabu und Lukebakio haben die Wolfsburger wieder zwei Corona-Fälle in ihrem Kader. "Die Jungs sind erst mal in der Quarantäne, sie kommen später dazu", sagt Casteels und betont: "Wir konzentrieren uns nur auf Fußball, auf alles andere haben wir keinen Einfluss. Wir müssen ein Stück weit damit leben." Man könne sich heutzutage nie sicher fühlen, sagt der Begier in Bezug auf das Coronavirus. Am meisten fehlen ihm "die Fans im Stadion - weil sie können hier und da den Unterschied ausmachen". Ihn persönlich nerve es besonders, sich jeden Morgen vor dem Training trotz Impfung testen zu lassen. "Nach eineinhalb Jahren haben alle genug davon", so Casteels, der aber auch weiß: "Das sind Sachen, mit denen wir leben müssen."