07. Januar 2021 / 19:45 Uhr

Wolfsburgs Pongracic: Eigentlich nicht fit genug, aber wieder dringend gebraucht

Wolfsburgs Pongracic: Eigentlich nicht fit genug, aber wieder dringend gebraucht

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL-Trainer Oliver Glasner (kl. Bild) setzt auf ihn: Marin Pongracic muss trotz Fitness-Defizite bei Union spielen.
VfL-Trainer Oliver Glasner (kl. Bild) setzt auf ihn: Marin Pongracic muss trotz Fitness-Defizite bei Union spielen. © (c) Pool AP
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Maxence Lacroix fehlt dem VfL Wolfsburg am Samstag bei Union Berlin. Für den Franzosen wird erneut Marin Pongracic beginnen, der zuletzt in der Fußball-Bundesliga aus Fitness-Gründen noch nicht durchspielen konnte.

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Bei Bayern München und in Dortmund war es nach 78 Minuten so weit, gegen Stuttgart zwischendurch nach 73 Minuten - wenn Marin Pongracic, Innenverteidger des VfL Wolfsburg, am Ende seiner Kräfte war, setzte er sich zuletzt auf den Rasen, um zu signalisieren, dass es für ihn nicht weitergeht. Er ist eigentlich noch nicht fit genug, um regelmäßig 90 Minuten zu spielen. Aber am Samstag im Spiel bei Union Berlin wird er mal wieder ganz besonders gebraucht - weil Maxence Lacroix dem Wolfsburger Fußball-Bundesligisten nicht zur Verfügung steht.

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Nur sehr ungern wechseln Trainer im Spiel ihre Innenverteidiger aus, Jay Brooks absolvierte zwölf seiner 13 Einsätze über volle 90 Minuten, nur einmal musste er als Joker ran - gegen Stuttgart für Pongracic. Dem Kroaten hingegen fehlt eigentlich noch die Luft für die volle Spielzeit - lediglich im DFB-Pokal gegen Sandhausen, als die Abwehr kaum gefordert war, spielte er durch.

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In der Partie bei Union hätte er womöglich eine Pause gebraucht - aber er muss von Beginn an ran. "Man sieht, welche Qualität er mit sich bringt. Aber es reicht noch nicht für 90 Minuten", sagt Glasner über den Abwehrmann. Sollte er dennoch durchspielen (müssen), wäre es sein erste Bundesliga-Vollzeit-Einsatz seit dem Saisonfinale 2019/20 gegen den FC Bayern.

Dass die Fitness des 23-Jährigen ein Thema ist, liegt vor allem an seinem bisherigen Saisonverlaufs. "Er war lange wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers raus, kam erst zum Trainingsauftakt zurück. Dann bekam er erstmals die Einladung von der kroatischen Nationalmannschaft, wo er unbedingt dabei sein wollte", schildert Glasner. Ihn dorthin zu schicken, sei in Sachen Trainingssteuerung nicht klug gewesen, doch der Klub kam dem Wunsch des Profis nach. Für Kroatien lief er dann zweimal auf, es folgte die Corona-Infektion, die Pongracic erneut ausbremste. "Danach musste ich ihn schnell wieder reinwerfen", erinnert sich Glasner ans Bayern-Spiel vor Weihnachten. "Wir hatten Not am Mann, er musste drei Spiele in einer Woche machen. Er konnte sich keine körperliche Fitness aneignen." Das macht Pongracic jetzt nach und nach, aber es braucht Zeit.

Dass er die nun kaum hat, liegt am Lacroix-Ausfall. Der Franzose hatte zuletzt wegen einer Corona-Infektion gefehlt, war beim 0:2 in Dortmund dann als Einwechselspieler dabei - und muss nun doch erneut passen. "Die Ärzte haben gesagt, dass er nicht zu schnell zu hoher Intensität ausgesetzt werden soll." Fürs vergangene Wochenende hatte der Franzose noch die Freigabe der medizinischen Abteilung erhalten. "Es gab keine Bedenken, ihn zumindest für 15, 20 Minuten einzusetzen." Lacroix war in der 78. Minute für Pongracic eingewechselt worden. Sein Allgemeinzustand hat aber nun keine volle Belastung im Training zugelassen. "Wir schauen laufend drauf, werden weiter sehr genau beobachten", so Glasner. Im Fall Lacroix seien die Ärzte "zurückgerudert" und haben empfohlen, die Sache "doch wieder vorsichtiger anzugehen".

Auch Linksverteidiger Jerome Roussillon wird ausfallen, er ist nach Corona-Infektion noch nicht fit genug fürs Spiel. "Er ist bei Teilen des Mannschaftstrainings dabei", so Glasner, "aber auch hier müssen wir noch Rücksicht nehmen und ihn behutsam aufbauen."

Ersatztorwart Pavao Pervan ist dagegen voraussichtlich wieder dabei, seine Quarantäne nach Covid-Infektion endet, am Freitag darf er wieder auf den Trainingsplatz. "Wir checken auch ihn natürlich", so Glasner. "Wenn er dann trainieren kann, wird er auch mit nach Berlin fahren." Comeback-Hoffnungen gibt es auch bei Maximilian Philipp, der das Spiel in Dortmund wegen einer Muskelverletzung verpasst hatte. Am Donnerstag trainierte er erstmals wieder mit der Mannschaft. "Ohne Probleme", wie Glasner berichtet, allerdings müsse man die nächsten Tage weiter abwarten. "Wenn es gut läuft, ist er eine Option für den Kader."