01. Juli 2018 / 16:56 Uhr

VfL Wolfsburg: Trainingsauftakt mit 500 Fans und Rückkehrer Marcel Schäfer

VfL Wolfsburg: Trainingsauftakt mit 500 Fans und Rückkehrer Marcel Schäfer

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg, SPORT, VfL-Center, Fußball-Bundesliga, Trainingsstart VfL Wolfsburg, Saison 2018/19, Saisonauftakt, 01.07.2018,
Los geht's: Der VfL Wolfsburg hat am Sonntag mit der Saison-Vorbereitung begonnen. © Boris Baschin
Anzeige

Sie sind wieder da! Am Sonntagvormittag hat der VfL mit seiner Vorbereitung auf die neue Fußball-Bundesliga-Saison begonnen. Die Spieler des Fast-Absteigers der vergangenen Spielzeit wurden von den rund 500 Fans mit Applaus begrüßt.

Nach zwei Jahren des Zitterns wird's Zeit, dass sich etwas dreht beim VfL, der mit Jörg Schmadtke einen neuen Manager geholt hat. Er ist der neue starke Mann beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Mit Marcel Schäfer hat der wiederum den ehemaligen Rekordspieler des Klubs vorzeitig aus den USA von den Tampa Rowdies zurückgeholt und ihn zum Sportdirektor gemacht.

Anzeige
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg, SPORT, VfL-Center, Fußball-Bundesliga, Trainingsstart VfL Wolfsburg, Saison 2018/19, Saisonauftakt, 01.07.2018,
Zurück beim VfL Wolfsburg: Meisterspieler Marcel Schäfer (l.) mit Manager Jörg Schmadtke. © Boris Baschin

Zusammen suchte sich das neue VfL-Duo ein schattiges Plätzchen auf dem VfL-Trainingsplatz, um den neuen Kader zu beobachten. Mit Felix Klaus (Hannover), Pavao Pervan (Linz), Wout Weghorst (Alkmaar) und Daniel Ginczek (Stuttgart) waren die bislang feststehenden Neuzugänge allesamt auf dem Platz, auf den am Ende auch die Fans durften, um mit den Profis zu plaudern, Fotos zu machen und Autogramme zu holen. Zuvor hatten sich Team und Anhängerschaft per Applaus begrüßt. Es war ein erstes Signal des Zusammenhalts, der zum Ende der vergangenen Saison nicht mehr so ganz da gewesen war. Dieses neue Miteinander sollte Normalität sein, sagt Trainer Bruno Labbadia, der selbst von Teilen der Anhängerschaft in der letzten Spielzeit mit Spott bedacht worden war. "Die Menschen waren sehr positiv", sagte der zufrieden wirkende Coach nach der ersten Einheit der Vorbereitung, in dem das Abschlusspiel 0:0 endete.

In seinen ersten drei Monaten war Labbadia häufig auf sich allein gestellt, nachdem der Klub auch noch Sportdirektor Olaf Rebbe entlassen hatte. Nun hat der VfL-Retter mit Schmadtke und Schäfer neue Ansprechpartner. Mit beiden hat er noch nie zusammengearbeitet, aber das erste Gefühl sei positiv. "Du brauchst zwei, drei gute Köpfe im Verein, die Top-Arbeit leisten in ihrem Bereich und zusammenstehen. Das Gefühl jetzt ist gut, jetzt müssen wir das Ganze mit Leben füllen", sagte Labbadia und kam auf Rückkehrer Schäfer zu sprechen. "Ich hatte schon länger Kontakt zu Marcel, als er noch in den USA war, und ich hatte vorher schon ein gutes Gefühl, das hat sich jetzt bestätigt. Ich glaube, dass es gut für den Verein ist, so eine Person zurückgeholt zu haben. Marcel bringt sehr viel Power mit, er bringt Ideen mit."

Anzeige
Mehr zum VfL Wolfsburg

Für die Fans hatte Wolfsburgs Meisterspieler zu seiner aktiven Zeit immer ein offenes Ohr, zudem hatte Schäfer stets betont, der Teamgedanke müsse über allem stehen. "Er hat eine wichtige Aufgabe im Verein eingenommen und soll sich freischwimmen und bewegen. Er wird sein Profil finden und Dinge machen, die man nachher bespricht. Ich dränge ihn aber nicht in ein Korsett, sondern er wird sich schon selbst sein Profil erarbeiten. Wir sind im engen und regen Austausch, er kann gern nachfragen, aber er muss auch Dinge tun und erleben, und dann wird man sie im Nachhinein besprechen", meinte Schmadtke und fügte hinzu: "Für mich persönlich ist es natürlich super, weil ich jemanden habe, der gewisse Strukturen und die dahinter stehenden Menschen kennt. Es ist aber nicht so, dass er den ganzen Blödsinn drumherum macht und ich liege in der Hängematte. Wir gehen die Dinge gemeinschaftlich an."

Bruno Labbadia, Trainer des VfL Wolfsburg
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg, SPORT, VfL-Center, Fußball-Bundesliga, Trainingsstart VfL Wolfsburg, Saison 2018/19, Saisonauftakt, 01.07.2018, Zur Galerie
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg, SPORT, VfL-Center, Fußball-Bundesliga, Trainingsstart VfL Wolfsburg, Saison 2018/19, Saisonauftakt, 01.07.2018, ©

Gemeinsam die Dinge angehen - dafür will der Klub künftig stehen. Klar ist für alle Verantwortlichen: So wie in den vergangenen Monaten durfte es nicht weitergehen. Da lag vieles im Argen – der VfL war ein führungsloser Verein, der Coach hatte mit Undiszipliniertheiten in der Mannschaft zu kämpfen, dazu ständig Ärger mit und wegen verletzten Spielern. Alles Dinge, die der VfL nun besser machen will - und muss. Labbadia wünscht sich nach zwei Jahren mit Fast-Abstiegen mehr "Bescheidenheit" und "Demut", vor allen Dingen aber mehr Teamspirit, mehr Eigenverantwortung der Spieler. Der Trainer: "Ich nehme die Mannschaft in die Pflicht, ich erwarte einiges von ihr. Dazu gehört, dass wir alles dafür tun, auf dem Platz eine Mannschaft zu werden." Eine Mannschaft, an der die zuletzt so oft gefrusteten Fans wieder mehr Freude haben sollen.