12. März 2021 / 16:44 Uhr

Wolfsburgs Otavio: Ärger von Mama und einige böse Nachrichten

Wolfsburgs Otavio: Ärger von Mama und einige böse Nachrichten

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Zeigte Reue nach seinem Dunkelrot-Foul: VfL-Linksverteidiger Paulo Otavio.
Zeigte Reue nach seinem Dunkelrot-Foul: VfL-Linksverteidiger Paulo Otavio. © imago images/Jan Huebner
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Paulo Otavio, Linksverteidiger des VfL Wolfsburg, hat mit seiner Dunkelrot-Grätsche am vergangenen Wochenende gegen Hoffenheims Munas Dabbur für ordentlich Aufsehen gesorgt. Anschließend gab's die Entschuldigung - und Ärger von Mama.

Es war der Aufreger des vergangenen Bundesliga-Spieltags: das Dunkelrot-Foul von VfL-Profi Paulo Otavio an Hoffenheims Munas Dabbur. Eine Sperre von vier Spielen hat der Wolfsburger dafür bekommen, bei seinem Gegenspieler hat er sich längst entschuldigt – es liegen harte Tage hinter dem sonst so fröhlichen Linksverteidiger.

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Beim Stand von 1:2 am vergangenen Samstag war Otavio in der Nachspielzeit mit einem Scheren-Sprung von Hinten in die Beine von Dabbur gesprungen, um ihn am Torerfolg zu hindern (VfL-Keeper Koen Casteels war bei einer Ecke mit aufgerückt). Die Konsequenz: Platzverweis. „Paulos Gedanke war, das Spiel geht noch zwei, drei Minuten. Vielleicht bekommen wir noch eine Chance und können noch einen Punkt mitnehmen, wenn wir das dritte Gegentor nicht kassieren“, so VfL-Trainer Oliver Glasner, der sowohl direkt nach dem Spiel als auch Anfang der Woche mit seinem Schützling sprach. „Ich habe ihm gesagt, er soll sich keinen großen Kopf machen und nicht zu viel lesen.“

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Doch Otavio bekam auch einige Nachrichten, an denen er nicht vorbeikam. „Viele Menschen haben mir positive Dinge geschrieben, es gab aber auch einige böse Nachrichten“, sagte der Abwehrspieler im Interview mit dem Kicker und führte aus: „Eine Nachricht war sehr hart, und ich frage mich, wie man einem anderen Menschen so etwas schreiben kann. Danach habe ich auf meinen Kanälen in den sozialen Medien die Option für private Nachrichten erst einmal eingeschränkt.“

Verletzen wollte er Dabbur keineswegs, das habe er ihm auch direkt nach der Partie geschrieben. „Ich wollte mit ihm nach dem Spiel sprechen, da war er leider schon nicht mehr im Stadion. Also habe ich mir seine Nummer besorgt und ihn um Entschuldigung gebeten“, so Otavio. Der Hoffenheimer nahm sie an – doch Ärger gab’s für Otavio dennoch. „Nach dem Spiel hatte ich schon eine Nachricht auf dem Telefon: ,Paulo Otavio, ruf mich bitte an.’“ Wenn Mama mich Paulo Otavio nennt, dann weiß ich, dass es Ärger gibt. Für sie war es ein Schock. Sie meinte, eigentlich müsste sie mir die Ohren langziehen und für zwei Stunden in mein Zimmer schicken, damit ich nachdenken kann, was ich getan habe.“