04. März 2022 / 16:39 Uhr

Wolfsburgs Zehn-Spiele-Countdown: Von Abstieg bis Europa noch alles drin

Wolfsburgs Zehn-Spiele-Countdown: Von Abstieg bis Europa noch alles drin

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gibt kein konkretes Saisonziel aus: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer (l.).
Gibt kein konkretes Saisonziel aus: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer (l.). © DPA/Roland Hermstein
Anzeige

Der VfL Wolfsburg startet den Saison-Countdown: Zehn Spiele haben die Niedersachsen noch vor der Brust, los geht's am Samstag gegen Union Berlin. Von Abstieg bis Europa ist noch immer alles drin.

Der Countdown läuft: Zehn Spiele muss der VfL in dieser Saison noch bestreiten, los geht's am Samstag (15.30 Uhr) gegen Union Berlin. Aber was ist für die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt nach der verkorksten Hinrunde jetzt überhaupt noch drin? Ein konkretes Ziel formuliert der Wolfsburger Fußball-Bundesligist jedenfalls nicht. "Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen und damit gegen Union weitermachen", sagt Sportdirektor Marcel Schäfer lediglich.

Anzeige

Fakt ist: Der VfL will schnellstmöglich in sicheres Fahrwasser und den Klassenerhalt vor dem 34. Spieltag klarmachen. Auf dem Weg dorthin würde ein Sieg gegen die Berliner auf jeden Fall helfen - allerdings nicht nur, weil es drei Punkte gibt. Sondern der Spieltag bietet eine besondere Konstellation: Denn mit Ausnahme des VfL spielen alle Teams aus der unteren Tabellenhälfte untereinander. Schon am Freitagabend treffen Arminia Bielefeld (14.) und der FC Augsburg (15.) aufeinander. Am Samstag spielen dann Hertha BSC (16.) gegen Eintracht Frankfurt (10.), der VfL Bochum (11.) gegen Greuther Fürth (18.) sowie der VfB Stuttgart (17.) gegen Borussia Mönchengladbach (13.). Heißt: Mit einem Sieg gegen Union kann sich der VfL zwar nicht zwangsläufig Luft nach unten verschaffen, gleichwohl aber mit einer Niederlage wieder tiefer unten reinrutschen.

Mehr zum VfL Wolfsburg

Fünf Punkte beträgt der Abstand zu Relegationsplatz 16, den derzeit Hertha innehat. Abstiegsangst herrscht in Wolfsburg aber nicht, auch weil der Trend bei den Niedersachsen in den letzten Spielen (sieben von zwölf möglichen Punkten) nach oben zeigt. "Sorge haben wir grundsätzlich eher wenig", sagt Schäfer. "Wir wissen um unsere Situation und haben immer gesagt, dass wir die nicht verkennen. Wir wollen aber immer wieder Glauben an die eigene Stärke vermitteln." Und diese eigene Stärke war zuletzt wieder deutlicher zu erkennen, vor allem vor dem gegnerischen Tor waren Jonas Wind und Co. effizienter. "Die Leistungen in den letzten Wochen waren gut - bei all dem Wissen, dass wir noch vieles verbessern und weiter hart arbeiten müssen", sagt Schäfer.

Anzeige

Zuletzt hatte der VfL in Unterzahl eine 2:0-Führung in Gladbach verspielt. Aber man hat auch ebenso wie in den Wochen zuvor gesehen, "dass wir deutliche Schritte nach vorn machen. Das stimmt uns positiv für die restlichen Aufgaben", so der Ex-Profi. Die nächste Aufgabe muss Wolfsburg gegen die Eisernen bestreiten - und einzig und allein darauf liegt der Fokus. Alles, was danach kommt, blendet der Tabellenzwölfte aus. "Wir wollen noch gar nicht in den April oder in den Mai gucken. Wir wollen gegen Union drei Punkte holen, über nichts anderes wird intern gesprochen", unterstreicht Schäfer.

Nicht in den April oder Mai schauen - das bedeutet aber auch, dass die Wolfsburger sich auch nicht damit auseinandersetzen, was im besten Fall noch drin ist. "Jetzt ein Ziel Richtung oberen Drittels rauszuposaunen, wäre etwas vermessen, weil wir mit der aktuellen Situation nicht zufrieden sein können", begründet Schäfer. Jetzt zählt nur Union - und gegen die Köpenicker hat der VfL im Hinspiel ebenso mit 0:2 verloren wie gegen den darauffolgenden Gegner SC Freiburg. "Wir haben gezeigt, dass wir uns eine gewisse Stabilität erarbeitet haben. Und wir bringen eine andere Haltung auf den Platz. Das gibt mir die Hoffnung, dass wir diese Spiele gewinnen können", sagt Kohfeldt.

Anders als der VfL ist Union so gut wie durch, schielt sogar erneut Richtung internationales Geschäft. 37 Punkte haben die Berliner schon gesammelt, "damit haben sie ihr Ziel, die Klasse zu halten, schon erreicht und können jetzt Richtung europäisches Geschäft blicken", sagt Kohfeldt und hat größten Respekt vor der Arbeit in der Hauptstadt. "Man kann den Hut nicht tief genug vor Union Berlin ziehen, was sie in den letzten Jahren, aber auch schon in diesem Jahr erreicht haben." Was der VfL noch erreicht, bleibt abzuwarten. Platz acht, wie in den ersten beiden Champions-League-Jahren, wird angesichts der Statistik aber schwer zu erreichen sein. Denn im Schnitt holten die Wolfsburger in den vergangenen zehn Jahren 14,8 Punkte aus den letzten zehn Spielen. Zusammen mit den bisher gesammelten 28 Zählern hätte der VfL dann 43 Punkte auf dem Konto - und das reichte zuletzt durchschnittlich für Rang zehn...