28. Oktober 2019 / 09:00 Uhr

VfL Wolfsburg: Zum ersten Mal kein Tor, wieder mal keine Niederlage

VfL Wolfsburg: Zum ersten Mal kein Tor, wieder mal keine Niederlage

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das darf doch nicht wahr sein: VfL-Flügelspieler Felix Klaus hätte für die Wolfsburger in der ersten Halbzeit gleich zweimal treffen können.
Das darf doch nicht wahr sein: VfL-Flügelspieler Felix Klaus hätte für die Wolfsburger in der ersten Halbzeit gleich zweimal treffen können. © Roland Hermstein
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Erst Chancen vergeben, dann Treffer aberkannt bekommen: Der VfL Wolfsburg spielt 0:0 gegen Augsburg und bleibt damit ungeschlagen und die Mannschaft mit den wenigsten Gegenitoren der Liga.

Wer zu sehr auf die Tabellensituation geschielt hat, dem sei gesagt: Auch bei einem Sieg gegen den FC Augsburg wäre der VfL Wolfsburg nicht dauerhaft Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga geworden – denn Borussia Mönchengladbach gab sich gestern Abend beim 4:2 gegen Eintracht Frankfurt keine Blöße. Für den VfL hatte es zuvor nur zu einem 0:0 gegen die Augsburger gereicht, es war das erste Spiel überhaupt unter Trainer Oliver Glasner, in dem die Wolfsburger kein Tor schossen. Aber: Die wichtigere Serie hielt, auch in der 22. Partie unter dem Österreicher (Pflicht- und Freundschaftsspiele) gab es keine Niederlage.

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Vor 22.700 Zuschauern hätte es für den VfL auch ganz anders laufen können – hätte Felix Klaus eine seiner beiden Chancen in der Anfangsphase genutzt oder hätte der Videobeweis nicht das Tor von Joao Victor kurz vor Schluss verhindert. So aber war es dem VfL nicht vergönnt, wenigstens für zweieinhalb Stunden ganz oben zu stehen. „Natürlich ist es etwas ärgerlich, weil es eine schöne Momentaufnahme gewesen wäre“, so Trainer Oliver Glasner. „Aber ich denke, dass das, wo wir stehen, ganz gut zu uns passt.“ Und das ist Rang vier. „Wir sind mittendrin statt nur dabei. Unsere Themen sind nicht: Sind wir eine Spitzenmannschaft? Sind wir Erster? Unseren Themen sind, wie wir unseren Kopf und unseren Körper frisch bekommen für das Spiel gegen Leipzig am Mittwoch.“

Die Wölfe in Noten: So waren die Spieler des VfL Wolfsburg gegen den FC Augsburg in Form

<b>Pavao Pervan:</b> Entschärfte zu Beginn die Vargas-Chance bravourös, patzte danach zweimal bei der Spieleröffnung, auch nach dem Seitenwechsel gab‘s von ihm einen verunglückten Abschlag. Note:3 Zur Galerie
Pavao Pervan: Entschärfte zu Beginn die Vargas-Chance bravourös, patzte danach zweimal bei der Spieleröffnung, auch nach dem Seitenwechsel gab‘s von ihm einen verunglückten Abschlag. Note:3 ©

Schmadtke: "Haben diesmal nicht die nötige Frische gehabt"

Und natürlich gab es auch die Frage, warum es mit dem Toreschießen nicht so recht klappen will. Bisher hatte der VfL immer, aber nicht übermäßig oft getroffen, gegen Augsburg nun gar nicht. Elf Tore in neun Bundesliga-Spielen klingen nicht berauschend, aber auch das ist eine Frage der Sichtweise: Während fünf Mannschaften noch weniger Tore auf dem Konto haben, hat kein Team so wenig Gegentore wie die Wolfsburger, die in dieser Wertung mit fünf gegnerischen Treffern weit vorn liegen – dahinter folgen Gladbach und Schalke mit je neun.


Und so wollte sich Manager Jörg Schmadtke auch gar nicht groß auf eine Diskussion über Tor-Armut einlassen. „Dafür bin ich zu alt“, knurrte er ein bisschen. „Wir haben diesmal nicht die nötige Frische gehabt, um den Gegner vor mehr Probleme zu stellen, wir haben nicht genug Tiefe erzeugen können. Und so spielen wir am Ende 0:0. Aus der Erfahrung heraus weiß ich, dass man am Ende solche Spiele gern mal verliert.“

Fussball, Bundesliga, VfL Wolfsburg-FC Augsburg,  Saison 2019/20, 9. Spieltag, 27.10.2019, Zur Galerie
Fussball, Bundesliga, VfL Wolfsburg-FC Augsburg, Saison 2019/20, 9. Spieltag, 27.10.2019, ©
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Einer, der an dieser Statistik fast zugunsten des VfL gedreht hatte, war ein bisschen traurig. Was hat gefehlt? „Ein Tor von mir“, meinte Klaus selbstkritisch.  „Ich habe in der ersten halben Stunde ein super Spiel gemacht, hatte viele Läufe in die Tiefe.“ So, wie es Glasner von ihm fordert. Einzig die Belohnung fehlte. „Mit einem Tor wäre es sicherlich leichter geworden.“ Für ihn, der in der Vorbereitung wie am Fließband getroffen hatte – und für das Team, das sich gegen Augsburg schwer tat, jedoch erneut nicht verlor. Pechvogel Klaus: „Ab und an fehlen bei uns noch ein paar Kleinigkeiten im Spiel, aber insgesamt läuft es schon sehr gut.“