27. Dezember 2017 / 18:44 Uhr

VfL Wolfsburg: Vieirinhas Schuss des Jahres

VfL Wolfsburg: Vieirinhas Schuss des Jahres

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
vieirinha
Sorgte für den Siegtreffer des VfL Wolfsburg im Relegations-Rückspiel bei Eintracht Braunschweig: Vieirinha, der im Sommer zu PAOK Saloniki wechselte.
Anzeige

Es begann mit Vieirinha und einem kurzen Pass raus auf die rechte Seite, wo Christian Träsch gestartet war und den Ball in den Strafraum spielte, wo die Eintracht-Abwehr Yunus Malli vergessen hatte. Der VfL-Spielmacher nahm den Ball an, ging mit einer kurzen Bewegung an Gustav Valsvik vorbei, hatte dann aus spitzem Winkel am Eck des Fünfmeterraums freie Bahn, schoss flach und traf statt des Tores nur die Beine des herausstürzenden Torwarts Jasmin Fejzic.

Dieser Schuss hätte die Rettung sein können, an diesem Abend des 29. Mai 2017 in Braunschweig. Der VfL Wolfsburg hatte eine Katastrophen-Saison gespielt, hatte nach Dieter Hecking und Valérien Ismaël mit Andries Jonker schon den dritten Trainer, vernünftig strukturierten Fußball hatten alle drei den Profis nicht beibringen können. Die Rettung am letzten Spieltag hatte der VfL verpasst, weil Profis und Coach in Hamburg trotz 1:0-Führung am Ende kopflos waren und 1:2 verloren. Malli, der verhinderte Retter, hatte zu den Winterpausen-Neuzugängen gehört, die das Team nicht wirklich vorangebacht hatten. Sein Scheitern in dieser 49. Minute des Relegations-Rückspiels bei Eintracht Braunschweig war sinnbildlich für vieles, was in dieser Saison schiefgelaufen war.

Anzeige
Mehr zum VfL Wolfsburg

Doch Fejzic, der Torwart, hatte den Ball zwar pariert, aber nicht wirklich geklärt. Das Spielgerät rollte mit hoher Geschwindigkeit diagonal Richtung Strafraumkante, wo Vieirinha noch lauerte und keine Zeit zum Nachdenken hatte. Den linken Fuß drückte der in den Boden, den Oberkörper spannte er, um nicht in Rücklage zu geraten, den linken Arm winkelte er ab, um insgesamt mehr Stabilität zu haben. Dann schoss er. Aus 15 Metern Entfernung. Mit Vollspann.

Ausgerechnet Vieirinha. Der kleine Portugiese war einst von Hecking vom Rechtsaußen zum Rechtsverteidiger umgeschult worden, weil er so unglaublich torungefährlich war. Die neue Rolle war sein Segen, in der Saison 2014/15 spielte er überragend, Weltklasse-Leistung im Pokalfinale inklusive. Doch danach stagnierte er, verlor seinen Stammplatz, stand vor dem Absprung. PAOK Saloniki hatte ihn schon im Winter gewollt, zum Zeitpunkt der Relegation waren die Gespräche mit dem Klub aus dem Heimatland seiner Ehefrau schon weit, doch erst knapp drei Monate nach dem Spiel sollte der Wechsel verkündet werden. Vieirinha, einer der dienstältesten VfLer zu diesem Zeitpunkt, spielt mittlerweile erfolgreich für den griechischen Spitzenklub, ist Vizekapitän und hat in dieser Saison immerhin schon ein Tor geschossen.

_ Zur Galerie
_ ©

Aber keines wie dieses, bei dem der Ball aus 15 Metern Richtung Tor flog, mit einer sanft steigenden Flugbahn, am geschlagenen Fejzic vorbei zwischen Mitspieler Mario Gomez und Gegenspieler  Maximilian Sauer hindurch. Nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel (ohne Vieirinha in der Startelf) war es der Schuss, der den VfL Wolfsburg in der Bundesliga hielt und Vieirinha einen Platz in der Wolfsburger Fußball-Geschichte sicherte. „Für mich war es eines der wichtigsten Tore, weil es der Mannschaft geholfen hat, in der Bundesliga zu bleiben“, sagte er hinterher. Und: „Die Mannschaft ist der Gewinner!“

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.