08. November 2020 / 17:29 Uhr

Heimsieg gegen Hoffenheim dank Casteels: Wolfsburg trotzt Diskussionen um Trainer Glasner

Heimsieg gegen Hoffenheim dank Casteels: Wolfsburg trotzt Diskussionen um Trainer Glasner

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der VfL Wolfsburg hat seinen zweiten Saisonsieg eingefahren - und bleibt in der Bundesliga trotz der Diskussionen um Trainer Oliver Glasner (kl. Foto) ungeschlagen.
Der VfL Wolfsburg hat seinen zweiten Saisonsieg eingefahren - und bleibt in der Bundesliga trotz der Diskussionen um Trainer Oliver Glasner (kl. Foto) ungeschlagen. © Getty
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Die vergangenen Tage waren hektisch - doch sportlich bleibt der VfL Wolfsburg mit einem knappen Heimerfolg gegen die TSG Hoffenheim auf Kurs. Während die Gäste aus dem Kraichgau mittlerweile seit fünf Spielen sieglos sind, ist der VfL trotz der Querelen um Trainer Oliver Glasner weiterhin ungeschlagen.

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Trotz einiger turbulenter Tage und einer irren Schlussphase bleibt der VfL Wolfsburg in der Bundesliga weiterhin ungeschlagen. Inmitten der offensichtlichen Spannungen zwischen Trainer Oliver Glasner und Sportdirektor Jörg Schmadtke konnten die Niedersachsen ihr Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim knapp mit 2:1 (2:0) gewinnen. Die Tore für den VfL erzielten am Sonntag vor Geisterkulisse in der Volkswagen-Arena Renato Steffen (5.) und Wout Weghorst (26.), der in der Schlussphase noch einen Foulelfmeter verschoss (84.). Der zweite Saisonerfolg war gegen ersatzgeschwächte und zunehmend schwächelnde Gäste, für die Sargis Adamyan (88.) lediglich den Anschluss erzielen konnte, unterm Strich verdient. In einer verrückten Nachspielzeit parierte Koen Casteels einen Handelfmeter von Mounas Dabbur (90.+3), nachdem TSG-Schlussmann Oliver Baumann in VfL-Strafraum Konfusion verbreitet hatte.

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Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß, der in der Liga mit seiner Mannschaft seit dem furiosen 4:1 gegen den FC Bayern Ende September sieglos ist, wechselte im Vergleich zum 5:0 gegen Liberec in der Europa League durch, brachte mit Didier Samassekou, Ryan Sessegnon, Florian Grillitsch und Ishak Belfodil vier neue Spieler für Ilhas Bebou, Mijat Gacinovic, Klauss und den gesperrten Robert Skov. Beim VfL kam Maximilian Arnold nach der Geburt seines Kindes für Yannick Gerhardt in die Partie.

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Zum Spiel: Die Niedersachsen begannen engagierter und hatten durch Josip Brekalo die erste Chance, dessen Abschluss nach starkem Kombinationsspiel zwischen Arnold und Jerome Roussillon allerdings von Kevin Vogt abgewehrt wurde (3.). Augenblicke später stand es dann doch 1:0 für Wolfsburg. Maximilian Phillip spielte den Ball von der linken Seite zu Steffen, der traumhaft ins linke Toreck vollstrecken konnte (5.). Der Treffer wurde zunächst wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht gegeben, stellte sich nach VAR-Überprüfung aber doch als regulär heraus.

Die Wolfsburger blieben weiter druckvoll und tendenziell die bessere Mannschaft. Stark vor allem die agilen Schlager und Steffen. Das Duo war maßgeblich am Wolfsburger 2:0 beteiligt. Ein Traumpass von Schlager auf seinen Schweizer Teamkollegen nutzte dieser, um im Strafraum ins Dribbling zu gehen und Baumann zu prüfen. Der TSG-Keeper parierte, allerdings auf Weghorst. Der Abschluss des Niederländers wurde von Akpoguma zurück zu Steffen geblockt, der seinerseits wieder Weghorst bediente. Den zweiten Versuch gegen seinen Lieblingsgegner ließ der Stürmer sich nicht nehmen - 2:0 (26.). Es war bereits sein sechstes Tor im fünften Spiel gegen die TSG.


Weghorst schießt Elfmeter vorbei, Casteels hält gegen Dabbur

Vorbei war das Spiel mit der deutlichen Führung indes noch nicht - schließlich war noch über eine Stunde zu spielen. Die TSG mühte sich, kam durch Belfodil (40.), Christoph Baumgartner (45.+3) schon vor der Pause zu guten Abschlussmöglichkeiten. Im zweiten Durchgang fand die Partie naturgemäß vor allem in der Hälfte der Gastgeber statt. Nur selten wurde die national seit fünf Spielen sieglosen Kraichgauer wirklich zwingend. Wolfsburgs Keeper Koen Casteels hielt gut gegen Baumgartner (64.) und Mounas Dabbur (73.). Die endgültige Entscheidung verpasste Weghorst in der 84. Minute - er legte einen Foulelfmeter, den Vogt an Schlager verursacht hatte, links am Tor vorbei. Auf der Gegenseite profitierte Adamyan (88.) von schwacher Wolfsburger Abwehrarbeit und verkürzte auf 1:2. Die Schlussphase war hochemotional. Nach einem Luftzweikampf gegen den aufgerückten Baumann spielte Arnold den Ball mit der Hand, Schiedsrichter Sven Jablonski zeigte auf den Punkt. Casteels hielt den Strafstoß allerdings überragend gegen Dabbur (90.+3). Auch in den folgenden Szenen war die TSG nah am Ausgleich, der jedoch nicht mehr fallen wollte.

Ob der Sieg die zuletzt aufgetretenen Differenzen zwischen Glasner und Schmadtke kitten kann, bleibt abzuwarten. Der Trainer hatte am Donnerstag Kritik an der Transferpolitik seines Klubs geübt. Er haderte damit, dass es nicht gelungen sei, einen Offensivspieler mit Tempo und Tiefgang zu holen. Davor rückte er auch in der offiziellen Spieltags-Pressekonferenz am Tag darauf nicht ab, fing sich danach den Konter von Schmadtke, der meinte: "Seine Forderungen waren nicht realisierbar." Der Coach versuchte, die Diskussionen um seine Person vor dem Anpfiff gegen Hoffenheim herunterzuspielen. Schmadtke wollte sich nicht weiter äußern. In der Länderspielpause soll es weitere Gespräche geben, eine Trennung ist nicht vom Tisch.