13. Mai 2019 / 11:00 Uhr

VfL Wolfsburg: Trotzdem noch im Rennen um Europa 

VfL Wolfsburg: Trotzdem noch im Rennen um Europa 

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Maximilian Arnold hat trotz der Pleite in Stuttgart noch berechtigte Hoffnung auf das europäische Geschäft.
Maximilian Arnold hat trotz der Pleite in Stuttgart noch berechtigte Hoffnung auf das europäische Geschäft. © imago images / Sportfoto Rudel
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Der VfL Wolfsburg verliert mit 0:3 gegen den VfB Stuttgart, kann es aber weiterhin aus eigener Kraft in die Europa League schaffen . "Gewinnen wir unser Spiel, sind wir dabei!", weiß VfL-Manager Jörg Schmadtke. Die Marschroute für Samstag dürfte damit klar sein.

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Bis zur Ziellinie ist es zwar eigentlich nicht mehr weit. Doch in der von Jörg Schmadtke gern als Rennen dargestellten Tabellensituation der Europapokal-Anwärter in der Fußball-Bundesliga hat der VfL Wolfsburg in der vorletzten Runde „nicht so richtig teilgenommen“, wie der Manager nach dem 0:3 beim VfB Stuttgart bemerkte. Von der Strecke abgekommen ist sein Klub aber zumindest nicht, vor der letzten Runde liegt man immer noch auf Platz sieben – und der gäbe, ins Ziel gebracht, sicher einigen Anlass zu einer für Rennfahrer üblichen Sektdusche.

Hinter den Wolfsburgern bekommen nämlich die Hoffenheimer schon seit drei Wochen ihre PS nicht mehr auf die Straße, und so könnte der VfL beim Saisonfinale am kommenden Samstag gegen den FC Augsburg nach wie vor auf einem Europa-League-Platz ins Ziel einlaufen. „Da haben wir es in der Hand, uns für diese Saison zu belohnen“, sprach Admir Mehmedi (neben anderen) die einzige positive Erkenntnis der Auswärtsreise ins Schwabenland aus, die nach Stuttgarter Toren von Gonzalo Castro, Anastasios Donis und Daniel Didavi überhaupt nicht positiv verlaufen war.

Bilder vom Spiel der 1. Bundesliga zwischen dem VfB Stuttgart und VfL Wolfsburg

Die Fans des VfL Wolfsburg machen auf diversen Wegen auf sich aufmerksam. Zur Galerie
Die Fans des VfL Wolfsburg machen auf diversen Wegen auf sich aufmerksam. ©

Kein Spaziergang: VfL muss für Siege viel investieren

Die Qualifikation für die Champions League hat sich damit jedenfalls erledigt, allerdings hatte es in Wolfsburg auch niemand ernsthaft gewagt, den vor dieser 0:3-Niederlage in Reichweite liegenden Tabellenplatz vier tatsächlich auch als Ziel auszugeben. Im Hochgeschwindigkeits-Wettbewerb wäre es wahrscheinlich auch noch etwas zu schnell zugegangen für den VfL, der, um in Schmadtkes Bild zu bleiben, noch nicht wieder als Sportwagen an diesem Rennen teilnimmt. Mehmedi ließ durchblicken: „Es ist zwar bitter, diese Chance ausgelassen zu haben. Aber vielleicht sind wir doch nicht so weit, dass es selbstverständlich ist, solche Siege einfach einzufahren. Es ist kein Selbstläufer in der Bundesliga. Wir müssen hart dafür arbeiten.“

Auch Bruno Labbadia stimmte in diesen Chor ein, meinte: „Im Vorbeigehen konnten wir noch kein einziges Spiel gewinnen. Die Mannschaft muss unfassbar viel Energie reinbringen“, sagte Wolfsburgs Trainer. Daran, dass zu wenig Benzin im Tank war, habe es aber nicht gelegen: „Wir waren nicht sauber, nicht durchschlagskräftig genug“, analysierte er. Im letzten Saisonspiel müsse seine Mannschaft daher wieder unbedingt „an ihr Maximum kommen, wie die ganze Saison schon – und dazu sind wir immer in der Lage“.

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Josuha Guilavogui: Das war leider zu wenig für uns. Wenn wir die Möglichkeit nach zwei Minuten durch William nutzen, kann sich das Spiel anders entwickeln. Aber man hat gemerkt: Stuttgarts Angst vor der Relegation war größer als der Hunger auf die Champions League.  Zur Galerie
Josuha Guilavogui: "Das war leider zu wenig für uns. Wenn wir die Möglichkeit nach zwei Minuten durch William nutzen, kann sich das Spiel anders entwickeln. Aber man hat gemerkt: Stuttgarts Angst vor der Relegation war größer als der Hunger auf die Champions League."  ©

„ ... dann hätten wir dennoch unser Saisonziel erreicht"

Droht der VfL sonst womöglich, das europäische Geschäft noch zu verspielen? „Kann passieren, muss nicht passieren“, entgegnete Schmadtke, verdeutlichte aber auch, sich keine sonderlichen Sorgen zu machen: „Nein.“ Am Druck oder sogar einer Nervosität habe es jedenfalls nicht gelegen, war sich der Coach sicher, das Endspiel am kommenden Samstag sieht Labbadia daher als eine „tolle“ Ausgangslage: „Es ist super, dass wir es aus eigener Kraft schaffen können und nicht gucken müssen, was die anderen machen. Gewinnen wir unser Spiel, sind wir dabei!“

Und falls nicht? Was, wenn die Wolfsburger am späten Samstagnachmittag tatsächlich mit leeren Händen dastehen sollten? „Das wäre schon für den einen oder anderen eine Enttäuschung“, erklärte Schmadtke, doch der Manager machte vorsorglich ebenfalls deutlich: „Dann hätten wir dennoch unser Saisonziel erreicht. Punkt.“ Dieses lautete im vergangenen Sommer, eine ruhige Saison zu spielen – und ist natürlich längst erreicht. Nur würden dazu weder Sektduschen passen, noch gäbe es Grund dazu...