15. August 2018 / 15:25 Uhr

Stammplatz weg? Felix Uduokhai glaubt an seine Chance beim VfL Wolfsburg

Stammplatz weg? Felix Uduokhai glaubt an seine Chance beim VfL Wolfsburg

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Spielte in der Vorbereitung oft als Linksverteidiger: Felix Uduokhai.
Spielte in der Vorbereitung oft als Linksverteidiger: Felix Uduokhai. © Roland Hermstein
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In der vergangenen Saison Shootingstar, nun wahrscheinlich erst mal auf der Bank: Felix Uduokhai geht in sein zweites Jahr beim VfL Wolfsburg. Der 20-Jährige nimmt die für ihn neue Situation in der Vorbereitung professionell an. 

Seine Flexibilität wurde ihm im Kampf um einen Stammplatz beim VfL Wolfsburg wohl zum Verhängnis. Während Felix Uduokhai, eigentlich Innenverteidiger, über weite Strecken der Vorbereitung zum Linksverteiger umgeschult wurde, konnten sich andere Profis in der Zentrale festspielen. Und dann wurde mit Jerome Roussillon eben noch ein gelernter Mann für links hinten verpflichtet, als 1A-Lösung...

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Doch dass Uduokhai, so etwas wie der Shootingstar der vergangenen Saison, nun also wahrscheinlich nicht als gesetzt in die Saison gehen wird – damit kann er umgehen. „Es ist wichtig, dass ich in meinem zweiten Jahr nicht überpace und denke, jetzt muss direkt der nächste große Sprung kommen“, sagt der 20-Jährige. In aller Souveränität, mit aller Professionalität.

"Es ist wichtig, gewisse Dinge anzunehmen"

In der guten Tat, die er mit seinem Einspringen in der lange Zeit vakanten Linksverteidiger-Position vollbracht hat, sieht er jedenfalls keinen Fluch. „Auch wenn ich lieber innen spiele, weil ich das schon über Jahre mache, denke ich, dass es schon wichtig ist, als junger Spieler gewisse Dinge anzunehmen. Und zu akzeptieren, dass ich auch außen spiele.“ 

Kurzfristig hat ihn seine Fortbildung auf der linken Bahn während der Vorbereitung zwar wahrscheinlich einen Stammplatz gekostet, mit Robin Knoche und John Anthony Brooks scheint sich ein Innenverteidiger-Pärchen gefunden zu haben.

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Doch Uduokhai ist ein Spieler, dem es um Nachhaltigkeit geht. „In so einer Situation versuche ich trotzdem mein Bestes zu geben. Und Dinge mitzunehmen, die ich später vielleicht in der Innenverteidigung brauche“, erklärt er, „das habe ich in der Vorbereitung gelernt, die Sicht auch mal zu wechseln, offen zu sein und nicht zu sagen: Da habe ich keinen Bock drauf.“

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Trotz der Verpflichtung von Linskverteidiger Roussillon habe er auch nicht automatisch mit seinem Aushilfsjob abgeschlossen. „Man kann nicht sagen, ob ich offiziell Links- oder Innenverteidiger bin. In der Saison gibt es da auch keine feste Regel, das wird immer mal wieder pendeln und das kann ich auch nicht direkt beeinflussen“, so Uduokhai.​

Wenn er sagt, dass er dort spielt, wo der Trainer ihn aufstellt, beziehungsweise, wo ihn die Mannschaft braucht, wirkt das ausnahmsweise mal nicht nur wie eine Worthülse.

Die Eltern sind sein Halt

Weil er gleichzeitig, angesprochen auf seinen verlorenen Stammplatz der Vorsaison, Sätze formuliert, wie: „Ich will aus dieser Situation lernen. Man sollte nicht alles so direkt sehen, sondern sagen: Wir sind eine Mannschaft und dieses Jahr wollen wir, so gut es geht erfolgreich spielen.“ Weil er aus etwaiger Unzufriedenheit eben niemals Unruhe stiften würde. „Man muss eine Mischung finden zwischen: Ich will spielen, das ist mir wichtig, aber auch, Gas zu geben, wenn man mal nicht spielt. Und für sich selber alles rauszuholen.“

Weil er so erzogen wurde – demütig, bodenständig, reflektierend. „Meine Eltern sind für mich der größte Halt, die mir von klein auf gewisse Dinge und Werte nahegelegt haben, und die versuche ich mitzunehmen – egal, ob im täglichen Leben oder im Fußball.“

Dazu gehört auch, in die eigenen Fähigkeiten, die er in der vergangenen Saison unter Beweis gestellt hat („Ich habe erfahren, ich kann in der 1. Bundesliga spielen“), zu vertrauen. „Man weiß nicht, was in zwei, drei oder vier Wochen ist. Im Leben, da ergibt sich einiges. Ich glaube an meine Chance.“

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