29. Juli 2020 / 22:54 Uhr

Der VfL muss in die Ukraine reisen, Schmadtke findet's "unlogisch" - und hat Fragen

Der VfL muss in die Ukraine reisen, Schmadtke findet's "unlogisch" - und hat Fragen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der VfL Wolfsburg muss kommende Woche nach Kiew
Der VfL Wolfsburg muss kommende Woche nach Kiew © dpa
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Die UEFA hat ein Machtwort gesprochen: Der VfL Wolfsburg muss das Achtelfinal-Rückspiel der Europa League in der Ukraine bestreiten. Dem Verein gefällt das nicht, Manager Jörg Schmadtke hat zudem noch ein paar Fragen an den europäischen Verband.

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Der VfL Wolfsburg hat sich gewehrt, aber die UEFA blieb hart: Das Europa-League-Rückspiel gegen Schachtar Donezk findet in der Ukraine statt, Kiew bleibt Spielort. Das teilte der europäische Verband am Mittwoch mit. "Alle noch auszutragenden Champions-League- und Europa-League-Spiele in der Runde der letzten 16 werden im Stadion der Heimmannschaft gespielt", heißt es in der entsprechenden UEFA-Mitteilung. "Ich finde die Entscheidung unlogisch", so Manager Jörg Schmadtke auf SPORTBUZZER-Nachfrage. Verstehen kann er sie dennoch.

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"Ich habe meine Meinung als Vertreter des VfL Wolfsburg - aber die UEFA muss die Interessen aller Klubs berücksichtigen", so Schmadtke. Unlogisch sei die Entscheidung, weil es ja gute Gründe dafür gebe, das Endturnier (ab Viertelfinale) dann komplett in Nordrhein-Westfalen zu spielen. "Da wäre es dann passender gewesen, auch die restlichen Partien des Achtelfinals dort auszutragen."

So wäre man unter anderem "der Problematik aus dem Weg gegangen, dass es in verschiedenen Ländern verschiedene Hygienekonzepte gibt. Es geht ja auch darum, das Endturnier nicht zu gefährden." Einerseits. Andererseits könne er aber auch Klubs wie beispielsweise den FC Basel verstehen, der "nach einem klaren Erfolg im Hinspiel auswärts jetzt das Weiterkommen in der gewohnten Umgebung sichern will." Basel wäre dann Wolfsburgs Viertelfinal-Gegner, wenn der VfL das 1:2 aus dem Hinspiel noch dreht.

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Am Mittwoch kommender Woche wird das VfL-Team nach Kiew reisen - vorher hätte Schmadtke allerdings gern noch einige Antworten von der UEFA. Unter anderem Thema dabei: Wie wird mit den VfL-Hygienebeauftragten Dr. Günter Pfeiler und Heiko Wehe verfahren, die bereits vor der Mannschaft in die Ukraine reisen und damit nicht mehr Teil der letzten Testung sein können. Und: Was passiert eigentlich, wenn vor Ort ein positiver Corona-Fall beim Gästeteam entdeckt wird? Schmadtke: "Wir haben ein paar Fragestellungen aufgeworfen, zu der die UEFA jetzt Stellung beziehen muss."

Pfeiler und Wehe reisen voraus, um die Bedingungen vor Ort unter die Lupe zu nehmen. Im Olympiastadion von Kiew, Austragungsort des Champions-League-Finals von 2018, ist die Infrastruktur gut, auch in der Ukraine liefen Liga-Spiele zuletzt im Rahmen eines Hygienekonzeptes. Die VfL-Vertreter sollen aber, so Schmadtke, dafür sorgen, dass "die Dinge so vorbereitet sind, dass sie unseren Maßstäben genügen". Wenn möglich, will der VfL unmittelbar nach dem Spiel (Anstoß um 18.55 Uhr) die Heimreise antreten.

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Wie präsent die Pandemie auch im Fußball noch ist, erfuhr der VfL in der vergangenen Woche, als Rechtsverteidiger Kevin Mbabu positiv auf das Covid-19-Virus getestet wurde. Seitdem befindet sich der Schweizer in Quarantäne und wird regelmäßig getestet. Die Ergebnisse gehen an das Gesundheitsamt, Zwischenstände dazu gibt der VfL nicht raus. Wann der Spieler wieder zum Team darf, entscheidet ohnehin die Behörde - in ihrem Ermessen liegt es auch, ob ein oder mehrere negative Tests nötig sind. Dass das Amt da möglicherweise streng vorgeht, liegt auch im Interesse des VfL. Schmadtke: "Wir sind absolut dafür, dass Risiko so weit es nur irgendwie geht zu minimieren. Wir wollen eine möglichst große Sicherheit."

Zeitgleich mit dem VfL-Spiel in der Ukraine findet das Rückspiel zwischen dem FC Kopenhagen und Basaksehir FK (Hinspiel 0:1) statt, am Abend folgen dann noch die Partien zwischen Inter Mailand und FC Getafe (in Gelsenkirchen, weil es kein Hinspiel gab und das Duell in einer Partie entschieden wird) sowie zwischen Manchester United und dem Linzer ASK (Hinspiel 5:0).

Damit beginnt ein wahrer Europacup-Marathon: Bis zum 23. August (CL-Finale) folgen fast täglich Spiele der Europa League und der Champions League. Der VfL Wolfsburg würde ein mögliches Viertelfinale am 11. August in Gelsenkirchen bestreiten. Alle Europa-League-Spiele gibt es beim Sport-Streaming-Dienst DAZN zu sehen. Ausgewählte Partien laufen zudem bei RTL - das VfL-Spiel in Kiew gehört nicht dazu.