02. Mai 2021 / 18:26 Uhr

Wolfsburg und die Glasner-Trennung: Es geht auch um sieben Millionen

Wolfsburg und die Glasner-Trennung: Es geht auch um sieben Millionen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Viele Wege zur Trennung: VfL-Manager Jörg Schmadtke (l.) und Trainer Oliver Glasner.
Viele Wege zur Trennung: VfL-Manager Jörg Schmadtke (l.) und Trainer Oliver Glasner. © imago images/regios24
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Wie und wie schnell klärt sich beim VfL Wolfsburg die Zukunft von Oliver Glasner? Dass die Niedersachsen mit dem Österreicher als Trainer in die neue Saison gehen, ist unwahrscheinlich. Für den Weg zur Trennung gibt es mehrere Szenarien, bei denen auch das Geld eine Rolle spielt.

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Wie geht's weiter mit dem VfL Wolfsburg und Oliver Glasner? Dass der Trainer des Bundesliga-Dritten auch in der kommenden Saison noch auf der Bank der Niedersachsen sitzt, ist nach wie vor die unwahrscheinlichste aller Varianten. Erheblich wahrscheinlicher: Rausschmiss, einvernehmliche Vertrags-Auflösung - oder ein Glasner-Abschied mithilfe der Ausstiegsklausel in seinem bis 2022 laufenden Vertrag. Für den VfL wirken sich diese drei Varianten vor allem finanziell aus - es geht um rund sieben Millionen Euro.

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Bei einem schlichten Rausschmiss wäre eine Abfindung für den Trainer fällig, die sich auf rund zwei Millionen Euro belaufen dürfte. Macht Glasner hingegen von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch, kassiert sein jetziger Klub rund fünf Millionen Ablöse. Zwei Millionen zahlen oder fünf Millionen kriegen - ein nicht unwichtiger Unterschied aus Sicht des VfL. Möglicher Kompromiss: Glasner wartet nicht auf den Rausschmiss, der VfL wartet nicht auf das Ziehen der Ausstiegsklausel - sondern beide Seiten lösen den Vertrag einvernehmlich auf, womöglich ohne irgendwelche Zahlungen.

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Aber nicht nur das Geld spielt eine Rolle, sondern auch die Zeitachse. Während der Trainer seine Ausstiegsklausel bis zum 15. Mai - dem Tag des vorletzten Wolfsburger Saisonspiels bei RB Leipzig - ziehen kann, sind Rausschmiss oder einvernehmliche Trennung jederzeit möglich, auch nach dem Saisonfinale am 22. Mai gegen Mainz 05. Bis dahin geht es vor allem darum, "dass so weit wie möglich Ruhe herrscht", so VfL-Manager Jörg Schmadtke, der sich darum an der Glasner-Diskussion öffentlich nicht beteiligen möchte. "Wir haben sportliche Ziele. Und nur darum geht es für uns."

Was Schmadtke und der VfL nicht in der Hand haben: Wie dringend ist der Wunsch anderer Klubs, Glasner möglichst bald als Trainer für die kommende Saison zu verpflichten? Eintracht Frankfurt wird zwar immer wieder als möglicher neuer Arbeitgeber des Österreichers gehandelt - aber wie konkret das Interesse der Hessen mit ihrem neuen Sportvorstand Markus Krösche ist, scheint offen. Allerdings: Glasner-Alternative Roger Schmidt, den Krösche aus gemeinsamen Zeiten in Paderborn und Leverkusen kennt, hat gerade verkündet, auf jeden Fall Trainer der PSV Eindhoven in den Niederlanden bleiben zu wollen. Dass Glasner auch ein Kandidat in England sein soll, wo die Tottenham Hotspurs einen neuen Übungsleiter suchen, kam bisher nicht über den Gerüchte-Status hinaus.

Dass in der vergangenen Woche kein anstehender Bundesliga-Spieltag für Ablenkung gesorgt hat und zudem anderswo Trainer-Entscheidungen gefallen sind (Bayern, Leipzig, Salzburg), hat die Diskussion um Glasner zusätzlich befeuert. Jetzt aber beginnt für den VfL mit dem Training am Montagnachmittag die Vorbereitung auf das wichtige Heimspiel am kommenden Samstag (15.30 Uhr) gegen Union Berlin. Ein Sieg wäre nach zuletzt drei Niederlagen in vier Spielen ein wichtiger Schritt Richtung Champions League. Nach SPORTBUZZER-Informationen gibt es beim VfL darum kein Bestreben, die Frage zur Trainer-Zukunft zwingend vor dieser Partie zu klären - es wird vielmehr darauf gesetzt, dass sich die Mannschaft wie in den letzten Monaten auch von der Diskussion um den Trainer nicht beeinflussen lässt. "Wir reden ein bisschen darüber, weil es die Aktualität ist", sagte Rechtsverteidiger Kevin Mbabu in der vergangenen Woche. Aber "wir machen unseren Job wie immer!"