28. Januar 2021 / 22:16 Uhr

Wolfsburgs Ex-Freiburger Philipp: "Streich hat mich geprägt"

Wolfsburgs Ex-Freiburger Philipp: "Streich hat mich geprägt"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Szene aus dem Spiel VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt
Am Sonntag kommt sein Ex-Verein: Maximilian Philipp (l.) vom VfL Wolfsburg freut sich auf Trainer Christian Streich (kl. Bild l.) und den SC Freiburg. © Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg empfängt am Sonntagabend (18 Uhr) den SC Freiburg - für VfL-Offensivmann Maximilian Philipp ist das ein ganz besonderes Spiel.

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Erste Wahl im vorletzten Spiel beim 2:0 in Mainz, Pause am Samstag beim 1:0 in Leverkusen – und am Sonntag (18 Uhr) wieder erste Wahl? Maximilian Philipp hätte nichts dagegen, denn dann trifft der Offensivmann mit dem VfL Wolfsburg auf seinen Ex-Verein SC Freiburg. Der Verein, für den er am 5. April 2014 sein erstes Spiel in der Fußball-Bundesliga bestreiten durfte. Er betont: „Für mich war das eine besondere Zeit. Ich bin da Profi geworden.“

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Philipp vor dem Wiedersehen mit dem Ex – sollte er auflaufen dürfen, wäre es sein 100. Bundesliga-Spiel. 88 Pflichtspiele hat der von Dinamo Moskau ausgeliehene Offensivmann für den Breisgau-Klub gemacht, 50 davon in der erste Liga, insgesamt kommt er auf 18 Tore und 23 Vorlagen für die Freiburger, zu denen er im Januar 2013 gewechselt war. Über die A-Jugend und die Reserve schaffte er den Sprung zu den Profis. „Ein sehr bodenständiger, sympathischer und ehrlicher Verein, der Jahr für Jahr aus wenig viel macht.“ Und das sei einfach „bewundernswert“, lobt der Wolfsburger seinen Ex-Klub, zu dem er immer noch viele Kontakte pflegt.

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Auch zu Trainer Christian Streich, der Philipp einst die Chance ermöglichte, den Schritt in die Bundesliga zu machen. Philipp sagt voller Respekt: „Herr Streich ist jemand, der junge Spieler extrem fördert, der einem viel mitgeben kann. Wenn diese Spieler dann weggehen, zu größeren Vereinen wechseln, sieht man, dass sie taktisch gar keine Probleme haben, weil Streich einem das schon beigebracht hat. Er hat ein unfassbar großes Fußball-Wissen.“ Und menschlich sei Streich „einwandfrei. Ich bin froh, dass ich in meinen jungen Jahren unter ihm trainieren und spielen durfte. Er hat mich geprägt“.

Viereinhalb Jahre blieb Philipp beim SC, dann wechselte er für 20 Millionen Euro nach Dortmund, im Sommer 2019 ging es für 20 Millionen Euro Ablöse zu Dinamo Moskau, seit dieser Saison spielt er nun in Wolfsburg. Der VfL hat ihn samt Kaufoption ausgeliehen. Elf Spiele hat er gemacht, ein Tor und zwei Vorlagen stehen auf seinem Konto. „Ich durfte viel spielen und bin froh, dass ich so viel Vertrauen bekommen habe. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, dass wir so erfolgreich sind“, sagt Philipp, der mit Wolfsburg erst zwei Spiele verloren hat und auf Platz vier steht. „Ich hoffe, dass das so weitergeht.“ Und dass er weiterhin viel Einsatzzeit bekommt.

Klingt so, als ob sich Philipp schon jetzt gut vorstellen könnte, über den Sommer hinaus in Wolfsburg bleiben zu wollen. Er will sich da jetzt noch nicht konkret zu äußern, zumal „es ja nicht von mir allein abhängt“, sondern auch die sportlich Verantwortlichen um Manager Jörg Schmadtke, Sportdirektor Marcel Schäfer und Trainer Oliver Glasner zustimmen müssten. Im März oder April wird eine Entscheidung darüber fallen. „Ich denke, bis dahin wollen beide Parteien auch Klarheit haben“, so der 26-Jährige, der selbstkritisch sagt: „Ich muss torgefährlicher werden. Ein Tor ist bei der Schusstechnik, die ich habe, zu wenig.“

Mit dem VfL ist er richtig gut unterwegs. Ein wichtiger Baustein für den Erfolg: der Zusammenhalt. „Wir haben jetzt nicht die allerbesten Einzelspieler wie Bayern oder Dortmund, aber wenn man sieht, wie jeder für jeden rennt und kämpft und wie wir dann auch offensiv Fußball spielen – das ist perfekt.“ Gleichwohl gebe es immer noch Details, die man verbessern könne. „Aber alles in allem: Wenn bei uns einer ausfällt, dann macht es der, der reinkommt, genauso gut. Wir stehen nicht zu Unrecht da oben.“ Bleibt der VfL auch dort? Philipp selbstbewusst: „Wenn wir nur die Basics abrufen, wird es schon schwer gegen uns. Wenn wir eine gute Leistung zeigen, wird es noch schwerer.“

Bleibt noch die Frage – was passiert, wenn er gegen die Freiburger treffen sollte? Jubelt er dann? Philipp muss nicht lange überlegen: „Ich würde mich innerlich freuen, denn, wie ich schon gesagt habe, ich bin Christian Streich und dem SC Freiburg unendlich dankbar.“